Kfz-Versicherung: Mehrheit der Autobesitzer zahlt erneut höhere Beiträge

Veröffentlichung: 16.02.2026, 14:02 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die Beitragserhöhungen in der Kfz-Versicherung setzen sich fort. Laut einer aktuellen Verivox-Umfrage sind mehr als 80 Prozent der Autobesitzer direkt oder indirekt von steigenden Prämien betroffen. Besonders in der Vollkasko wurden Beiträge häufig angepasst.

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Die Beitragserhöhungen in der Kfz-Versicherung betreffen fast 80 Prozent (Symbolbild).Die Beitragserhöhungen in der Kfz-Versicherung betreffen fast 80 Prozent (Symbolbild).DALL-E

82,6 Prozent von Preissteigerungen betroffen

Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox erhielten 60,3 Prozent der befragten Autobesitzer in der letzten Abrechnungsperiode eine höhere Rechnung als im Vorjahr. Weitere 22,3 Prozent berichten von unveränderten Beiträgen – obwohl sie keinen Schaden gemeldet haben und aufgrund besserer Schadenfreiheitsklassen eigentlich mit einer Reduzierung hätten rechnen können.

Damit sind insgesamt 82,6 Prozent der Autobesitzer von Preissteigerungen betroffen. Lediglich 10,7 Prozent zahlten weniger als im Vorjahr. Im Januar 2025 hatten noch 65,6 Prozent angegeben, dass ihre Prämie gestiegen sei – ein Wert, der um 5,3 Prozentpunkte über dem aktuellen Niveau lag.

„Die Kfz-Versicherer beklagen die weiterhin steigenden Ersatzteil- und Reparaturkosten“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Dennoch haben die letzten Preiserhöhungsrunden die Budgets der Autoversicherer entlastet. Viele Anbieter treten wieder mit günstigen Preisen in den Wettbewerb um neue Kunden ein.“

Vollkasko besonders stark betroffen

Besonders deutlich fallen die Beitragserhöhungen in der Vollkaskoversicherung aus:

  • 65,2 Prozent der Vollkaskoversicherten erhielten eine höhere Rechnung.
  • 19,8 Prozent zahlten unverändert.

In der Haftpflichtversicherung berichten 52,1 Prozent von einer Preiserhöhung, bei 29,9 Prozent blieb der Beitrag konstant.

„Eine Vollkasko wird überwiegend für jüngere Fahrzeuge abgeschlossen. Ihr Restwert, den Versicherer bei einem Totalschaden auszahlen, ist somit hoch. Zudem sorgt die komplexere Elektronik für teurere Ersatzteil- und Reparaturkosten“, sagt Ziller. „Die Haftpflicht profitiert hingegen vom hohen Durchschnittsalter der Autos in Deutschland. Hier ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Fahrzeug des Geschädigten älter und deshalb günstiger zu reparieren ist.“

Mehrheit akzeptiert höhere Prämien

Trotz steigender Beiträge bleibt die Wechselbereitschaft begrenzt. 78,2 Prozent der Befragten gaben an, die höhere Prämie einfach gezahlt zu haben. Im Vorjahr lag dieser Anteil bei 77,1 Prozent, im Jahr 2024 bei 70,9 Prozent. Nur 4,5 Prozent überprüften ihre tarifrelevanten Angaben oder nahmen Anpassungen vor. 23,4 Prozent der Befragten wissen eigenen Angaben zufolge nicht, wann ihre Vertragslaufzeit endet. Ziller weist darauf hin, dass die jährliche Kündigungsfrist grundsätzlich Anlass sein könne, Vertragsbedingungen zu überprüfen oder alternative Angebote einzuholen.

Über die Studie:
Im Auftrag von Verivox befragte das Marktforschungsinstitut Innofact Ende Januar 2026 insgesamt 1.026 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren, die im Besitz eines Pkw sind und Versicherungsentscheidungen mit oder allein verantworten. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit.
Befragt wurden ausschließlich Personen, die in den vergangenen zwölf Monaten keinen Schaden gemeldet und kein neues Fahrzeug angeschafft hatten.

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