ADAC Autotest 2025: Elektroautos dominieren
Der ADAC hat 2025 insgesamt 112 Fahrzeuge unter identischen Testbedingungen geprüft – unabhängig von Fahrzeugklasse, Antriebsart oder Preis. Bewertet wurden allein die Produkttugenden: Sicherheit, Komfort, Umweltbilanz, Verbrauch, Ladeverhalten und Fahreigenschaften. Der Kaufpreis spielte bei der Gesamtnote keine Rolle. Das Ergebnis: Kein Auto fiel durch, aber auch nicht jedes überzeugte. Die Noten reichen von sehr gut (1,6) bis befriedigend (3,0).
Die fünf besten Autos 2025: Elektro setzt sich an die Spitze
Die höchste Gesamtnote 2025 erreichten fünf Elektroautos: Audi A6 Avant e-tron, Audi Q6 e-tron, Mercedes-Benz EQS 450+, Skoda Elroq und Skoda Enyaq 85x – alle mit einer Bewertung von 1,6. Gemeinsam ist ihnen: hohe Reichweiten, kurze Ladezeiten und technische Reife. Diese Stromer zeigen, dass Elektromobilität in der Mittel- und Oberklasse angekommen ist – und inzwischen Maßstab setzt.
ADAC-Bewertung ohne Preisbonus: Objektiv und vergleichbar
Ein zentraler Vorteil des ADAC Autotests liegt in seiner Struktur: Alle Fahrzeuge werden nach den gleichen Kriterien getestet – unabhängig vom Listenpreis. Dadurch schneiden auch bezahlbare Modelle wie der Smart #1, der Skoda Octavia oder der elektrische MINI Aceman respektabel ab. Die Bewertung basiert auf über 300 Prüfkriterien im ADAC Technikzentrum in Landsberg – von der Crashtest-Analyse bis zur CO₂-Berechnung nach dem deutschen Strommix (Well-to-Wheel).
Elektroautos führen – doch Hybride bleiben wettbewerbsfähig
Unter den Top 20 dominieren Elektroautos. Plug-in-Hybride und Mild-Hybride sichern sich starke Plätze im Mittelfeld – darunter der BMW 330e, der VW Golf eHybrid und der Mercedes GLC 300 de. Auch Dieselfahrzeuge wie der Skoda Superb oder der VW Tayron zeigen, dass Effizienz und Langstreckentauglichkeit weiterhin zählen. Reine Verbrenner sind seltener geworden – aber bei Modellen wie dem Skoda Scala oder BMW M3 bleibt die Qualität konkurrenzfähig.
Hersteller-Ranking: VW-Konzern breit, BMW präzise, Renault überraschend
Der Volkswagen-Konzern dominiert die Bestenliste mit Modellen von Audi, Skoda, VW und CUPRA. BMW überzeugt mit technologischer Stringenz in allen Antriebsarten. Mercedes punktet in der Oberklasse, während Renault – insbesondere mit seinen Vollhybriden (Austral, Espace) – solide Mittelklassequalität liefert. Asiatische Hersteller wie Hyundai, Kia oder Toyota verteidigen ihre Position mit ausgereiften Hybridsystemen.
Chinesische Modelle: Stark in der Oberklasse, schwächer im Kleinwagensegment
Marken wie Nio und XPeng erreichen beachtliche Ergebnisse. Der Nio EL8 erzielt mit Note 1,8 eine Platzierung unter den besten 25 Fahrzeugen, XPeng G6 und P7 folgen mit 2,0 bzw. 2,2. In unteren Klassen offenbaren sich jedoch Schwächen – etwa bei BYD Dolphin (2,6) oder Leapmotor T03 (2,9). Gründe: hohe Verbrauchswerte, eingeschränkte Reichweite, Defizite bei Bedienung und Ladeleistung.
Umweltbilanz differenziert: Keine Sonderrolle für E-Autos
Elektroautos gelten beim ADAC nicht automatisch als emissionsfrei. Die Umweltnote berücksichtigt CO₂-Emissionen aus Stromerzeugung und -verbrauch. So bekommt der Dacia Spring trotz einfacher Ausstattung und 3,0 in der Gesamtnote eine 1,0 in der Umweltwertung – dank extrem niedrigem Verbrauch. Der Blick auf Teilnoten lohnt sich, insbesondere für ökologisch orientierte Käufer.
Elektroautos 2025 vorn – aber Qualität ist unterschiedlich
Der ADAC Autotest 2025 zeigt: Elektromobilität ist in der Breite angekommen – technisch ausgereift, vielfach überlegen. Doch Plug-in-Hybride und effiziente Verbrenner bleiben relevant, besonders in spezifischen Anwendungsfeldern. Die besten Fahrzeuge vereinen Alltagstauglichkeit, Effizienz und Umweltverträglichkeit – unabhängig vom Antrieb.
Für Verbraucher bedeutet das: Nicht die Antriebsform entscheidet über die Qualität – sondern das Zusammenspiel aus Technik, Nutzungskontext und realem Verbrauch. Die Bestenliste des ADAC ist kein Hypebarometer – sondern ein Gradmesser technischer Substanz.
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