BVI drängt auf Pflicht zur Elementarschadenversicherung

Veröffentlichung: 12.08.2025, 09:08 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Der BVI Bundesverband der Immobilienverwalter e. V. mahnt, die im Koalitionsvertrag angekündigte Pflicht zur Elementarschadenversicherung für Wohnungseigentümergemeinschaften (GdWE) schnell umzusetzen – und rät Eigentümern, nicht auf die Politik zu warten. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse sei ein umfassender Schutz gegen Überschwemmung, Starkregen oder Schneedruck unerlässlich.

(PDF)
Der BVI Bundesverband der Immobilienverwalter e. V. mahnt, die im Koalitionsvertrag angekündigte Pflicht zur Elementarschadenversicherung für Wohnungseigentümergemeinschaften (GdWE) schnell umzusetzen – und rät Eigentümern, nicht auf die Politik zu warten.Der BVI Bundesverband der Immobilienverwalter e. V. mahnt, die im Koalitionsvertrag angekündigte Pflicht zur Elementarschadenversicherung für Wohnungseigentümergemeinschaften (GdWE) schnell umzusetzen – und rät Eigentümern, nicht auf die Politik zu warten.DALL-E

„Wohnungseigentümer sollten der geplanten Versicherungspflicht unbedingt zuvorkommen, denn sie ist längst überfällig – nicht zuletzt, weil Politik und Gesellschaft viel zu lange weggeschaut haben“, warnt BVI-Präsident Thomas Meier. Als Beispiel verweist er auf die Flut im Ahrtal 2021, die zahlreiche Eigentümergemeinschaften ohne ausreichenden Schutz traf und teils existenzbedrohende Schäden verursachte.

Versicherungslücke bei Wohngebäuden

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verfügen nur rund 54 Prozent der Wohngebäude in Deutschland über eine Elementarschadenversicherung. Für den BVI ist das deutlich zu wenig. Die jüngsten Hochwasser- und Starkregenereignisse 2025 zeigen nach Ansicht des Verbands, dass Unwetter nicht nur klassische Risikogebiete treffen, sondern auch Regionen, die bislang als unauffällig galten.

Fünf Policen als Fundament

Neben der Elementarschadenversicherung empfiehlt der Verband eine umfassende Überprüfung des Versicherungsschutzes von GdWE. Die Basis bilden:

  • Gebäudeversicherung (Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, möglichst mit Unterversicherungsverzicht)
  • Elementarschadenversicherung (z. B. Überschwemmung, Erdbeben, Schneedruck)
  • Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht (bei Schäden auf Gemeinschaftseigentum)
  • Gewässerschadenhaftpflichtversicherung (bei Öltanks)
  • Beiratshaftpflichtversicherung (Schutz des Privatvermögens ehrenamtlicher Beiräte)
  • Ergänzend können, je nach Bedarf, Policen wie Hausgeldausfall- oder Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein.

Gesetzliche Pflicht mit Folgen

Kommt die Pflicht, müssen GdWE sicherstellen, dass alle Gebäudeteile vollständig versichert sind. Das erfordert Beschlüsse in Eigentümerversammlungen, Anpassung von Rücklagen und klare Abläufe für den Schadenfall. Meier fordert, dass eine Einführung fair gestaltet wird – mit klaren Vorgaben und Übergangsfristen.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Die versicherten Schäden durch Naturgefahren haben sich 2024 deutlich erhöht. Insgesamt verursachten Starkregen, Überschwemmungen, Sturm und Hagel in Deutschland Schäden von rund 5,7 Milliarden Euro – so viel wie seit Jahren nicht mehr.Die versicherten Schäden durch Naturgefahren haben sich 2024 deutlich erhöht. Insgesamt verursachten Starkregen, Überschwemmungen, Sturm und Hagel in Deutschland Schäden von rund 5,7 Milliarden Euro – so viel wie seit Jahren nicht mehr.Hans / pixabay
Assekuranz

Naturgefahrenstatistik 2024: GDV meldet verdoppelte Hochwasserschäden

Starkregen, Überschwemmungen, Stürme und Hagel haben im Jahr 2024 in Deutschland versicherte Schäden in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro verursacht. Das geht aus der aktuellen Naturgefahrenstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.
Zu sorglos: Viele Immobilienbesitzer unterschätzen noch immer die Gefahren, die durch Starkregen und Hochwasser drohen (Symbolbild).Zu sorglos: Viele Immobilienbesitzer unterschätzen noch immer die Gefahren, die durch Starkregen und Hochwasser drohen (Symbolbild).DALL-E
4 Wände

Viele Eigentümer unterschätzen Starkregen- und Hochwasserrisiken

Starkregen und Hochwasser nehmen zu – doch Prävention bleibt aus. Laut AXA Präventionsreport fühlt sich ein erheblicher Teil der Bevölkerung gut vorbereitet auf Naturgefahren. Konkrete Schutzmaßnahmen zeigen jedoch ein anderes Bild.
Sturmsack, aufkommendes Gewitter mit Sturm - KonzeptSturmsack, aufkommendes Gewitter mit Sturm - Konzeptstockpics – stock.adobe.com
Assekuranz

„Bernd“ prägt GDV-Langzeitbilanz der Naturgefahrenschäden

Wo verursachen Unwetter die höchsten Gebäudeschäden? Die Langzeitbilanz für 2002 bis 2021 des GDV zeigt auf: Die Sturzflut „Bernd“ im Sommer 2021 war die mit Abstand schwerste Naturkatastrophe Deutschlands in der jüngeren Vergangenheit. Und diese hatte Ahrweiler am stärksten getroffen.
Die Versicherer mahnen, dass die langfristige Bedrohung durch Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels weiter zunehmen wird.Die Versicherer mahnen, dass die langfristige Bedrohung durch Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels weiter zunehmen wird.DALL-E
Assekuranz

Naturgefahrenschäden 2025: GDV warnt trotz Rückgang vor wachsendem Extremwetter-Risiko

Die versicherten Schäden durch Sturm, Hagel, Starkregen und Überschwemmungen lagen im ersten Halbjahr 2025 unter den Vorjahreswerten. Doch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) warnt: Der langfristige Trend zeigt nach oben – und fordert ein Gesamtkonzept für besseren Schutz.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht