Arbeitskraftabsicherung: Chronische Erkrankungen nehmen zu
Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland lebt mit einer chronischen Erkrankung oder dauerhaften gesundheitlichen Einschränkung. Besonders auffällig: Auch jüngere Erwerbstätige berichten zunehmend von mentalen Belastungen. Damit gewinnt die Absicherung der eigenen Arbeitskraft weiter an Bedeutung.
Gesundheitliche Risiken betreffen längst nicht mehr nur Ältere
Chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden oder Diabetes galten lange als typische Beschwerden höherer Altersgruppen. Aktuelle Daten zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Nach einer Befragung des Robert-Koch-Instituts lebt bereits mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland (53,7 Prozent) mit einer oder mehreren chronischen Erkrankungen oder dauerhaften gesundheitlichen Problemen. Zugleich schätzen rund 40 Prozent der 18- bis 29-Jährigen ihr psychisches Wohlbefinden als gering ein.
Die Entwicklung verdeutlicht: Gesundheitsrisiken betreffen zunehmend auch jüngere Erwerbstätige. Dieser 'Befund' wird auch durch weitere aktuelle Studien gestützt (Experten.de berichtete).
Gesundheit als systemisches Risiko
Der Global Risks Report 2026 des Weltwirtschaftsforums weist darauf hin, dass die Verschlechterung von Gesundheit und Wohlbefinden eng mit gesellschaftlichen Spannungen, wirtschaftlichem Druck und Belastungen der sozialen Sicherungssysteme verknüpft ist. In einem Umfeld, in dem öffentliche Strukturen vielerorts unter Druck stehen, rückt die individuelle Vorsorge stärker in den Vordergrund – insbesondere dann, wenn gesundheitliche Einschränkungen die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigen.
„Das Risiko, die eigene Arbeitskraft aufgrund von Krankheit oder funktionellen Einschränkungen zu verlieren, wächst. Neben Prävention gehört die Stärkung persönlicher Resilienz – psychische, soziale, körperliche und finanzielle Widerstandskraft – sowie eine frühzeitige finanzielle Absicherung zusammen“, sagt Heike Hommel, Chief Underwriting Officer Individual Life bei der Zurich Gruppe Deutschland. „Die Erfahrung zeigt: Krankheit trifft oft unvermittelt – und die wirtschaftlichen Folgen können gravierend sein.“
Unterschiedliche Wege der Arbeitskraftabsicherung
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Instrumente zur Verfügung stehen, um Einkommensverluste abzufedern. In Deutschland existieren mehrere Absicherungsmodelle, die je nach persönlicher Situation greifen:
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Erwerbsunfähigkeitsversicherung
Leistet eine monatliche Rente, wenn Betroffene weniger als drei Stunden täglich einer Erwerbstätigkeit nachgehen können – unabhängig vom erlernten Beruf. -
Berufsunfähigkeitsversicherung
Zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. -
Grundfähigkeitsversicherung
Greift bei Verlust definierter Fähigkeiten wie Gehen, Sehen, Greifen oder Sprechen – unabhängig vom konkreten Beruf. -
Schwere-Krankheiten-Versicherung
Leistet eine einmalige Kapitalzahlung bei Diagnose bestimmter schwerer Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von individuellen beruflichen, gesundheitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen ab.
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