Überlebensfähigkeit neu gegründeter Unternehmen: Darauf kommt es an

Veröffentlichung: 10.04.2025, 13:04 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Wie lange neu gegründete Unternehmen am Markt bestehen – und welche Faktoren ihre Überlebenschancen maßgeblich beeinflussen – hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn in einer aktuellen Analyse untersucht.

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Leichter Anstieg der Gründungen im Jahr 2024

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 594.500 Gewerbeanmeldungen registriert – ein leichter Anstieg um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darunter befanden sich etwa 120.900 Gründungen mit größerer wirtschaftlicher Substanz, erkennbar an Rechtsform und Beschäftigtenstruktur. Diese wirtschaftlich bedeutsamen Gründungen nahmen gegenüber 2023 um 2,1 Prozent zu. Gleichzeitig wurden rund 99.200 Betriebe dieser Kategorie aufgegeben – ein Zuwachs von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Für eine Volkswirtschaft ist nicht nur die Anzahl der Existenzgründungen wichtig, sondern auch deren Überlebensrate“, betont Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin am IfM Bonn.

Vor diesem Hintergrund hat das IfM Bonn die Entwicklung von Unternehmensgründungen im Zeitraum 2017 bis 2022 ausgewertet. Grundlage der aktuellen Analyse sind die im Jahr 2017 gegründeten Unternehmen. Ziel war es, deren Bestandsentwicklung innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Gründung zu erfassen.

Datengrundlage: Unternehmensregister und Steueranmeldungen

Für die Untersuchung wertet das IfM Bonn regelmäßig die Daten des Statistischen Bundesamtes aus – insbesondere zu gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen, Geschäftsaufgaben und Insolvenzen. Ergänzend berücksichtigt das Institut auch Steueranmeldungen bei den Finanzämtern, um Gründungen in den Freien Berufen sowie in der Land- und Forstwirtschaft zu erfassen. Auf dieser Basis wird die Überlebensquote junger Unternehmen über die ersten fünf Jahre hinweg analysiert.

Überlebensquote nach fünf Jahren

Von den im Jahr 2017 gegründeten Unternehmen waren nach einem Jahr noch 74 Prozent am Markt aktiv. Dieser Anteil sank mit jedem weiteren Jahr. Nach fünf Jahren – also im Jahr 2022 – bestand nur noch ein Anteil von 38,1 Prozent.

Beschäftigtenstruktur als Erfolgsfaktor

Die Analyse zeigt: Die personelle Struktur zum Zeitpunkt der Gründung hat erheblichen Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit. So waren fünf Jahre nach der Gründung noch 49,5 Prozent der Betriebe mit Beschäftigten am Markt aktiv. Bei Solo-Gründungen ohne Mitarbeitende lag die Quote dagegen nur bei 33,7 Prozent. Unternehmen mit Mitarbeitenden verfügen offenbar über stabilere Strukturen und höhere Bestandschancen.

Branchenvergleich: Gesundheitswesen besonders stabil

Ein weiterer zentraler Einflussfaktor ist die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Wirtschaftszweig. Besonders hohe Überlebensraten wiesen Gründungen im Gesundheits- und Sozialwesen auf: Von den 2016 gegründeten Unternehmen dieser Branche waren nach fünf Jahren noch 51,2 Prozent aktiv – der höchste Wert im Branchenvergleich. Es folgte das Verarbeitende Gewerbe mit einer Quote von 44,8 Prozent. Deutlich unter dem Durchschnitt aller Wirtschaftszweige (38,1 Prozent) lag hingegen der Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung: Hier überlebte weniger als ein Drittel der gegründeten Unternehmen die ersten fünf Jahre.

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