Altersarmut bleibt große Sorge: Besonders Frauen betroffen

Veröffentlichung: 03.12.2024, 11:12 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Fast jeder fünfte Deutsche über 65 Jahre ist armutsgefährdet. Laut der Studie „Die Ängste der Deutschen 2024“ fürchten 40 Prozent der Menschen, ihren Lebensstandard im Alter nicht halten zu können – bei Frauen ist die Sorge besonders ausgeprägt.

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Die Angst vor Altersarmut ist bei Frauen mit 43 Prozent deutlich höher ist als bei Männern mit 37 Prozent (Symbolbild).Die Angst vor Altersarmut ist bei Frauen mit 43 Prozent deutlich höher ist als bei Männern mit 37 Prozent (Symbolbild).DALL-E

Fast jeder fünfte Deutsche über 65 Jahre ist armutsgefährdet – ein Anteil, der deutlich höher liegt als in anderen Altersgruppen. Kein Wunder also, dass viele Menschen besorgt sind: 40 Prozent der Deutschen fürchten, ihren Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Dies ergab die Studie „Die Ängste der Deutschen 2024“, für die das R+V-Infocenter seit 1992 jährlich rund 2.400 Menschen zu ihren größten Sorgen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit befragt.

Frauen besonders betroffen

Auffällig ist, dass die Angst vor Altersarmut bei Frauen mit 43 Prozent deutlich höher ist als bei Männern mit 37 Prozent. Dies spiegelt die Realität wider, da Frauen häufiger in sogenannte „Rentenfallen“ geraten. „Mütter arbeiten vielfach in Teilzeit oder pausieren ganz oder zeitweise im Berufsleben“, erklärt Daniela Steinle, Vorsorge-Expertin der R+V Versicherung. Zudem besteht ein Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen. Laut Statistischem Bundesamt sind die Alterseinkünfte von Frauen durchschnittlich mehr als ein Viertel niedriger als die von Männern. Zu den Alterseinkünften zählen Alters- und Hinterbliebenenrenten sowie Renten aus individueller privater Vorsorge. „Damit verbunden ist ein deutlich höheres Armutsrisiko. Fast 21 Prozent der Frauen ab 65 sind armutsgefährdet, bei den Männern derselben Altersgruppe sind es rund 16 Prozent“, ergänzt Steinle.

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Regionale Unterschiede und Altersgruppen

In Ostdeutschland ist die Angst vor Altersarmut mit 41 Prozent etwas ausgeprägter als in Westdeutschland mit 39 Prozent. Am geringsten ist die Sorge um den Lebensstandard mit 27 Prozent bei den 14- bis 19-Jährigen – den jüngsten Befragten der Studie. Am größten ist die Angst bei den 40- bis 59-Jährigen mit 45 Prozent. Ab 60 Jahren nimmt die Angst dann wieder auf 39 Prozent ab.

Die sieben größten Ängste der Deutschen 2024

Laut der Studie „Die Ängste der Deutschen 2024“ sind die folgenden Sorgen am weitesten verbreitet:

  1. Steigende Lebenshaltungskosten: 57 Prozent der Befragten fürchten sich vor höheren Ausgaben für den täglichen Bedarf.
  2. Überforderung des Staates durch die Zahl der Geflüchteten: 56 Prozent sehen hierin eine große Herausforderung.
  3. Unbezahlbarer Wohnraum: 51 Prozent haben Angst, dass Wohnen in Deutschland unerschwinglich wird.
  4. Spannungen durch Zuzug ausländischer Menschen: 51 Prozent befürchten gesellschaftliche Konflikte.
  5. Steuererhöhungen oder Leistungskürzungen: 50 Prozent sorgen sich vor finanziellen Nachteilen durch staatliche Maßnahmen.
  6. Politischer Extremismus: 46 Prozent haben Angst vor dem Erstarken extremistischer Strömungen.
  7. Verschlechterung der Wirtschaftslage: 45 Prozent befürchten eine Rezession.
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