Kfz-Versicherung: Wie überflüssige Extras den Beitrag mehr als verdoppeln können

Rabattschutz, Direktregulierung oder Eigenschadendeckung gelten als praktische Extras in der Kfz-Versicherung. Modellrechnungen von Verivox zeigen jedoch, dass genau diese Zusatzleistungen den Beitrag teils mehr als verdoppeln. Welche Bausteine wirklich sinnvoll sind – und wo Autofahrer vor allem für Komfort zahlen.

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Komfort kostet: Zusätzliche Bausteine in der Kfz-Versicherung treiben die Beiträge teils erheblich nach oben.Komfort kostet: Zusätzliche Bausteine in der Kfz-Versicherung treiben die Beiträge teils erheblich nach oben.DALL-E

Rabattschutz, Direktregulierung oder Eigenschadendeckung: Was in der Kfz-Versicherung nach zusätzlichem Komfort klingt, kann den Beitrag massiv verteuern. Modellrechnungen des Vergleichsportals Verivox zeigen, dass einzelne Zusatzleistungen den Preis eines Kfz-Tarifs um mehr als das Doppelte erhöhen können – ohne zwingend einen entsprechenden Mehrwert zu liefern.

Rabattschutz: Teurer Zusatz mit begrenzter Wirkung

Der sogenannte Rabattschutz bewahrt Versicherungsnehmer nach einem selbstverschuldeten Unfall vor der Rückstufung ihrer Schadenfreiheitsklasse. Dafür verlangen Versicherer jedoch deutliche Aufschläge. In den Modellrechnungen von Verivox zahlt ein 45-jähriger Fahrer eines VW Golf VIII aus Berlin für den Rabattschutz in der Kfz-Haftpflicht im Schnitt 18 Prozent mehr. Wird der Baustein zusätzlich in der Vollkaskoversicherung eingeschlossen, steigt der Beitrag sogar um durchschnittlich 22 Prozent.

Hinzu kommt ein struktureller Nachteil: Der Schutz wirkt nur beim aktuellen Versicherer. „Versicherungsnehmer behalten die höhere Schadenfreiheitsklasse nur solange sie bei ihrem aktuellen Versicherer bleiben“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Der Unfall wird dennoch vermerkt – bei einem Wechsel wird die bessere Einstufung meist nicht übernommen.“

Direktregulierung: Komfort mit hohem Preisschild

Noch kostspieliger ist die sogenannte Direktregulierung. Dabei übernimmt der Versicherer nach einem Unfall sofort alle Schäden, ohne zu prüfen, ob der Versicherungsnehmer möglicherweise teilweise selbst haftet. Laut Verivox sind Tarife mit dieser Leistung im Schnitt mehr als doppelt so teuer wie günstige Angebote ohne dieses Feature. Für den Modellfahrer bedeutet das Mehrkosten von rund 939 Euro pro Jahr.
Aus Sicht von Verivox ist der Nutzen begrenzt. Stattdessen rät das Portal, auf einen anderen Leistungsbaustein zu achten: „Viel wichtiger und noch dazu auch schon in günstigen Tarifen zu haben sind Leistungen bei grob fahrlässigem Handeln des Autofahrers“, so Ziller. Dann leiste der Versicherer etwa auch bei Unfällen durch Handynutzung oder das Überfahren einer roten Ampel – mit Ausnahme weniger klar definierter Fälle wie Trunkenheitsfahrten.

Eigenschäden und automatische Tarifupdates als Kostentreiber

Auch die Absicherung von Schäden am eigenen Besitz – etwa am Garagentor oder Zweitwagen – verteuert den Versicherungsschutz deutlich. Die sogenannte Eigenschadendeckung kostet laut Verivox im Schnitt 22 Prozent mehr. Zudem ist der Schutz häufig eingeschränkt und greift nicht immer bei Schäden auf dem eigenen Grundstück.

Ebenfalls kein Schnäppchen sind Tarife, die sich automatisch an neue Versicherungsbedingungen anpassen. Diese kosten im Durchschnitt rund ein Drittel mehr als herkömmliche Policen. Dabei lässt sich derselbe Effekt durch einen regelmäßigen Versicherungswechsel erzielen – oft sogar mit deutlichen Einsparungen. Nach zwei Jahren mit flächendeckenden Prämiensteigerungen setzten viele Versicherer wieder günstigere Tarife zur Neukundengewinnung ein, so Verivox.

Hoher Preis, begrenzter Nutzen

Die Modellrechnungen zeigen insgesamt: Viele Zusatzleistungen treiben die Kosten erheblich, ohne den Versicherungsschutz in jedem Fall entscheidend zu verbessern. Während Komfortbausteine wie Direktregulierung oder Rabattschutz teuer erkauft werden, lassen sich zentrale Risiken bereits mit deutlich günstigeren Tarifen absichern. Entscheidend bleibt daher, welche Leistungen im Einzelfall tatsächlich relevant sind – und welche vor allem den Beitrag erhöhen.

Methodik:
Die Berechnungen von Verivox basieren auf einem Modellfall: ein 45-jähriger Fahrer eines ein Jahr alten VW Golf VIII 2.0 TDI, wohnhaft in 10178 Berlin, mit einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 Kilometern und Schadenfreiheitsklasse 10.

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