Steigende Zinsen identifizieren Qualitätsunternehmen
Zu Beginn des Jahres war die US-Notenbank Fed auf dem Weg, die Zinsen schrittweise wieder anzuheben. Doch angesichts der anhaltend hohen Inflationszahlen und des Marktes, der nach weiteren Erhöhungen verlangt, erleben wir eine deutliche Verschiebung hin zu mehr Aggressivität.
Ein Marktkommentar von Matthew Benkendorf, CIO von Vontobel Quality Growth.
Es wird erwartet, dass die Fed zum ersten Mal seit langer Zeit die Zinsen nicht nur um 25 Basispunkte, sondern um mindestens 50 oder möglicherweise sogar 75 Basispunkte anheben wird.
Mit einem derart aggressiveren Vorstoß bei den Zinserhöhungen ist es sehr wahrscheinlich, dass die Inflation allein durch den Jahresvergleich wieder zu sinken beginnt, selbst wenn sich die Konsumentenpreise nicht ändern. Nach der erwarteten Zinserhöhung durch die Fed in dieser Woche und wahrscheinlich einer weiteren danach, besteht zudem die Möglichkeit eines Stimmungsumschwungs an den Märkten.
Die Märkte werden zwar vorerst wohl weiter volatil bleiben, aber das, was wir im Rahmen der Berichtssaison für das erste Quartal bisher gesehen haben und im weiteren Verlauf des Jahres noch sehen werden, deutet darauf hin, dass robustere Unternehmen in der Lage sein werden, beständigere und stärkere Ergebnisse zu liefern. Gleichzeitig könnten und sollten einige der teureren Aktien auf dem Markt endlich im Preis sinken.
Einige der sogenannten "Lieblinge" der Aktionäre haben Probleme oder beginnen, schnell gegen eine Wand zu fahren. Dabei ist es wahrscheinlich, dass wir allmählich ein realistischeres Szenario sehen werden, in welchem sich die qualitativ hochwertigeren Unternehmen identifiziert lassen. Qualitätsunternehmen mit hohen Gewinnspannen können Kostensteigerungen und Inflation auffangen.
Anleger sollten sich daher auf Unternehmen mit einem breiten Burggraben, Vorteilen beim geistigen Eigentum (Intellectual property, kurz IP), starken Marken und soliden Bilanzen konzentrieren. Angesichts der steigenden Rohstoffpreise, der Lohninflation und Problemen bei den Lieferketten wird außerdem die Preissetzungsmacht wichtig sein.
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