„Versicherer sollten Preiswettbewerb nicht wieder befeuern“

Trotz steigender Kosten zeigen Kfz-Tarife ein solides Qualitätsniveau. Doch laut Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg, steht der Markt vor einer Weggabelung: Gewinne ja – aber kein Rückfall in alten Preiswettbewerb.

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Preisanstieg trotz Gewinnzone

Viele Kfz-Versicherer arbeiten nach Jahren der Verluste wieder profitabel, doch die Prämien steigen weiter. Vor allem Vollkasko-Tarife leiden unter höheren Kosten für Ersatzteile, Reparaturen und Personal. Wie das neue Kfz-Rating von Franke und Bornberg zeigt, bleibt die Produktqualität dabei stabil – doch die Belastung für Verbraucher wächst. „Auch wenn der Preisanstieg beim nächsten Jahreswechsel moderater ausfällt, rechnen wir erneut mit einer lebhaften Wechselsaison“, sagt Michael Franke. Vermittler und Verbraucher seien deshalb auf transparente Qualitätsvergleiche angewiesen.

Qualität in Zahlen

Für die zehnte Auflage ihres Ratings haben die Analysten 324 Tarife von 76 Gesellschaften untersucht. Die Bestnote FFF+ („hervorragend“) ging an 27,5 Prozent der Produkte – ein Anstieg um vier Punkte gegenüber dem Vorjahr. Damit spiegelt sich ein Trend zu höherer Qualität, wenn auch mit Preisaufschlag: Der Anteil sehr guter Tarife (FFF) sinkt leicht auf 23,5 Prozent, während schwächere Produkte weiter abnehmen. Insgesamt zeigt der Markt mehr Differenzierung – von Einsteigerschutz bis Premium-Deckung.

Elektromobilität als Innovationstreiber

Viele Versicherer konzentrieren sich auf Elektrofahrzeuge. In den besten Tarifen werden Abschläge „neu für alt“ bei Akkus gestrichen oder zeitlich begrenzt. Auch Kosten für Akkudiagnostik und sichere Lagerung im Wassercontainer nach einem Unfall sind häufig abgedeckt. Gleichzeitig erhöhen manche Anbieter den Abzug bei Verstoß gegen Werkstattbindung auf 20 Prozent – ein Rückschritt in puncto Kundenfreundlichkeit.

Preise unter Beobachtung

Eine Modellrechnung zeigt, dass sich auch 2025 erhebliche Unterschiede ergeben: Eine Musterfamilie mit einem VW Golf VIII Variant (15.000 km/Jahr) zahlt für Topschutz (FFF+) zwischen 400 und 1.136 Euro, in der Kategorie F+ zwischen 367 und 950 Euro.

„Wer genau hinschaut, findet fast immer eine günstige Kfz-Versicherung ohne falsche Kompromisse bei der Qualität“, so Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken. Entscheidend sei, die sogenannten weichen Faktoren wie Fahrleistung, Fahrerkreis oder Garagenplatz korrekt anzugeben.

Qualität bewahren statt Preisspirale

„Versicherer sollten mit ihren derzeitigen Gewinnen den Preiswettbewerb nicht wieder befeuern, sondern solide kalkulierte Prämien im Bestand ebenso wie im Neugeschäft bieten“, betont Michael Franke.

Nach Ansicht der Analysten bleibt das Kfz-Segment ein Markt zwischen Stabilität und Spardruck – mit Potenzial für Vermittler, durch Qualitätsberatung Mehrwert zu schaffen. Nachhaltigkeit und E-Mobilität gewinnen in Top-Tarifen an Bedeutung, bleiben aber Nischenthemen.

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