Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe: Schwacher Jahresstart

Veröffentlichung: 07.03.2025, 16:03 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Januar 2025 deutlich gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verringerten sie sich gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 7,0 %, nachdem sie im Dezember noch um 5,9 % gestiegen waren.

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Im Dreimonatsvergleich sank der Auftragseingang um 2,4 %Im Dreimonatsvergleich sank der Auftragseingang um 2,4 %Foto: Adobestock

Insbesondere die Inlandsnachfrage brach um 13,2 %ein, was teilweise auf den starken Anstieg im Dezember (+14,0 %) durch Großaufträge zurückzuführen ist. Die Auslandsbestellungen verzeichneten hingegen nur einen moderaten Rückgang von 2,3 %. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen fiel das Minus mit 2,7 % insgesamt weniger drastisch aus.

Hohe Volatilität durch Großaufträge

Wie schon in den Vormonaten zeigen sich erhebliche Schwankungen durch Großaufträge. Besonders ausgeprägt war dies im sonstigen Fahrzeugbau, wo die Bestellungen nach einem Plus von 54,6 % im Dezember im Januar um 17,6 %zurückgingen. Auch andere Branchen verzeichneten teils deutliche Rückgänge, z.B: Daten-, elektrische und optische Geräte (-12,9 %), Maschinenbau (-10,7 %), Chemische Erzeugnisse (-5,2 %), Metallerzeugnisse (-2,2 %). Lediglich die Bereiche elektrische Ausrüstungen (+4,8 %) und Pharmazeutische Erzeugnisse (+0,9 %) konnten zulegen.

Besonders bemerkenswert ist der Rückgang im Maschinenbau, einer Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft. Die sinkenden Bestellungen könnten auf eine anhaltende Investitionszurückhaltung im In- und Ausland hindeuten. Auch die Chemieindustrie leidet unter einer schwachen Nachfrage, insbesondere im Exportgeschäft.

Trübe Perspektiven trotz Stimmungsaufhellung

Im Dreimonatsvergleich sank der Auftragseingang um 2,4 %. Während die Inlandsnachfrage in diesem Zeitraum um 5,8 % zulegte, brachen die Bestellungen aus dem Ausland um 7,3 % ein. Dies verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen im Exportgeschäft, die unter anderem durch eine schwache globale Konjunktur und geopolitische Unsicherheiten bedingt sein könnten.

Zwar haben sich die Stimmungsindikatoren des ifo-Instituts und von S&P Global zuletzt leicht verbessert, doch das Ausgangsniveau bleibt niedrig. Die Unternehmen sehen sich weiterhin mit einer unsicheren wirtschaftspolitischen Lage konfrontiert, was sich insbesondere bei Investitionsgüterproduzenten bemerkbar macht. Höhere Finanzierungskosten und regulatorische Unsicherheiten dürften zusätzlich dazu beitragen, dass sich die Auftragseingänge nur langsam erholen.

Die schwachen Zahlen zum Jahresbeginn zeigen, dass der Industriesektor weiterhin mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen hat. Eine nachhaltige Erholung ist derzeit nicht in Sicht.

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