LSI-Stresstest 2026: Das Risiko wandert in die Kreditbücher

Veröffentlichung: 25.09.2026, 12:09 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Deutschlands kleinere und mittelgroße Banken zeigen sich im LSI-Stresstest 2026 von BaFin und Bundesbankweiterhin widerstandsfähig. Im Krisenszenario sinkt die harte Kernkapitalquote der Institute im Durchschnitt um rund 3,8 Prozentpunkte. Gleichzeitig wurden weniger Institute auffällig als beim Stresstest 2024. Hinter dem insgesamt stabilen Ergebnis verändert sich jedoch die Risikostruktur: Kreditrisiken, insbesondere bei Unternehmenskrediten und Gewerbeimmobilien, gewinnen an Bedeutung.

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Der LSI-Stresstest 2026 zeigt eine insgesamt robuste Kapitalausstattung der Institute, während Kreditrisiken stärker in den Fokus der Bankenaufsicht rücken.Der LSI-Stresstest 2026 zeigt eine insgesamt robuste Kapitalausstattung der Institute, während Kreditrisiken stärker in den Fokus der Bankenaufsicht rücken.Experten/KI

Was zeigt der LSI-Stresstest 2026?

Der aktuelle Stresstest untersucht, wie widerstandsfähig kleine und mittelgroße deutsche Kreditinstitute – sogenannte Less Significant Institutions (LSI) – gegenüber einer schweren wirtschaftlichen Krise wären. Dazu zählen insbesondere Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, daneben kleinere und mittelgroße Privat- und Spezialbanken.

Nach Angaben von BaFin-Exekutivdirektor Bankenaufsicht Nikolas Speer liegt das Gesamtergebnis ungefähr auf dem Niveau des Tests von 2024.

Im Stressszenario verringert sich die harte Kernkapitalquote aller LSI um rund 3,8 Prozentpunkte und damit etwas stärker als vor zwei Jahren. Allerdings starten die Institute auch mit einer leicht verbesserten Kapitalausstattung in die Simulation. Die meisten Institute würden deshalb selbst eine sehr schwere Krise überstehen.

Zugleich sind weniger Institute auffällig geworden als beim Stresstest 2024. Das spricht für eine insgesamt robuste Kapitalbasis, bedeutet jedoch nicht, dass die Risiken verschwunden sind.

Kreditrisiken rücken stärker in den Fokus

Vielmehr verändert sich das Risikoprofil. Während die vergangenen Jahre stark von Zinsänderungsrisiken geprägt waren, richtet sich der Blick der Bankenaufsicht zunehmend auf die Kreditbücher.

Eine schwache Konjunktur, strukturelle Probleme einzelner Branchen und die angespannte Lage bei Gewerbeimmobilien können die Ausfallrisiken erhöhen. Gerade für kleinere und regional tätige Institute ist entscheidend, wie stark ihre Kreditportfolios auf einzelne Branchen, Unternehmen oder Immobiliensegmente konzentriert sind.

Der Durchschnittswert des Stresstests sagt deshalb nur begrenzt etwas über die Lage eines einzelnen Instituts aus. Zwei Banken können mit ähnlichen Kapitalquoten in die Krise starten und aufgrund unterschiedlich zusammengesetzter Kreditportfolios dennoch verschieden auf wirtschaftliche Belastungen reagieren.

BaFin differenziert bei Eigenmittelempfehlungen stärker

Diese Unterschiede sollen sich künftig deutlicher in den aufsichtlichen Eigenmittelempfehlungen widerspiegeln. Die BaFin will die Ergebnisse des Stresstests stärker institutsspezifisch berücksichtigen. Institute mit höheren individuellen Risiken können entsprechend höhere Kapitalpuffer benötigen.

Damit gewinnt die Zusammensetzung des Geschäftsmodells gegenüber pauschalen Branchenwerten an Bedeutung. Für die Institute zählt nicht allein, wie viel Kapital vorhanden ist, sondern zunehmend auch, welche Risiken damit abgesichert werden müssen.

Gleichzeitig hat die Aufsicht den Aufwand des Stresstests reduziert und die Zahl der abzufragenden Datenpunkte verringert. Das soll insbesondere kleinere Häuser entlasten, ohne auf eine individuelle Risikobetrachtung zu verzichten.

Was bedeutet das Ergebnis für kleinere Banken?

Der LSI-Stresstest 2026 liefert damit kein allgemeines Entwarnungssignal. Die Kapitalbasis der kleinen und mittelgroßen deutschen Institute ist insgesamt robust, während sich der Schwerpunkt der Risiken verschiebt. Kreditqualität, Branchenkonzentrationen und Engagements bei Gewerbeimmobilien gewinnen für die Bewertung einzelner Häuser an Gewicht.

Entscheidend ist deshalb weniger der Durchschnittswert von 3,8 Prozentpunkten als die Frage, welche Risiken ein Institut tatsächlich in seinen Büchern trägt.

Quelle: BaFin, LSI-Stresstest 2026, 24. September 2026.

FAQ zum LSI-Stresstest 2026

Mit dem LSI-Stresstest prüfen BaFin und Deutsche Bundesbank, wie widerstandsfähig kleine und mittelgroße deutsche Kreditinstitute gegenüber einer schweren wirtschaftlichen Krise sind. LSI steht für Less Significant Institutions, also Institute, die nicht unmittelbar der laufenden Aufsicht der Europäischen Zentralbank als bedeutende Institute unterstehen.


Untersucht werden weniger bedeutende Kreditinstitute in Deutschland. Dazu zählen insbesondere Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, daneben kleinere und mittelgroße Privat- und Spezialbanken. Die veröffentlichten Ergebnisse erlauben grundsätzlich keine Aussage darüber, welche einzelnen Institute im Stressszenario besonders belastet waren.


Im Krisenszenario sinkt die harte Kernkapitalquote der Institute im Durchschnitt um rund 3,8 Prozentpunkte. Die Ausgangslage bei der Kapitalausstattung hat sich gegenüber dem Stresstest 2024 allerdings leicht verbessert. Gleichzeitig wurden weniger Institute auffällig als vor zwei Jahren.


Neben Zinsänderungsrisiken rücken Kreditrisiken stärker in den Fokus. Eine schwache Konjunktur, Probleme einzelner Branchen sowie Risiken bei Gewerbeimmobilien können die Kreditqualität belasten. Entscheidend ist dabei auch, wie stark einzelne Institute auf bestimmte Branchen oder Kreditnehmer konzentriert sind.


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