Grundfähigkeitsversicherung im Härtetest: Strengere Maßstäbe drücken die Ergebnisse
Nur knapp 40 Prozent der Tarife zur Grundfähigkeitsversicherung erreichen im aktuellen Franke-und-Bornberg-Rating die Höchstnote FFF+. Neue Kriterien wie die Fähigkeit „Ziehen oder Schieben“ haben die Messlatte deutlich höher gelegt – mit klaren Folgen für Versicherer und Vermittler.
Das neue Grundfähigkeits-Rating 2025 von Franke und Bornberg setzt strengere Standards. Besonders die Aufnahme einer zusätzlichen Fähigkeit sorgt dafür, dass viele Tarife schlechter abschneiden. Nur knapp 40 Prozent der untersuchten Angebote erreichen noch die Höchstnote FFF+.
Aktuell analysiert Franke und Bornberg 26 Gesellschaften mit rund 7.600 Tarifkombinationen. Bewertet werden 70 Kriterien, die sich auf 16 zentrale Grundfähigkeiten konzentrieren. Neu im Kriterienkatalog ist die Fähigkeit „Ziehen oder Schieben“, die komplexe Bewegungsabläufe umfasst und gerade in Pflegeberufen eine große Rolle spielt.
„Für Grundfähigkeiten gibt es nach wie vor keine einheitlichen Standards. Jede Gesellschaft entscheidet für sich, welche Fähigkeiten sie versichert und woran deren Verlust gemessen wird. Bei 40 Grundfähigkeiten und mehr kommt die Übersicht schnell abhanden“, erklärt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg.
Neben der neuen Fähigkeit präzisierten die Analysten die Bewertung bei den Fähigkeiten „Stehen“ und „Sehen“. Zudem wurde die maximale Punktzahl um fast 20 Prozent abgesenkt. Kriterien, die inzwischen Marktstandard sind – etwa bei schuldlos verletzter Anzeigepflicht – wirken sich dadurch weniger stark aus.
Die Folge: Rund ein Drittel der Tarife scheitert an einer besseren Bewertung, weil sie mindestens eine der 16 Kernfähigkeiten nicht abdecken.
Markt mit Potenzial – und Unsicherheiten
Die Grundfähigkeitsversicherung gilt als Wachstumssegment der Arbeitskraftabsicherung. Laut Franke und Bornberg ist die Zahl der versicherbaren Fähigkeiten am Markt groß, allerdings oft sehr unterschiedlich definiert. Das erschwert den Vergleich und erhöht die Beratungsanforderungen.
„Unser Rating zeigt, welche Tarife wirklich liefern. Damit geben wir Vermittlern und Kunden Orientierung – und eine solide Basis für informierte Entscheidungen“, so Michael Franke.
Alle Ergebnisse, getrennt nach klassischen GF-Tarifen und GF-Plus-Produkten mit Zusatzleistungen bei schweren Erkrankungen, sind auf der Website des Analysehauses veröffentlicht.
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