DORA-Verordnung: Aufschub der Informationsregister-Abgabe

Veröffentlichung: 21.11.2024, 09:11 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die ESAs verschieben die Frist für das DORA-Informationsregister auf den 30. April 2025. Während ein EU-weiter Testlauf die Komplexität des Registers offenlegte, könnten smarte Softwarelösungen Finanzunternehmen entscheidend unterstützen – von der Automatisierung bis zur Fehlervermeidung.

(PDF)
Robin Schmeisser, Geschäftsführer der Fabasoft Contracts GmbHRobin Schmeisser, Geschäftsführer der Fabasoft Contracts GmbHFabasoft

Die Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) haben eine Verschiebung der Einreichfrist der Informationsregister auf 30. April 2025 bekanntgegeben. Grund dafür ist u. a. die Verzögerung bei der Finalisierung der technischen Implementierungsstandards (ITS). Den Aufschub dürften viele Finanzunternehmen begrüßen. Besonders der EU-weite „Dry Run“ – der Testlauf zur Erstellung des Informationsregisters – hat gezeigt, wie vielschichtig das Register ist und wie aufwendig sich die manuelle Erstellung und Wartung gestaltet. Mit den richtigen, digitalen Tools können es Finanzunternehmen rechtzeitig schaffen, ihren Berichtspflichten bis zur neuen Frist vollständig und ressourcenschonend nachzukommen.

„Der Versuch, das Informationsregister mittels Microsoft Excel umzusetzen, stellte sich für viele als Irrweg heraus – was auch jene Finanzunternehmen bestätigten, die den Dry Run der ESAs absolvierten“, so Robin Schmeisser, Geschäftsführer der Fabasoft Contracts GmbH. Der Testlauf bot die Gelegenheit, eine erste Version des Informationsregisters zu erstellen und an die Behörden zu übermitteln. Eine nützliche Möglichkeit, sich den aktuellen Status der eigenen Prozesse und die damit einhergehenden Aufgaben zu vergegenwärtigen.

Deutschlands mangelnde Teilnahme am DORA-Dry Run

Zusätzlich hat der Testlauf relevante Detailfragen an die Oberfläche gebracht, die es nun intern sowie mit den Behörden zu klären gilt. Während in Österreich mehrere Hundert Betriebe an der Generalprobe teilnahmen, nutzte der Großteil des deutschen Finanzsektors mit nur 44 Mitwirkenden die Chance auf diese wertvollen Erfahrungen nicht. Dies könnte in der finalen Vorbereitungsphase einen erheblichen Nachteil bedeuten.

Mit smarter Software Outsourcingprozesse automatisieren

Das Informationsregister dient zur Übersicht über alle IKT-Dienstleistungen, die ein Finanzunternehmen von Drittanbietern bezieht. Es besteht aus fünfzehn unterschiedlichen Tabellen, die inhaltlich an zahlreichen Stellen ineinandergreifen. Bis dato setzten die meisten Unternehmen bei der Berichtserstellung auf herkömmliche Tabellenkalkulationsprogramme, die eine manuelle Befüllung der Datenfelder erfordern. Ändert sich ein bestimmtes Detail, müssen die Verantwortlichen diese an jeder Stelle einzeln ausbessern. Das Resultat: Ein enorm hoher Bearbeitungsaufwand sowie Übertragungsfehler und Inkonsistenzen. „Mit einer smarten, auf DORA spezialisierten Software lässt sich das geforderte Informationsregister auf Knopfdruck generieren“, erklärt Schmeisser. „Sind alle relevanten Informationen von Beginn an digital erfasst, ermöglicht dies die Automatisierung des gesamten Outsourcingprozesses eines Lieferanten sowie aller nachfolgenden Aktivitäten.“ Die Daten gelangen dabei automatisch aus den digitalen Akten in den vorbereiteten Bericht.

Grundlage dafür sind zum Großteil Informationen aus den bestehenden Verträgen mit den IKT-Dienstleistern. Etwa sämtliche relevanten Angaben zum Lieferanten, zur festgelegten Leistung, zu involvierten Subunternehmen u. v. m. Außerdem berechnet das System selbstständig Inhalte aus bereits bekannten Daten. Das Ergebnis ist ein stets synchronisiertes, digitales Informationsregister, das sich im vorgegebenen Datenformat exportieren und einfach mit den Behörden teilen lässt. „Dies spart wertvolle Ressourcen, erhöht die Transparenz, minimiert Risiken und sorgt für eine jederzeitige Auskunftsfähigkeit“, so Schmeisser.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Robin-Schmeisser-Fabasoft-Portrait_WSRobin-Schmeisser-Fabasoft-Portrait_WSRobin Schmeisser, Geschäftsführer Fabasoft Contracts GmbHFabasoft
Tools

DORA-Compliance mit KI-basierter Software sicherstellen

„Fabasoft DORA“ unterstützt Finanzunternehmen dabei, die Anforderungen des Digital Operational Resilience Act (DORA) der EU mit einem digitalen Auslagerungsmanagements zu erfüllen.
Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und Regulierung erhöhen die Risiken im Auslandsgeschäft und erschweren die Planung für Unternehmen.Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und Regulierung erhöhen die Risiken im Auslandsgeschäft und erschweren die Planung für Unternehmen.Redaktion experten.de / KI-generiert
International

„Die Risiken im Auslandsgeschäft nehmen spürbar zu“

Handelskonflikte, Regulierung und geopolitische Spannungen erhöhen die Unsicherheit im internationalen Geschäft. Für Unternehmen wächst damit auch der Bedarf an Risikomanagement und Absicherung.
Einzelhändler setzen zunehmend auf Videoüberwachung und KI, stoßen bei der Prävention von Ladendiebstahl jedoch auf rechtliche Grenzen und begrenzten Handlungsspielraum.Einzelhändler setzen zunehmend auf Videoüberwachung und KI, stoßen bei der Prävention von Ladendiebstahl jedoch auf rechtliche Grenzen und begrenzten Handlungsspielraum.Redaktion experten.de / KI-generiert
Wirtschaft

Wenn der Staat sich zurückzieht: Warum Händler bei Sicherheit auf sich allein gestellt sind

Ladendiebstahl nimmt zu, Täter agieren professioneller – und Händler setzen verstärkt auf Kameras und KI. Doch ausgerechnet bei der Prävention stoßen sie auf rechtliche Grenzen. Eine aktuelle Studie zeigt: Die Verantwortung für Sicherheit verlagert sich zunehmend auf Unternehmen, während ihr Handlungsspielraum begrenzt bleibt.
Uneinheitliche Regulierung: Unternehmen stehen bei Cyber-Bußgeldern vor einem fragmentierten rechtlichen Umfeld, das die Versicherbarkeit je nach Land unterschiedlich bewertet.Uneinheitliche Regulierung: Unternehmen stehen bei Cyber-Bußgeldern vor einem fragmentierten rechtlichen Umfeld, das die Versicherbarkeit je nach Land unterschiedlich bewertet.Redaktion experten.de / KI-generiert
Cyber

Cyber-Bußgelder: Versicherbarkeit bleibt im Flickenteppich der Regulierung

Cyberrisiken treffen Unternehmen zunehmend nicht nur technisch, sondern auch regulatorisch. Eine neue Analyse von Aon und A&O Shearman zeigt: Bußgelder und Sanktionen gewinnen an Bedeutung – ihre Versicherbarkeit bleibt jedoch uneinheitlich. Besonders in Europa wächst der Druck durch neue Regelwerke.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht