Sorgen wachsen – doch Vorsorge bleibt aus

Viele Menschen erwarten deutliche Einschnitte im Ruhestand. Dennoch planen immer weniger, ihre Vorsorge kurzfristig zu stärken. Der aktuelle DIA-Trend zeigt einen wachsenden Widerspruch zwischen Erwartung und Handeln.

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Ein paradoxes Bild

Der Deutschland-Trend Vorsorge 2025 des Deutsches Institut für Altersvorsorge zeichnet ein widersprüchliches Bild: Die Sorge um den Lebensstandard im Alter ist hoch, gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, kurzfristig zusätzliche Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen.

Zwar geben 36 Prozent der Befragten an, bislang nicht ausreichend vorgesorgt zu haben und in den kommenden zwölf Monaten aktiv werden zu wollen. Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Anteil jedoch um fünf Prozentpunkte gesunken. Parallel dazu wächst der Anteil derjenigen, die sich nicht in der Lage sehen oder nicht bereit sind, mehr für die Altersvorsorge zu tun.

Zwischen Realismus und Resignation

Nach Einschätzung des DIA öffnet sich damit eine strukturelle Lücke zwischen negativer Zukunftserwartung und aktivem Vorsorgehandeln. Peter Schwark, Sprecher des Instituts, verweist darauf, dass viele Menschen ihre Situation realistisch einschätzen, daraus aber keine konkreten Schritte ableiten. Ursachen dafür dürften unter anderem finanzielle Belastungen im Alltag, Unsicherheit über geeignete Vorsorgeformen sowie mangelnde Orientierung sein. Statt Motivation entsteht bei einem Teil der Bevölkerung Resignation.

Kurzfristige Hürden überlagern langfristige Risiken

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass kurzfristige wirtschaftliche Sorgen langfristige Vorsorgeentscheidungen verdrängen. Steigende Lebenshaltungskosten, Unsicherheit über politische Reformen und unübersichtliche Produktlandschaften erschweren es vielen, Vorsorge als gestaltbare Aufgabe wahrzunehmen. Für die Altersvorsorge bedeutet dies: Selbst wachsende Sorgen führen nicht automatisch zu höherem Engagement – im Gegenteil.

Vorsorgeverhalten im Überblick

  • 36 %: nicht ausreichend vorgesorgt, wollen mehr tun
  • –5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr
  • 35 %: nicht bereit oder nicht in der Lage
  • 29 %: halten Vorsorge für ausreichend

Über die Studie:
Der DIA Deutschland-Trend Vorsorge 2025 basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung von 1.000 erwerbsfähigen Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Die Erhebung wurde vom DIA gemeinsam mit INSA Consulere im Dezember 2025 durchgeführt.

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