Sarah Schalück, Client Portfolio Managerin der apoBankSarah Schalück, Client Portfolio Managerin der apoBankapoBank

Goldpreis erreicht neuen Rekordwert

Veröffentlichung: 10.09.2025, 15:09 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Der Goldpreis hat mit 3.600 US-Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch erreicht. Welche Faktoren die Rallye treiben – und warum Analystin Sarah Schalück von der apoBank den Trend noch lange nicht am Ende sieht.

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Der Goldpreis hat erstmals die Marke von 3.600 US-Dollar je Feinunze überschritten und damit ein neues Allzeithoch erreicht. Für Sarah Schalück, Client Portfolio Managerin bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank), ist dieser Sprung mehr als ein Rekord – er erinnert an frühere Phasen negativer Realzinsen.

„Der Goldpreis von mehr als 3.600 US-Dollar ist mehr als ein neuer Rekord, er ist ein Déjà-vu für alle, die frühere Phasen negativer Realzinsen erlebt haben“, so Schalück. Gold behalte seine Attraktivität als Diversifikationsinstrument, während klassische Zinsanlagen inflationsbereinigt zunehmend unter Druck geraten.

Nach Einschätzung der apoBank-Expertin erleben die Märkte derzeit ein bekanntes Muster: Ein schwacher Dollar, sinkende Renditen und geopolitische Unsicherheiten treiben das Edelmetall. Hinzu komme das wachsende Misstrauen vieler Investoren gegenüber der Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve. „Die Märkte preisen immer stärker ein, dass die US-Notenbank Federal Reserve auf politischen Druck hin handeln wird“, betont Schalück.

Gold erfülle in diesem Umfeld eine doppelte Rolle: als Instrument der Diversifikation und als Absicherung gegen geopolitische Risiken. Im Vergleich mit anderen Anlageklassen schneide das Edelmetall derzeit klar besser ab. „Gold schlägt aktuell viele Aktien- und Anleihemärkte“, erklärt Schalück.

Zudem stütze die starke Nachfrage von Notenbanken weltweit den Kurs. Das Edelmetall gewinne dadurch weiter an Bedeutung – als Wertspeicher und als Vertrauensanker in Zeiten wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit.

Für die weitere Entwicklung zeigt sich die Analystin optimistisch. Angesichts der aktuellen Gemengelage sei ein Ende der Rallye nicht in Sicht. „Im aktuellen Umfeld wäre mittelfristig sogar ein Goldpreis von 4.000 Dollar denkbar“, so Schalück.

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