Altersvorsorge: Immobilien genießen das größte Vertrauen

Mehr als die Hälfte der Berufstätigen in Deutschland hat im Hinblick auf die Altersvorsorge das meiste Vertrauen in ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung. Bei der gesetzlichen Rente ist das nur bei jedem Fünften der Fall. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage der HDI Lebensversicherung hervor.

Damit liegt die gesetzliche Rente unter insgesamt zehn zur Auswahl stehenden klassischen Möglichkeiten hinter privaten Lebens- oder Rentenversicherungen, denen 24 Prozent der Befragten vertrauen. Im Vertrauens-Ranking bedeutet dies für die gesetzliche Rente nur Platz drei.

Corona-Erfahrung mit deutlichem Einfluss bei Einschätzungen

Bei jedem dritten Berufstätigen ist während der Covid-19-Pandemie das Vertrauen in eine eigene Immobilie als Altersvorsorge gestiegen. Bei Sparkonten und der gesetzlichen Rente hingegen hat jeder vierte Beschäftigte Vertrauen verloren.

Aktien, Anleihen und Fonds werden heute von jedem fünften Berufstätigen (19 Prozent) als Form der Altersvorsorge genannt, zu der am meisten Vertrauen besteht. Sie liegen damit deutlich etwa vor Spareinlagen (14 Prozent) oder Wertgegenständen wie Gold oder Schmuck (13 Prozent). Bei jungen Berufstätigen und denen ab 65 Jahren sind die Vertrauenswerte für Wertpapiere sogar noch deutlich höher als bei den übrigen.

Dr. Patrick Dahmen, Vorstandsvorsitzender der HDI Lebensversicherung, dazu:

„Die Mär von Börsen-Papieren als Teufelswerk verfängt insbesondere bei jungen Berufstätigen nicht mehr länger. Die Corona-Erfahrung macht vielmehr Anlagen am Kapitalmarkt besonders im Rahmen von Vorsorgeprodukten noch interessanter. Das ist ein wesentlicher Befund unserer Befragung.“

Berufstätige unter 45: Mehr Vertrauen in Aktien in gesetzliche Rente

Inzwischen haben 20 Prozent der Erwerbstätigen unter 45 Jahren das größte Vertrauen in Aktien, Anleihen und Fonds beim Aufbau der Altersvorsorge. Die gesetzliche Rente dagegen hat in der Corona-Zeit per saldo stark an Vertrauen verloren. Im Ergebnis sehen jetzt nur noch 16 Prozent der Befragten die gesetzliche Rente als vertrauenswürdigste Altersvorsorgeform an.

Bei Beschäftigten ab 45 Jahren sind es fast doppelt so viele (30 Prozent). Aber auch hier hat die gesetzliche Rente in der Corona-Zeit viel Zutrauen eingebüßt.

Dr. Patrick Dahmen sagt:

„Offenkundig vollzieht sich ein Generationswechsel bei der Altersvorsorge: Die langfristigen Chancen kapitalmarktbasierter Angebote wie insbesondere Aktien und Fonds werden höher gewichtet als die kurz- und mittelfristig möglichen Kursschwankungen an der Börse. Diesem Wandel tragen wir bei der Entwicklung neuer Vorsorgeprodukte aktuell verstärkt Rechnung.“

Frauen weniger Vertrauen in Wertpapiere und gesetzliche Rente als Männer

Fast doppelt so häufig werden Aktien, Fonds und Anleihen von berufstätigen Männern als vertrauenswürdigste Vorsorgeform (24 Prozent) eingeschätzt als von Frauen (13 Prozent).

Bei der Beurteilung anderer Vorsorgeformen sind sich beide Geschlechter – bis auf zwei Ausnahmen – weitgehend einig: So haben immerhin 15 Prozent der berufstätigen Männer das größte Vertrauen beim Aufbau einer Altersvorsorge in Wertgegenstände wie etwa Gold, Schmuck, Kunst oder Antiquitäten. Frauen sehen das mit 11 Prozent deutlich seltener so. Zudem haben nur 19 Prozent der berufstätigen Frauen das größte Vertrauen bei der Altersvorsorge in die gesetzliche Rente. Unter berufstätigen Männern sind es hingegen 24 Prozent.

Immobilien, Gold und Schmuck: Regionale Unterschiede

Auch wenn ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung im Osten wie im Westen Deutschlands als vertrauenswürdigste Vorsorgeform gesehen werden, ist dies im Westen mit 53 Prozent der Beschäftigten deutlich häufiger der Fall als im Osten mit 45 Prozent.

Die größten Immobilien-Fans wohnen dabei in Rheinland-Pfalz sowie Hessen (je 59 Prozent). In Rheinland-Pfalz werden auch vermietete Immobilien so häufig wie sonst nirgends in Deutschland als vertrauenswürdigste Form der Altersvorsorge angesehen.

Bei Aktien, Fonds oder Anleihen zur Altersvorsorge zeigt sich ein Gefälle zwischen alten und neuen Bundesländern. So haben etwa in Hamburg und Berlin mit 22 Prozent wesentlich mehr Beschäftigte das größte Vertrauen in diese Vorsorgeform als in Mecklenburg-Vorpommern (12 Prozent) oder Sachsen-Anhalt (14 Prozent).

Das Zutrauen in Wertgegenstände wie Gold, Schmuck, Kunst oder Antiquitäten als Altersvorsorge ist im Osten hingegen größer als im Westen. Deutlicher Spitzenreiter sind die Sachsen: Exakt jeder fünfte setzt hier in diese Anlageform das meiste Vertrauen bei der Altersvorsorge (20 Prozent).

 

Bild: © Andrey Popov – stock.adobe.com

Themen: