Grundfähigkeitsversicherung im Härtetest: Strengere Maßstäbe drücken die Ergebnisse

Veröffentlichung: 26.09.2025, 11:09 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Nur knapp 40 Prozent der Tarife zur Grundfähigkeitsversicherung erreichen im aktuellen Franke-und-Bornberg-Rating die Höchstnote FFF+. Neue Kriterien wie die Fähigkeit „Ziehen oder Schieben“ haben die Messlatte deutlich höher gelegt – mit klaren Folgen für Versicherer und Vermittler.

(PDF)
Das neue Grundfähigkeits-Rating 2025 von Franke und Bornberg setzt strengere Standards.Das neue Grundfähigkeits-Rating 2025 von Franke und Bornberg setzt strengere Standards.DALL-E

Das neue Grundfähigkeits-Rating 2025 von Franke und Bornberg setzt strengere Standards. Besonders die Aufnahme einer zusätzlichen Fähigkeit sorgt dafür, dass viele Tarife schlechter abschneiden. Nur knapp 40 Prozent der untersuchten Angebote erreichen noch die Höchstnote FFF+.

Aktuell analysiert Franke und Bornberg 26 Gesellschaften mit rund 7.600 Tarifkombinationen. Bewertet werden 70 Kriterien, die sich auf 16 zentrale Grundfähigkeiten konzentrieren. Neu im Kriterienkatalog ist die Fähigkeit „Ziehen oder Schieben“, die komplexe Bewegungsabläufe umfasst und gerade in Pflegeberufen eine große Rolle spielt.

„Für Grundfähigkeiten gibt es nach wie vor keine einheitlichen Standards. Jede Gesellschaft entscheidet für sich, welche Fähigkeiten sie versichert und woran deren Verlust gemessen wird. Bei 40 Grundfähigkeiten und mehr kommt die Übersicht schnell abhanden“, erklärt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg.

Neben der neuen Fähigkeit präzisierten die Analysten die Bewertung bei den Fähigkeiten „Stehen“ und „Sehen“. Zudem wurde die maximale Punktzahl um fast 20 Prozent abgesenkt. Kriterien, die inzwischen Marktstandard sind – etwa bei schuldlos verletzter Anzeigepflicht – wirken sich dadurch weniger stark aus.
Die Folge: Rund ein Drittel der Tarife scheitert an einer besseren Bewertung, weil sie mindestens eine der 16 Kernfähigkeiten nicht abdecken.

Markt mit Potenzial – und Unsicherheiten

Die Grundfähigkeitsversicherung gilt als Wachstumssegment der Arbeitskraftabsicherung. Laut Franke und Bornberg ist die Zahl der versicherbaren Fähigkeiten am Markt groß, allerdings oft sehr unterschiedlich definiert. Das erschwert den Vergleich und erhöht die Beratungsanforderungen.

„Unser Rating zeigt, welche Tarife wirklich liefern. Damit geben wir Vermittlern und Kunden Orientierung – und eine solide Basis für informierte Entscheidungen“, so Michael Franke.

Alle Ergebnisse, getrennt nach klassischen GF-Tarifen und GF-Plus-Produkten mit Zusatzleistungen bei schweren Erkrankungen, sind auf der Website des Analysehauses veröffentlicht.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Zusatzbausteine wie Arbeitsunfähigkeit, Dread Disease oder Psyche-Schutz treiben die Prämien deutlich in die Höhe.Zusatzbausteine wie Arbeitsunfähigkeit, Dread Disease oder Psyche-Schutz treiben die Prämien deutlich in die Höhe.DALL-E
Existenzvorsorge

Grundfähigkeitsversicherung: Zusatzbausteine erhöhen die Kosten deutlich

Die Grundfähigkeitsversicherung gilt als flexibles Werkzeug in der Arbeitskraftabsicherung. Doch Zusatzbausteine wie Arbeitsunfähigkeit, Dread Disease oder Psyche-Schutz treiben die Prämien deutlich in die Höhe. Ein aktuelles Preisbeispiel von Franke und Bornberg zeigt, wie groß die Unterschiede ausfallen.
Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und BornbergMichael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg© Marc Theis, Hannover
Rating

„Je flexibler eine Risikoversicherung, umso besser schützt sie“

Die Risikolebensversicherung wächst wieder: 2023 stieg die Zahl der Verträge erstmals seit Jahren um 4,34 %. Doch trotz des Aufschwungs bleibt die Qualität vieler Tarife ausbaufähig. Das zeigt die aktuelle Analyse von Franke und Bornberg.
Franke und Bornberg hat die private Unfallversicherung erneut unter die Lupe genommen – mit ambivalentem Ergebnis.Franke und Bornberg hat die private Unfallversicherung erneut unter die Lupe genommen – mit ambivalentem Ergebnis.DALL-E
Studien

„Wenn es den Versicherern nicht gelingt, das Profil der Unfallversicherung zu schärfen, wird sie mittelfristig Kunden verlieren“

Franke und Bornberg hat die private Unfallversicherung erneut unter die Lupe genommen – mit ambivalentem Ergebnis. Zwar steigt die Zahl der Spitzentarife leicht an. Doch das eigentliche Problem der Branche liegt tiefer: Ein „Flickenteppich“ aus Bedingungswerken und fehlenden Standards erschwert nicht nur die Analyse, sondern könnte langfristig das Vertrauen von Kundinnen und Kunden untergraben.
Wohngebäudeversicherung: „Echte Mehrleistungen kosten Geld und würden die Tarife noch teurer machen“, so Michael Franke (Franke und Bornberg).Wohngebäudeversicherung: „Echte Mehrleistungen kosten Geld und würden die Tarife noch teurer machen“, so Michael Franke (Franke und Bornberg).DALL-E
4 Wände

Wohngebäudeversicherung: „Preisanstieg zieht sich durch den gesamten Markt“

Eine Wohngebäudeversicherung bleibt ein essenzieller Bestandteil des privaten Risikomanagements. Doch wie steht es um Qualität und Preisentwicklung aktueller Tarife? Das aktuelle Rating von Franke und Bornberg gibt Antworten – und zeigt: Während die Tarifqualität tendenziell steigt, ziehen die Prämien weiter spürbar an. Hintergrund sind massive Schadenkosten, die Versicherer zur Anpassung zwingen.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht