Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung veröffentlicht in diesem Jahr zum fünften Mal in Folge die Ergebnisse seines Fondspolicen-Nachhaltigkeitsrating. Die Untersuchung zeigt eine gewisse Stagnation im Bereich der Nachhaltigkeit, was unter anderem auf die zunehmende Komplexität der regulatorischen Anforderungen zurückzuführen ist.
„Wie so oft wird einem interessanten Thema durch starke Komplexität die Attraktivität genommen,“ so Georg Goedeckemeyer, Leiter Rating. „Dennoch bleibt nachhaltige Geldanlage aus unserer Sicht hochgradig relevant und muss in die moderne Vorsorgeberatung integriert werden.“ Andreas Kick, Prokurist und Partner des IVFP, fügt hinzu. „Diese Komplexität der Regulierungen erschwert es Berater*innen und Kund*innen, ein zielorientiertes Beratungsgespräch über den Abschluss eines Altersvorsorgevertrages zu führen. Das liegt insbesondere an der für Kund*innen ungewohnten (und schwer vermittelbaren) Terminologie, deren Einordnung für Laien kaum möglich ist“.
Warum es dennoch sinnvoll und geradezu notwendig ist, sich gerade jetzt mit dem Thema auseinanderzusetzen, beleuchten Andreas Kick (IVFP) und Martin Stenger (Franklin Templeton) in ihrem gemeinsamen IVFP-Blogbeitrag: „Nachhaltigkeit in der Finanzindustrie – Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen!“.
Das Fondspolicen-Nachhaltigkeits-Rating des IVFP soll dazu beitragen, im Bereich nachhaltiger, fondsbasierter Altersvorsorgelösungen für mehr Klarheit zu sorgen. Dabei wird das im vergangenen Jahr eingeführte Bewertungsschema verwendet, das die Fondspaletten der untersuchten Tarife in die Kategorien „Aktiv“ und „Selektiv“ einteilt und anschließend im Benchmark-Verfahren bewertet. Die Tarife der Kategorie „Aktiv“ sind auf kapitalmarktaffine Anleger ausgerichtet, die eine für sie optimale Allokation unter verschiedenen (Nachhaltigkeits-)Aspekten definieren möchten. Dazu ist eine große Fondsauswahl über verschiedene Länder, Themen, Regionen und natürlich Nachhaltigkeitsansätze hinweg erforderlich. Dagegen sprechen Tarife der Kategorie „Selektiv“ jene Kund:innen an, die sich auf die „Hausempfehlung“ des jeweiligen Versicherers verlassen möchten und deshalb eine stärker selektierte Fondsauswahl bevorzugen.
Das IVFP hat wieder insgesamt über 44 Anbieter und 162 Tarife in den Kategorien Privatrente, Basisrente und bAV untersucht.
„Nachhaltige Geldanlage ist aus unserer Sicht mehr als nur ein Trend – sie ist ein essenzieller Bestandteil einer modernen Vorsorgeberatung,“ betont Georg Goedeckemeyer, Leiter Rating. „Unser Rating bietet den Anlegern wertvolle Orientierungshilfen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.“
Themen:
LESEN SIE AUCH
Die Rolle von Ratings in der Vorsorgeberatung
IVFP prüft Fondspolicen auf Nachhaltigkeit – jetzt noch umfassender
Eine große Neuerung des Ratings besteht darin, dass erstmals auch das Fondsangebot von Basisrententarifen und Tarifen in der bAV untersucht wurde. Das IVFP hat somit insgesamt über 41 Anbieter und 159 Tarife in den Kategorien Privatrente, Basisrente und bAV untersucht und eine hohe Zahl an Top-Tarifen ermittelt.
IVFP veröffentlicht Fondspolicen-Nachhaltigkeits-Rating
Versicherer und Nachhaltigkeit: Ein Spiel von Licht und Schatten
Die Versicherungsbranche spielt eine zentrale Rolle im Umgang mit langfristigen Risiken durch Klimawandel und gesellschaftliche Veränderungen. Doch nicht alles ist rosig...
Neues IVFP Rating zur Grundfähigkeitsversicherung
Bei der Wahl einer Grundfähigkeitsversicherung (GFV) ist es entscheidend, die Angebotskonzepte der Versicherer zu verstehen. Doch wie unterscheiden sie sich? Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat dazu erstmals ein umfassendes Rating erstellt.
IVFP mit Update des AltersvorsorgePLANER
Pünktlich vor Jahresende gibt es ein Softwareupdate der IVFP Beratungssoftware fairadvisor.net. Das IVFP stellt mit seinen Softwarelösungen optimale Tools zur Verfügung, die gezielt für Ihren Beratungsalltag entwickelt wurden. Das sind die neuen Mehrwerte.
Nachhaltigkeit: Versicherer messen Treibhausgasemissionen
Der ESG-Report 2024 von Franke und Bornberg zeigt deutliche Fortschritte der Versicherungsbranche in Sachen Nachhaltigkeit. Immer mehr Versicherer messen ihren CO₂-Fußabdruck, senken den Stromverbrauch und investieren in nachhaltige Transformationsprojekte.
Nachhaltigkeit in der Versicherungsbranche: Mehr Aufgaben, weniger Ressourcen
Das German Sustainability Network hat die Ergebnisse ihrer aktuellen Befragung zur Nachhaltigkeit in der Versicherungsbranche veröffentlicht. Überraschend ist, dass weniger als die Hälfte der Versicherungsunternehmen plant, die personellen Ressourcen für Nachhaltigkeitsthemen zu erhöhen.
Energieunabhängigkeit im Eigenheim: So gelingt die optimale Nutzung von Solarstrom
Steigende Energiekosten und das wachsende Umweltbewusstsein treiben immer mehr Hausbesitzer dazu, nach Möglichkeiten zur Eigenstromnutzung zu suchen. Dabei bietet die Kombination aus Solaranlage mit Wallbox eine nachhaltige und zukunftssichere Lösung.Diese Technologien ermöglichen es, den erzeugten Solarstrom zur Versorgung des Haushalts sowie zum Laden eines Elektrofahrzeugs zu nutzen. Dadurch kann eine maximale Energieautarkie erreicht werden.
Gut verpackt – Grundlagen für nachhaltigen Versandhandel
Der Online-Handel boomt: 4,175 Milliarden Sendungen wurden im Jahr 2024 befördert. Für eine nachhaltige Gestaltung des E-Commerce spielen sowohl die Beförderungsart als auch die Verpackungen eine wichtige Rolle.
ÖKOWORLD veröffentlicht Engagement-Report
ÖKOWORLD veröffentlicht den ersten Engagement-Report, der denn Austausch mit 217 Unternehmen im Jahr 2023 zu deren Nachhaltigkeitsstrategien dokumentiert. Die Aktivitäten bezogen sich zu 24 Prozent auf Menschen- und Arbeitnehmerrechte, zu je 15 Prozent auf das Geschäftsmodell, auf ökologisches Produktdesign und Kreislaufwirtschaft, zu 14 Prozent auf Klimaschutz und Treibhausgasemissionen sowie zu 32 Prozent auf weitere Themen.
ESG-Regulierung: Banken und Versicherer bieten Orientierungshilfe zum Datenbedarf
GDV, VÖB und der Bankenverband legen einen gemeinsamen ESG-Datenkatalog vor: Zielgruppe sind Unternehmen, die durch die Corporate Sustainability Reporting Directive verpflichtet werden, über Nachhaltigkeitsaspekte zu berichten.