Digitalabschlüsse auf dem Vormarsch – aber Beratung bleibt entscheidend

Veröffentlichung: 10.07.2025, 09:07 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Der digitale Versicherungsabschluss gewinnt an Relevanz. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Im Jahr 2024 wurden 22 % der Verträge über digitale Kanäle abgeschlossen – etwa über Webseiten, Vergleichsportale oder Apps. Damit setzt sich der Trend der Vorjahre fort: 2023 lag der Anteil bei 20 %, 2022 bei 18 %.

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Der digitale Versicherungsabschluss gewinnt an Relevanz (Symbolbild).Der digitale Versicherungsabschluss gewinnt an Relevanz (Symbolbild).DALL-E

Besonders häufig werden Kfz-Versicherungen online abgeschlossen. Der Digitalanteil beträgt hier 29 %. Auch Zusatz- und Auslandsreiseversicherungen innerhalb der privaten Krankenversicherung erreichen mit über 27 % einen hohen Wert. In der privaten Sach-, Unfall- und Haftpflichtversicherung liegt der digitale Abschlussanteil bei über 17 %. Ein erheblicher Teil dieser Verträge wird als sogenannte Embedded Insurance verkauft – also direkt beim Produktkauf, beispielsweise als Geräteschutz oder Garantieverlängerung. Laut GDV stammen etwa 40 % der digital abgeschlossenen Privatkundenverträge aus dieser Sparte.

Trotz wachsender Online-Aktivität bleibt die persönliche Beratung unverzichtbar: 2024 wurden knapp 80 % aller Versicherungsverträge mit persönlicher Unterstützung abgeschlossen. Gerade bei komplexeren, beratungsintensiven Produkten wie Lebensversicherungen oder Krankenvollversicherungen bleibt das individuelle Gespräch entscheidend. In der Lebensversicherung etwa liegt der digitale Anteil aktuell bei nur gut drei Prozent.

GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen betont: „Versicherungen, die direkt beim Kauf eines Produkts mitangeboten werden, spielen eine wachsende Rolle. Gleichzeitig setzen viele Menschen bei existenziellen Risiken weiterhin auf persönliche Beratung.“

Die Versicherer reagieren auf das veränderte Kundenverhalten mit hybriden Lösungen: Der Online-Abschluss wird zunehmend als ergänzender Vertriebsweg etabliert – insbesondere bei Produkten mit geringem Erklärungsbedarf.

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