Nach dem Wasser herrscht Unsicherheit

Veröffentlichung: 06.06.2016, 13:06 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Während in Baden Württemberg und Bayern am Wochenende die Aufräumarbeiten auf Hochdruck liefen, wurden weite Teile Deutschlands von weiteren Unwettern heimgesucht. Teilweise sind Regionen betroffen, die bis jetzt noch nicht als besonders gefährdet galten. Im Gespräch mit Dr. Peter Schmidt, Leitung Niederlassung Deutschland der Oberösterreichische Versicherung AG.

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Herr Dr. Schmidt, auch die Oberösterreichische ist durch die Wetterereignisse der letzten Woche betroffen. Wie schätzen Sie den Schaden ein?

cms.uvhpb.x Dr. Peter Schmidt, Leitung Niederlassung Deutschland der Oberösterreichische Versicherung AG

Die Unwetter haben für alle Betroffenen teils dramatische Folgen. Wir können uns sehr gut in die Lage der Menschen versetzen. Uns wurden von unseren Versicherungsnehmern einige Hagel- und Sturmschäden gemeldet. Auch in Niederbayern waren zahlreiche Schäden zu verzeichnen.

Sie propagieren seit Jahren die Wichtigkeit des Elementarschutzes sowohl in der Wohngebäude- als auch in der Hausratversicherung und bieten dafür ein besonders einfaches Berechnungsmodell an. Können Sie uns die wichtigsten Konstanten dazu nochmals erklären?

Für einen risikoadäquaten Versicherungsschutz greift die Oberösterreichische Versicherung auf sehr professionelle und detaillierte Datenpools zurück. Die Tarife für Wohngebäude und Elementarschutz werden auf Basis eines sehr feingliedrigen Risikoatlasses berechnet. Diesen haben wir speziell mit unseren Aktuaren entwickelt. Der Vorteil für die Kunden ist eine gerechtere Prämiengestaltung. So sind wir in der Lage, auch in schwierigeren Zeiten für den Großteil unserer Kunden den gewünschten Versicherungsschutz anzubieten.

Haben  Betroffene aus den Unwettergegenden eine Chance auf einen Elementarschutz für die Zukunft? Werden sich die ZÜRS-Zonen nun anpassen?

Die Risikomodelle werden ständig weiterentwickelt und vervollständigt. Für Kunden in bestimmten Bereichen könnte es durchaus schwieriger werden, einen entsprechenden Versicherungsschutz gegen die Folgen von Elementarereignissen zu bekommen. Da wir aber - wie bereits erwähnt - bei der Risikobewertung sehr feingliedrig vorgehen, können wir dennoch der Mehrzahl der Kunden in allen Regionen Deutschlands, die noch nicht von Unwettern oder Überschwemmungen betroffen waren, Versicherungsschutz anbieten

Was sollten Vermittler jetzt für ihre Kunden tun?

Ich glaube, das Wichtigste ist: Informieren, informieren, informieren. Dies gilt besonders für jene Kunden, die nicht in der Nähe von großen Flüssen wohnen. Denn es ist keine Frage mehr, ob man in der Nähe eines größeren Flusslaufes wohnt. Elementarereignisse können überall und jederzeit auftreten. Hier gilt es noch viel an Risikobewusstsein zu schaffen. Nur mit einem Zusatzpaket für Elementarschutz kann man dann den eigenen Hausrat  oder das eigene Wohngebäude optimal absichern. Der finanzielle Mehraufwand für so ein Zusatzpaket ist wirklich gering: Bei unseren Produkten würde sich die Prämie einer Hausratversicherung DaHeim Premium um etwa 30 EUR pro Jahr, jene für eine Wohngebäudeversicherung ZuHaus Premium um rund 60 EUR erhöhen. Angesichts der drohenden Schäden sind das vergleichsweise geringe Mehrkosten.

Für Sturmereignisse nutzen Sie ein neues stochastisches Rechenmodell. Ist dies auch für andere Wetterereignisse in Planung?

Wir verfeinern alle Systeme des Risikocontrollings weiter und werden uns auch mit den Auswirkungen der globalen Entwicklungen unserer Klimas und besonders mit der Entwicklung, vor allem auch bei kleineren Flussläufen, beschäftigen. Das machen wir natürlich nicht nur alleine, sondern auch im Rahmen der jeweiligen Versicherungsverbände in Österreich und Deutschland.

Herr Dr. Schmidt, wir bedanken uns für das Gespräch!

Mehr zum Thema:

https://www.experten.de/2016/04/08/was-muss-eine-moderne-hausratversicherung-heute-leisten/

https://www.experten.de/2016/06/06/rund-450-millionen-kostet-elvira/

Bild: (1) © (2) © Oberösterreichische Versicherung

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