Schnell und kundenzentriert: So funktioniert die Entwicklung digitaler Produkte bei HDI

Assekuranzen, die Kunden attraktive Onlineangebote zur Verfügung stellen können, sind derzeit deutlich im Vorteil. Wie die zeitnahe Entwicklung selbst hochkomplexer Lösungen gelingt, zeigt der Avenga-Kunde HDI mit der Abschlussstrecke TAA (Tarifierung-Antrag-Angebot) für Freie Berufe.

Die Versicherungswirtschaft galt in Deutschland lange als Vorreiter der Digitalisierung. Heute stellen die teilweise bereits vor Jahrzehnten implementierten IT-Systeme jedoch eine enorme Herausforderung bei der Entwicklung digitaler Produkte und Services dar. Denn die historisch gewachsenen IT-Landschaften, die auf Stabilität und Sicherheit ausgerichtet sind und einen reibungslosen Ablauf des alltäglichen Geschäfts sowie die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen garantieren, passen nicht länger zu den gestiegenen und sich immer schneller wandelnden Bedürfnissen ihrer Kunden. Mehr noch: Sie erschweren die Modernisierung und Entwicklung zeitgemäßer Onlineangebote.

Dass diese inzwischen unabdingbar sind, zeigen zahllose Studien. Dem World Insurance Report 2020 zufolge beispielsweise setzen generationsübergreifend immer mehr Verbraucher auf digitale Kanäle, sei es um an Informationen zu kommen, Versicherungsprodukte zu kaufen oder Transaktionen zu tätigen. Zwar ist der persönliche Berater noch immer mit Abstand der favorisierte Kontaktpunkt, vor allem bei erklärungsbedürftigen Produkten. Allerdings verschiebt sich gemäß der KUBUS-Studie 2019 auch die persönliche Beratung zusehends ins Digitale. Aus der aktuellen Online-Umfrage „Der digitalisierte Makler“ geht hervor: Auch drei Viertel der Makler wollen das Geschäft auf digitale Beine stellen.

Durch die Trennung von Front- und Backend und MVPs zu schneller Marktreife

Bei der technischen Umsetzung kundenfreundlicher Produkte und Services sehen sich viele Assekuranzen jedoch mit einer großen Herausforderung konfrontiert: Damit Softwarelösungen Prozesse vereinfachen können, müssen ihre digitalen Schnittstellen (Frontends) auf Daten in den eingangs erwähnten Kernsystemen zugreifen, deren Umbau extrem zeit- und kostenintensiv ist.

Richten sich die Nutzeroberflächen nach den hier etablierten Prozessen für den Datenaustausch, wird die Nutzererfahrung oft stark negativ beeinflusst. Als Lösung eignet sich darum die Einführung einer zusätzlichen Softwareschicht zwischen den IT-Systemen im Back- und Frontend, die als eigenständige Entwicklungsebene fungiert und Daten aller Art bidirektional übermittelt. So können neue Lösungen frei von den technischen Vorgaben im Backend entwickelt werden.

Um nutzerzentrierte Onlineangebote möglichst schnell auf den Markt bringen zu können, empfiehlt sich deren Entwicklung mittels eines Minimum Viable Products (MVP). Dabei handelt es sich um die erste veröffentlichte Version eines Produkts oder Services, die zum Marktstart zunächst lediglich einen Basisumfang an Funktionen mit direkt erkennbarem Mehrwert für die Nutzer beinhaltet.

Zielsetzung der Methode ist es, Angebote schnellstmöglich auf den Markt zu bringen, ohne dabei Abstriche bei der Qualität zu machen. Durch die Kombination einer Entwicklung in zeitlich überschaubaren Sprints mit frühen und regelmäßigen Feedback-Runden kann flexibel auf mögliche Änderungswünsche reagiert werden, sodass das Endprodukt optimal auf die Bedürfnisse der späteren Anwender abgestimmt ist. Wie Versicherungsprodukte in der Praxis nutzerfokussiert konzipiert und schnell für den Online-Vertrieb umgesetzt werden können, zeigt HDI.

Mit einer zügigen Produktentwicklung zur schnellsten Policierung am Markt

Bereits seit gut zwei Jahren können Makler und Vermittler des Versicherers HDI während der Beratungsgespräche mit „Firmen Digital“ zu erwartende Beiträge direkt ermitteln und dementsprechend passgenaue Angebote unterbreiten. Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung dieses Angebots spielte der Frontend-Layer couper.io, der es ermöglichte, die neuen grafischen Benutzerschnittstellen unabhängig vom engen Korsett der IT-Architekturen im Backend komplett anwenderzentriert zu gestalten.

Auch bei „TAA Freie Berufe“ importiert das Avenga-Produkt sämtliche relevante Daten über eine separate Kommunikationsschicht mit exakt passenden Schnittstellen aus den bereits bestehenden IT-Systemen. Dies ermöglicht erneut eine intuitive Benutzerführung mit einer modernen grafischen Oberfläche. Durch einen iterativen Entwicklungsprozess mit regelmäßigen Feedback-Runden wurde sichergestellt, dass das neue Beratungs-Tool den Bedürfnissen und Wünschen der Makler entspricht. Die komplette Dunkelverarbeitung der Abschlussstrecke ohne manuelle Eingriffe in den Prozess ermöglicht eine Policierung innerhalb weniger Minuten. Darüber hinaus unterstützt eine geräteübergreifende Cloud-Speicherfunktion auch die ortsunabhängige Anwendung.

Thomas Lüer, Vorstand Makler- und Kooperationsvertrieb von HDI erklärt:

„Im Ergebnis ist ,TAA Freie Berufe‘ nichts weniger als eine Revolution im Berufshaftpflicht-Geschäft für standardisierte Versicherungslösungen.“

Da die Berufshaftpflicht und Co. extrem komplexe Felder sind, in denen spezielle Details und Anforderungen der verschiedenen Berufsgruppen umgesetzt werden müssen, startet TAA zunächst mit den Versicherungen für Architekten, Ingenieure und Gutachter. Ärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte und Notare sowie die Vermögensschaden-Haftpflicht für eine Vielzahl weiterer Berufsgruppen werden folgen.

 Zum Autor

Sascha Langfus ist SVP Sales Europe bei Avenga. Der internationale IT-Spezialist unterstützt Konzerne und große Mittelständler bei der digitalen Transformation mit Projekten entlang der gesamten digitalen Wertschöpfungskette. Zu den Kunden aus der Versicherungsbranche gehören etwa der HDI, die Allianz, die Uelzener Versicherungen sowie Swiss Life und Canada Life.

 

Bild: © pressmaster – stock.adobe.com

Themen: