Versorgungsausgleich bei Scheidung: Mehrheit fühlt sich schlecht informiert
Die finanzielle Seite einer Trennung wird häufig unterschätzt – das zeigt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag von Canada Life. Von 2.000 befragten Geschiedenen gab mehr als die Hälfte (51,6 Prozent) an, sich im Nachhinein nicht gut über finanzielle Aspekte informiert gefühlt zu haben. Nur 30,3 Prozent waren mit der erhaltenen Beratung zufrieden.
Besonders kritisch: Auch unter den 2.500 befragten Verheirateten herrscht große Unsicherheit. Über 54 Prozent fühlen sich unzureichend über den Versorgungsausgleich informiert – also den Ausgleich von Rentenansprüchen, der im Scheidungsfall gesetzlich geregelt ist. Nur rund ein Drittel der Verheirateten glaubt, über ausreichend Wissen zu verfügen.
Dabei variiert das Informationsdefizit je nach Alter deutlich:
- 67,9 Prozent der 40- bis 49-Jährigen fühlen sich schlecht informiert
- In der Altersgruppe 50 bis 64 sind es 57 Prozent
- Selbst bei den über 65-Jährigen ist die Quote mit 50,8 Prozent hoch
Diese Wissenslücken betreffen eine der zentralen Fragen der Altersvorsorge – und können langfristig finanzielle Einbußen bedeuten, vor allem für Frauen. Denn mit 53,5 Prozent sind sie deutlich unzufriedener mit der damaligen Beratung als Männer (48,5 Prozent).
Als Ansprechpartner im Fall einer Scheidung dominieren weiterhin Juristen. 74,2 Prozent der verheirateten Befragten würden sich juristischen Beistand suchen, 26,6 Prozent Steuerberater. Versicherungsmakler liegen mit nur 2,2 Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz. Dabei könnten gerade sie zur finanziellen Absicherung in der neuen Lebensphase wichtige Beiträge leisten.
Dr. Igor Radović, Vorstand der Canada Life, kommentiert die Ergebnisse so: „Als Canada Life stehen wir hier unterstützend mit fachlicher Expertise und Lösungen zur Seite, damit mehr Menschen gut informiert und finanziell abgesichert der Zukunft entgegen schauen können.“
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