Trump eskaliert Handelskonflikt mit Jahrhundert-Zöllen
US-Präsident Donald Trump verhängt die höchsten Zölle seit einem Jahrhundert – mit drastischen Folgen für den Welthandel. Experten warnen vor Stagflation, Märkte reagieren nervös. Besonders China und die EU sind betroffen.
Am 2. April 2025 kündigte US-Präsident Donald Trump umfassende Zollmaßnahmen an, die als die bedeutendsten protektionistischen Schritte der USA seit den 1930er Jahren gelten. Diese beinhalten einen allgemeinen Zollsatz von 10 % auf nahezu alle Importe sowie deutlich höhere Abgaben für rund 60 Länder, darunter China, die Europäische Union, Japan und Vietnam. Besonders betroffen ist China mit effektiven Zollsätzen von über 50 % auf viele Waren.
„Liberation Day“: Wirtschaftlicher Befreiungsschlag oder riskanter Kurs?
Trump rechtfertigte die Zölle mit unfairen Handelspraktiken anderer Staaten. In einer Rede erklärte er den 2. April zum „Liberation Day“ und versprach: „Wir werden wieder anfangen, klug zu sein, und wir werden wieder sehr wohlhabend werden.“ Die Maßnahmen seien notwendig, um Arbeitsplätze zu schützen und die heimische Industrie zu stärken.
Ökonomen warnen vor Stagflation und globalem Abschwung
Die wirtschaftspolitischen Reaktionen fielen jedoch kritisch aus. Maeva Cousin und Rana Sajedi von Bloomberg Economics warnten, die Maßnahmen könnten „erhebliche Stagflationsrisiken für die US-Wirtschaft schaffen und große Herausforderungen für Handelspartner darstellen, die von der US-Nachfrage abhängig sind.“ Auch Olu Sonola von Fitch Ratings sprach von einem „Game Changer“ und sieht die Gefahr globaler Rezessionen, falls die Zölle langfristig Bestand haben.
Turbulenzen an den Märkten: Gold hoch, Dollar schwach
Die Finanzmärkte reagierten umgehend: Aktienkurse weltweit gaben deutlich nach, während Gold als sicherer Hafen auf ein Rekordhoch stieg. Der Yen legte zu, der US-Dollar hingegen verlor an Wert. Die Handelsverwerfungen zeigen, wie sensibel die globalen Märkte auf protektionistische Maßnahmen reagieren.
„Viel schlimmer als befürchtet“ – Kritik aus Asien und Europa
Mary Lovely vom Peterson Institute kommentierte, die Zölle seien „viel schlimmer als befürchtet“ und könnten fundamentale Veränderungen im Welthandel anstoßen. Wendy Cutler vom Asia Society Policy Institute ergänzte, besonders asiatische Staaten seien „in der Schusslinie“. Die EU und China kündigten bereits Gegenmaßnahmen an, während Länder wie Japan und Thailand um Verhandlungen bitten.
Trump warnt: Keine Vergeltung, sonst Eskalation
US-Finanzminister Scott Bessent riet eindringlich von Gegenmaßnahmen ab: „Solange Sie nicht zurückschlagen, ist dies die Obergrenze.“ Trump zeigte sich gleichzeitig offen für eine Rücknahme der Zölle – vorausgesetzt, andere Länder bauten ihre Handelsbarrieren ab.
Protektionismus auf Kosten globaler Stabilität
Die Zölle treten am 5. April in Kraft, zusätzliche Maßnahmen folgen am 9. April. Experten warnen vor kurz- und mittelfristigen Belastungen für Unternehmen und Verbraucher weltweit. Trumps protektionistischer Kurs könnte langfristig nicht nur die Handelsbeziehungen, sondern auch die geopolitische Stabilität belasten.
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