Allianz und BlackRock: Wer kauft den Run-Off-Spezialisten Viridium?
Die Viridium-Gruppe, Run-Off-Spezialist für Lebensversicherungen, steht vor einem möglichen Eigentümerwechsel. Laut Berichten von Bloomberg und dem Handelsblatt, über die auch Versicherungsbote berichtete, befinden sich mehrere namhafte Unternehmen in der finalen Phase des Bieterprozesses um den Bestandsabwickler.
Zu den Interessenten zählen unter anderem die Allianz SE sowie ein Konsortium, das von BlackRock Inc. unterstützt wird und zu dem auch der japanische Lebensversicherer T&D Holdings Inc. gehört. Ein weiterer Bieter ist eine Gruppe bestehend aus DWS, Prudential Financial und PG3, dem Family Office der Gründer der Partners Group. Zudem sollen das Private-Equity-Unternehmen CVC Capital Partners und der Run-Off-Spezialist Athora in der Endrunde des Bieterverfahrens sein.
Der bisherige Mehrheitseigentümer von Viridium, die Beteiligungsgesellschaft Cinven, sowie die Mitgesellschafter Generali und Hannover Rück streben einen Verkauf an. Hintergrund sind Bedenken der Finanzaufsicht BaFin, weiteren Bestandskäufen durch eine Run-Off-Plattform zuzustimmen, die mehrheitlich einer Private-Equity-Gesellschaft gehört. Cinven hatte in der Vergangenheit beim italienischen Lebensversicherer Eurovita für negative Schlagzeilen gesorgt, als das Unternehmen in finanzielle Schieflage geriet und Cinven sich weigerte, neues Kapital bereitzustellen. Dies führte schließlich zur Zerschlagung von Eurovita und beeinflusste die Entscheidung der BaFin, einen Bestandsverkauf von Zurich-Lebensversicherungen an Viridium abzulehnen.
Die Gespräche befinden sich derzeit in einem fortgeschrittenen Stadium, jedoch haben sich weder Viridium noch die potenziellen Bieter öffentlich zu den Verhandlungen geäußert. Laut Bloomberg könnten sich die Unternehmen trotz der laufenden Gespräche noch gegen einen Deal entscheiden.
Viridium verwaltet aktuell rund 3,4 Millionen Lebensversicherungsverträge mit Kapitalanlagen von etwa 67 Milliarden Euro. Das Unternehmen übernimmt Lebensversicherungsbestände von Versicherungskonzernen, die sich davon trennen wollen, und führt diese bis zum Ablauf der Verträge weiter.
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