Viele Autofahrer stehen 2025 erneut vor steigenden Kfz-Prämien. Doch selbst ohne Anbieterwechsel lassen sich die Kosten deutlich reduzieren. Meint das Vergleichsportal Verivox und zeigt, welche Stellschrauben im Vertrag sofort wirken – und wo der Spagat zwischen Ersparnis und Risiko beginnt.
Steigende Prämien in der Kfz-Versicherung sorgen bei vielen Autofahrern für Druck auf das Haushaltsbudget. Laut neuen Modellrechnungen von Verivox lässt sich die Jahresprämie jedoch bereits mit wenigen Anpassungen deutlich reduzieren. Ein 45-jähriger Modellfahrer aus Berlin senkt seine Kosten demnach um bis zu 42 Prozent – ohne den Versicherer zu wechseln.
Der größte Effekt entsteht über die vereinbarte Selbstbeteiligung. Wer eine marktübliche Kombination von 300 Euro in der Vollkasko und 150 Euro in der Teilkasko wählt, zahlt durchschnittlich 28 Prozent weniger als im Tarif ohne Eigenanteil. Für den Modellfall entspricht das einer Entlastung von 564 Euro im Jahr.
„In der Praxis bietet die marktübliche Selbstbeteiligung von 300 und 150 Euro das beste Verhältnis zwischen Ersparnis und Risiko“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Wer den Eigenanteil weiter erhöht, spart nur noch wenige Prozent mehr, trägt im Schadenfall aber ein deutlich höheres Kostenrisiko – das steht meist nicht mehr im Verhältnis zur zusätzlichen Ersparnis.“
Eine zusätzliche Reduktion ergibt sich durch jährliche Zahlweise. Wird die Prämie auf einen Schlag gezahlt, sinken die Beiträge im Schnitt um acht Prozent. Gegenüber einer vierteljährlichen Abrechnung beträgt der Unterschied sieben Prozent, gegenüber einer halbjährlichen vier Prozent.
Auch eine Werkstattbindung wirkt preisdämpfend: Wer im Kaskoschadenfall die Partnerwerkstatt des Versicherers nutzt, spart im Schnitt weitere zwölf Prozent. Weitere Einsparpotenziale ergeben sich durch die Anpassung der jährlichen Fahrleistung. Sinkt der Wert im Vertrag beispielsweise von 25.000 auf 15.000 Kilometer, reduziert sich die Prämie im Schnitt um 23 Prozent – im Modellfall rund 380 Euro weniger.
„Mehr gefahrene Kilometer bedeuten auch ein höheres Unfallrisiko – und damit höhere Beiträge“, erklärt Ziller. „Wer regelmäßig auf die Laufleistung schaut und die Angaben im Vertrag überprüft, kann unnötige Kosten vermeiden.“ Besonders stark wirkt der Fahrerkreis. Statistisch verursachen junge Fahrer deutlich häufiger Unfälle. Werden Personen, die das Fahrzeug nicht mehr regelmäßig nutzen, aus dem Vertrag genommen, sinken die Kosten durchschnittlich um 51 Prozent.
Methodik:
Verivox analysierte rund 400 Vollkaskotarife von 70 Kfz-Versicherern. Modellfall: 45-jähriger Fahrer eines ein Jahr alten VW Golf VIII 1.5 TSI in 12047 Berlin, jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer, Schadenfreiheitsklasse 14.
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