Chinas US-Exporte brechen ein
Das Exportwachstum Chinas ist im August deutlich zurückgegangen – beobachtet Julius-Bär-Ökonomin Susan Joho. Besonders stark trifft der Einbruch die USA, während die Ausfuhren in die ASEAN-Staaten und nach Europa weiter steigen.
Nach Einschätzung von Susan Joho, Ökonomin bei Julius Bär, hat Chinas Exportwachstum im August stärker als erwartet nachgelassen. Im Jahresvergleich gingen die Ausfuhren um vier Komma vier Prozent zurück. Hauptgrund sei der drastische Rückgang der Exporte in die USA, die nach einem Minus von einundzwanzig Prozent im Juli um weitere dreiunddreißig Prozent eingebrochen sind. Das stärkere Exportwachstum in die ASEAN-Region und nach Europa könne diese Verluste nur teilweise kompensieren.
Laut Joho brachte auch die in letzter Minute beschlossene Verlängerung der Zollpause keine Entlastung. Zwar bleiben die US-Zölle auf chinesische Waren bis zum zwölften November bei dreißig Prozent gedeckelt, kurzfristig wirkte sich dies jedoch nicht positiv aus. Optimistische neue Exportaufträge aus dem privaten Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe deuteten zwar auf eine mögliche Stabilisierung in den kommenden Monaten hin. Derzeit dominiere aber Unsicherheit, da die Verhandlungen über den endgültigen Zollsatz weiter andauern. China werde deshalb voraussichtlich versuchen, wegbrechende Handelsströme in Richtung USA durch stärkere Exporte nach Afrika oder in Länder mit niedrigeren Zollsätzen umzuleiten.
Obwohl Chinas Ausfuhren nach Einschätzung der Julius-Bär-Ökonomin international wettbewerbsfähig bleiben, sei es kaum möglich, die großen Volumina vollständig aufzufangen. Auch die Importzahlen belegten die konjunkturelle Schwäche: Das Wachstum fiel auf nur noch ein Komma drei Prozent im Jahresvergleich. Gründe seien die anhaltenden Probleme im Immobiliensektor und die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet Joho ein Wirtschaftswachstum von vier Komma sieben Prozent. Nach einem Zuwachs von fünf Komma drei Prozent im ersten Halbjahr deute sich damit eine Abkühlung in der zweiten Jahreshälfte an – ausgelöst durch die schwache Binnennachfrage und das Auslaufen früherer Konjunkturmaßnahmen.
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