Frühe Rente ist wirtschaftspolitischer Fehler

Eine große Mehrheit bei den deutschen Wirtschaftsprofessoren ist für eine Erhöhung des Rentenalters über 67 Jahre hinaus. Mit 61,2 Prozent sprachen sie sich im Ökonomenpanel des ifo Instituts und der FAZ dafür aus.

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Nur 36,9 Prozent waren für einen Erhalt der Altersgrenze bei 67. Und gerade einmal 1,9 Prozent möchten eine Rückkehr zu 65 Jahren. "Bemerkenswert ist, wie viele Kolleginnen und Kollegen ein höheres Renteneintrittsalter befürworten und die Rente ab 63 als wirtschaftspolitischen Fehler betrachten. Das sollte den Politikern zu denken geben", sagte Niklas Potrafke, Leiter des ifo Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie.

"Die Einführung der Rente ab 63 Jahren ohne Abschläge nach 45 Jahren Beitragszahlung war ein wirtschaftspolitischer Fehler."

Diesen Satz unterschreiben 65,8 Prozent "voll und ganz". "Eher zustimmend" sehen dies 19,4 Prozent. Hintergrund ist, dass eine große Mehrheit der Ökonomen den Satz ablehnt:

„Das gegenwärtige gesetzliche Rentensystem ist nachhaltig aufgestellt, um auch langfristig eine zum Leben angemessene Rente zu garantieren.“

27,9 Prozent stimmen diesem Satz überhaupt nicht zu, 39,0 Prozent stimmen “eher nicht“ zu. Mit „teils-teils“ antworteten 21,4 Prozent. Als geeignet für die langfristige Finanzierung den Rentensystems sehen 84,7 Prozent einen späteren Renteneintritt, 35,0 ein niedrigeres Rentenniveau, 26,1 Prozent eine Einbeziehung von Selbständigen und Beamten, 24,2 Prozent höhere Rentenbeiträge und 23,6 Prozent höhere Steuerzuschüsse. Auch die Einführung der Mütterrente sehen die Ökonomen kritisch. "Voll und ganz" als Fehler bezeichnen dies 34,4 Prozent, "eher" ein Fehler war dies für 22,1 Prozent.

Bild: © Marco2811 / fotolia.com

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