Wildunfälle: Schäden überschreiten erstmals Milliardengrenze

Veröffentlichung: 26.09.2025, 14:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Wildunfälle belasten die deutschen Kfz-Versicherer massiv: 2024 summierten sich die Schäden auf mehr als 1,1 Milliarden Euro. Im Schnitt ereignen sich täglich über 750 Unfälle – Tendenz steigend. Der GDV warnt vor zunehmenden Risiken und gibt konkrete Verhaltenstipps.

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Wildunfälle belasten die deutschen Kfz-Versicherer massiv: 2024 summierten sich die Schäden auf mehr als 1,1 Milliarden Euro (Symbolbild).Wildunfälle belasten die deutschen Kfz-Versicherer massiv: 2024 summierten sich die Schäden auf mehr als 1,1 Milliarden Euro (Symbolbild).DALL-E

Die deutschen Autoversicherer haben im Jahr 2024 Wildunfallschäden von mehr als einer Milliarde Euro reguliert. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden über 276.000 Wildunfälle mit kaskoversicherten Fahrzeugen gemeldet. Die Regulierungskosten beliefen sich auf 1,1 Milliarden Euro.

„Die Kosten für Wildunfälle steigen seit Jahren rasant an, inzwischen zahlen die Versicherer im Schnitt rund drei Millionen Euro pro Tag. Im Vergleich zum Vorjahr stieg 2024 die durchschnittliche Schadenhöhe nach einem Wildunfall von 3.850 auf 4.100 Euro“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV.

Ursachen: Teure Reparaturen treiben die Kosten

Aus Sicht des GDV gibt es zwei wesentliche Gründe für den Kostenanstieg: die Preise für Karosserieteile und die Stundensätze der Kfz-Werkstätten. Beide steigen seit Jahren deutlich stärker als die allgemeine Inflation. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Wildunfälle, sondern fast alle Schadenarten in der Kfz-Versicherung. Die Folge: In den vergangenen zwei Jahren haben die Versicherer kumulierte Verluste von rund fünf Milliarden Euro verzeichnet.

Mehr als 750 Unfälle täglich – Risiko im Herbst besonders hoch

Im Jahresdurchschnitt ereignen sich mehr als 750 Wildunfälle pro Tag. Besonders in den Monaten April, Mai sowie Oktober bis Dezember ist das Risiko erhöht. Gefährlich sind vor allem Dämmerungszeiten, wenn Wild unvermittelt die Fahrbahn kreuzt. „Im Schnitt ereignen sich täglich über 750 Wildunfälle, doch in den Herbstmonaten steigt die Gefahr nochmals deutlich an“, warnt Käfer-Rohrbach.

Verhaltenstipps für Autofahrer

Der GDV empfiehlt:

  • Warnschilder beachten und Geschwindigkeit reduzieren – vor allem an Feld- und Waldrändern.
  • Fernlicht abblenden und Tempo verringern, wenn Wild auf die Fahrbahn tritt.
  • Keine riskanten Ausweichmanöver: Ein Zusammenstoß mit einem Baum oder Fahrzeug ist meist gefährlicher als der Aufprall mit einem Tier.

Richtig handeln nach dem Wildunfall

Für eine schnelle Regulierung sollten Autofahrer die Unfallstelle sichern und die Polizei verständigen. Verletzte oder getötete Tiere dürfen nicht berührt werden – zuständig ist der Förster oder Jagdpächter. Fotos vom Unfallort, vom Tier und vom beschädigten Fahrzeug sowie eine Wildunfallbescheinigung erleichtern die Schadenbearbeitung. Wichtig: Der Versicherer sollte informiert werden, bevor das Auto repariert, verschrottet oder verkauft wird.

Versicherungsschutz bei Wildunfällen

Die Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung übernimmt die Schäden am eigenen Fahrzeug, wenn es sich um Unfälle mit Haarwild handelt – dazu zählen Rehe oder Wildschweine. Einige Versicherer haben ihren Schutz erweitert und decken inzwischen auch Zusammenstöße mit anderen Tierarten oder sogar mit Tieren aller Art ab. Wichtig für Kunden: Ein Wildunfall wirkt sich nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt aus.

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