Cybercrime: Neue Betrugsmaschen setzen Internetnutzer unter Druck

Veröffentlichung: 11.03.2025, 05:03 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Cyberkriminelle entwickeln immer raffiniertere Betrugsmethoden. Neben Phishing und Schadsoftware gewinnen neue Angriffsformen wie „Quishing“ an Bedeutung. Die finanziellen Schäden für Betroffene steigen.

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Beim sogenannten „Quishing“ platzieren Täter manipulierte QR-Codes auf vermeintlich amtlichen Dokumenten oder Strafzetteln.Beim sogenannten „Quishing“ platzieren Täter manipulierte QR-Codes auf vermeintlich amtlichen Dokumenten oder Strafzetteln.geralt / pixabay

Die digitale Bedrohungslage bleibt ernst: Laut einer aktuellen Bitkom-Studie wurden in den vergangenen 12 Monaten 61 Prozent der Internetnutzer Opfer von Cyberkriminalität. Besonders besorgniserregend sind neue Betrugsformen, bei denen Offline- und Online-Welt kombiniert werden. Beim sogenannten „Quishing“ platzieren Täter manipulierte QR-Codes auf vermeintlich amtlichen Dokumenten oder Strafzetteln. Scannen Betroffene den Code, werden sie auf betrügerische Websites geleitet und zur Eingabe persönlicher Daten oder zur Zahlung von Gebühren verleitet.

„Betrug mit QR-Codes ist ein Beispiel dafür, wie Cyberkriminelle immer neue Wege finden, um Menschen zu täuschen und ihnen Schaden zuzufügen“, warnt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Er fordert mehr Aufklärung über diese neuen Methoden und eine verstärkte Zusammenarbeit von Wirtschaft und Behörden zur Bekämpfung von Online-Kriminalität.

Die häufigsten Angriffsarten:

  • Betrug beim Online-Shopping (36 Prozent)
  • Phishing-Angriffe per Mail oder SMS (30 Prozent)
  • Schadsoftware-Infektionen (24 Prozent)
  • Ausspähen von Zugangsdaten (9 Prozent)
  • Deepfake-Betrug (3 Prozent)

Finanzielle Schäden und niedrige Anzeigebereitschaft

Die Studie zeigt auch, dass die finanziellen Folgen von Cyberangriffen erheblich sind. Im Durchschnitt entsteht Betroffenen ein Schaden von 219 Euro. Während 60 Prozent der Opfer finanzielle Verluste hinnehmen mussten, blieb ein Viertel ohne wirtschaftliche Schäden. Auffällig ist zudem die niedrige Anzeigebereitschaft: Nur 26 Prozent der Geschädigten erstatteten Strafanzeige. Stattdessen versuchten viele, sich durch verändertes Verhalten zu schützen – 39 Prozent änderten Passwörter oder Sicherheitsinformationen, 12 Prozent löschten oder deaktivierten ihre Online-Accounts.
Angesichts der anhaltend hohen Bedrohungslage mahnt Bitkom zu mehr Cybersicherheitsbewusstsein und konsequenter Strafverfolgung. Behörden und Unternehmen müssten verstärkt zusammenarbeiten, um Verbraucher und Unternehmen wirksam zu schützen.

Über die Studie:
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.115 Personen ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch befragt, darunter 1.021 Personen, die das Internet nutzen. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 49 2024 bis KW 2 2025 statt. Die Umfrage ist repräsentativ.

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