„Die BAP liegen in diesem Jahr wieder auf dem Niveau vor Einführung der Unisex-Tarife“, sagt Iris Portugall, Spezialistin für Ratings und Aktuarin bei MORGEN & MORGEN.„Die BAP liegen in diesem Jahr wieder auf dem Niveau vor Einführung der Unisex-Tarife“, sagt Iris Portugall, Spezialistin für Ratings und Aktuarin bei MORGEN & MORGEN.MORGEN & MORGEN

PKV-Beiträge erreichen wieder das Niveau vor den Unisex-Tarifen

Veröffentlichung: 08.07.2026, 06:07 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung ziehen weiter an. Nach einer aktuellen Analyse von MORGEN & MORGEN liegt die durchschnittliche Beitragsanpassung inzwischen wieder auf dem Niveau vor Einführung der Unisex-Tarife im Jahr 2012. Trotz des Trends erreichen weiterhin knapp ein Drittel der bewerteten Tarifkombinationen vier oder fünf Sterne für ihre Beitragsstabilität.

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Beitragsanpassungen legen deutlich zu

Die durchschnittlichen Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung haben sich innerhalb eines Jahres spürbar erhöht. Nach dem aktuellen Rating zur PKV-Beitragsstabilität von MORGEN & MORGEN stieg die durchschnittliche Beitragsanpassung von 3,54 Prozent auf 4,88 Prozent. Damit erreicht sie nach Angaben des Analysehauses wieder ein Niveau, das zuletzt vor Einführung der Unisex-Tarife im Jahr 2012 beobachtet wurde.
„Die BAP liegen in diesem Jahr wieder auf dem Niveau vor Einführung der Unisex-Tarife. Das zeigt sich im Rating mit einer Verschiebung weg von den Höchstbewertungen“, sagt Iris Portugall, Spezialistin für Ratings und Aktuarin bei MORGEN & MORGEN.

Leistungsausgaben bleiben wichtigster Kostentreiber

Als Hauptursache für die steigenden Beiträge nennt MORGEN & MORGEN die anhaltend wachsenden Leistungsausgaben in der Privaten Krankenversicherung. Dazu tragen insbesondere der medizinische Fortschritt, steigende Gesundheitskosten sowie die allgemeine Inflation bei. Auch die zunehmende Alterung der Versichertenbestände wirkt sich auf die Beitragsentwicklung aus.
Dagegen spielen Beitragsanpassungen infolge weiterer Rechnungszinsabsenkungen nach Einschätzung des Analysehauses inzwischen nur noch eine untergeordnete Rolle.
Mit Blick auf die kommenden Jahre könnte zudem die geplante Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zusätzlichen Einfluss auf die Beitragsentwicklung nehmen.

Rating passt Bewertungsmaßstäbe an

Für den aktuellen Ratingjahrgang untersuchte MORGEN & MORGEN insgesamt 1.130 Tarifkombinationen und damit etwas mehr als im Vorjahr. Aufgrund des insgesamt gestiegenen Anpassungsniveaus wurden auch die Bewertungsmaßstäbe des Ratings angehoben. Nach Angaben des Analysehauses soll damit die Aussagekraft der Sternebewertungen langfristig erhalten bleiben.

Die Auswirkungen zeigen sich in der Verteilung der Bewertungen. Während sich die Zahl der Spitzenbewertungen weiter verringert, erreichen weiterhin 322 Tarifkombinationen vier oder fünf Sterne. Weitere 314 Tarifkombinationen liegen im Mittelfeld mit drei Sternen.

Insgesamt verschiebt sich die Sterneverteilung damit weiter in Richtung der mittleren und unteren Bewertungssegmente. Nach Einschätzung von MORGEN & MORGEN zeigt das jedoch nicht zwangsläufig eine schlechtere Tarifqualität, sondern spiegelt vor allem das insgesamt gestiegene Beitragsanpassungsniveau im Markt wider.

Beitragsstabilität bleibt ein Wettbewerbsfaktor

Trotz der allgemein höheren Beitragsanpassungen sieht MORGEN & MORGEN weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Tarifkombinationen. Dass knapp ein Drittel der bewerteten Tarife vier oder fünf Sterne erreicht, zeige, dass eine vergleichsweise hohe Beitragsstabilität auch unter schwierigen Rahmenbedingungen möglich sei.
Für Vermittler gewinnt die Entwicklung nach Einschätzung des Analysehauses weiter an Bedeutung. Angesichts steigender Gesundheitskosten und einer möglichen GOÄ-Reform dürfte die langfristige Beitragsentwicklung bei der Tarifauswahl künftig noch stärker in den Fokus rücken.

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