Werteorientiertes Risk-Management

Veröffentlichung: 23.10.2018, 05:10 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Risiken zu managen hat sich in mittelständischen Unternehmen in Deutschland größtenteils als fester Bestandteil der Organisationsstruktur etabliert. In fast 70 Prozent der Fälle ist ein System dafür seit mindestens zehn Jahren vorhanden. Der Fokus liegt bislang vor allem auf dem Bereich der systematischen Risikoanalyse: diese wird bereits in 93 Prozent der Unternehmen durchgeführt. So lauten die Ergebnisse einer neue Studie der V.E.R.S. Leipzig GmbH, die im Auftrag des GNVW durchgeführt und von der Funk Stiftung gefördert wurde.

(PDF)
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Im mittelständischen Risikomanagement sind auch die Bereiche Risikoberichterstattung (85 Prozent) und Risikokontrolle (75 Prozent) weit verbreitet. Weniger systematisch ist jedoch die Festlegung eines angemessenen Risikoappetits. Nur 45 Prozent der untersuchten Unternehmen sagen dazu, für diesen Bereich etablierte Strukturen bereitzustellen. Auch das Instrument eines funktionsübergreifenden Personenkreises, wie zum Beispiel ein Risikokomitee zählt mit einer Verbreitung von 60 Prozent noch nicht zum Standardrepertoire des Risikomanagements.

Dazu Hendrik F. Löffler, Vorstandsvorsitzender der Funk Stiftung:

„Das Versicherungsmanagement wird oftmals noch nicht wertorientiert gesteuert. Hier nutzen viele Unternehmen vorhandenes Potenzial zur Kostenoptimierung nicht ausreichend.“

Potenziale für eine Verbesserung des Risikomanagements sehen die Befragten vor allem in der strategischen Risikoplanung (53 Prozent) und in der Risikofrühwarnung. Besonders gut aufgestellt sehen sich die Unternehmen in der Risikoberichterstattung. 66 Prozent sehen hier keinen weiteren Verbesserungsbedarf im Unternehmen.

Jörg F. Henne, Geschäftsführer des GVNW, kommentiert die Ergebnisse:

„Die Ergebnisse der Studie zeigen uns, dass Risikomanagementprozesse in den meisten Unternehmen etabliert sind und von der Geschäftsführung direkt eingefordert werden. Die Gestaltung und Umsetzung ist jedoch sehr heterogen. Auch deswegen wird effektives Risikomanagement leider noch zu wenig als ein wichtiger Faktor für den nachhaltigen Unternehmenserfolg wahrgenommen.“

Für die Studie wurden Unternehmen unterschiedlicher Größen und verschiedener Branchen einbezogen und insgesamt 40 Repräsentanten des Risikomanagements von mittelständischen Industrieunternehmen befragt. Anhand von insgesamt 50 Fragen gaben die Teilnehmer Auskünfte über Risikomanagement, -strategie, -analyse, -controlling sowie über die Wertschöpfung der vertretenen Unternehmen.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie „Risikomanagement im Industrieunternehmen – Wertbeitrag für kleine und mittelständische Unternehmen" stehen Ihnen auf den Webseiten des GNVW und der Funk Stiftung zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Bild: © gearstd / fotolia.com

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