Cyberstudie: Heilberufe unterschätzen Präventionspotenzial – Angriffsziel Patientendaten

Veröffentlichung: 19.06.2025, 12:06 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Cyberangriffe auf Arztpraxen und andere Heilberufe sind keine Ausnahme mehr, sondern Teil einer bedrohlichen Normalität – das zeigt die aktuelle Cyberstudie 2024 der HDI Versicherung. Gerade die besonders sensiblen Patientendaten rücken medizinische Einrichtungen verstärkt ins Visier von Cyberkriminellen.

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Sören Brokamp, Leiter Produktmanagement und Underwriting Cyber der HDI VersicherungSören Brokamp, Leiter Produktmanagement und Underwriting Cyber der HDI VersicherungHDI

Für die Studie wurden gezielt über 130 Angehörige von Heilwesen-Berufen befragt. 36 Prozent von ihnen halten es für wahrscheinlich, in den nächsten zwei Jahren Opfer eines Angriffs zu werden – 38 Prozent gaben an, bereits attackiert worden zu sein. Zwar liegt dieser Wert unter dem Gesamtdurchschnitt (53 %), doch Entwarnung wäre fehl am Platz. Denn die Angriffe auf das Gesundheitswesen haben häufig weitreichende Folgen.

Besonders kritisch: Betriebsunterbrechungen nach einem Cybervorfall dauern in Arztpraxen und vergleichbaren Einrichtungen mit durchschnittlich 5,3 Tagen deutlich länger als im Branchenschnitt (4,2 Tage). Gleichzeitig schätzen 46 Prozent der Befragten die Gefahr durch Datenverluste oder -diebstahl als besonders hoch ein – ein im Vergleich überdurchschnittlicher Wert.

Einen Unterschied zur Gesamtmenge zeigt die Studie bei der Art der Angriffe: Während E-Mail-Anhänge mit Schadsoftware die häufigste Angriffsmethode sind (26 %), gaben nur 18 Prozent an, schon einmal durch gefälschte Identitäten getäuscht worden zu sein – deutlich weniger als im Gesamtdurchschnitt (27 %).

In puncto Prävention zeigt sich ein gemischtes Bild. Während Basismaßnahmen wie Sicherheitsupdates oder Datensicherung regelmäßig umgesetzt werden, hapert es bei spezifischen Schutzmaßnahmen. Nur 23 Prozent führen regelmäßig simulierte E-Mail-Angriffe zur Schulung durch (Gesamtdurchschnitt: 33 %). Auch bei der Multi-Faktor-Authentifizierung besteht Nachholbedarf: Lediglich 45 Prozent der Heilberufe setzen sie ein, gegenüber 58 Prozent in der Gesamtgruppe.

HDI-Cyberexperte Sören Brokamp betont die zentrale Rolle der Nutzer: „Technische Maßnahmen sind essenziell – aber der größte Hebel bleibt die Schulung von Mitarbeitenden.“ Gerade im Zuge wachsender Digitalisierung und dem Einzug von KI in medizinische Prozesse sei die menschliche Schwachstelle ein zentrales Risiko.

Die komplette Studie steht als Download auf www.hdi.de/cyberstudie2024 zur Verfügung.

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