Stärkste digitalisierte Branchen der deutschen Wirtschaft

Veröffentlichung: 26.06.2018, 05:06 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die Finanz- und Versicherungsdienstleister gehören neben den Informations- und Kommunikationstechnologiefirmen sowie den wissensintensiven Dienstleistern zu den am stärksten digitalisierten Branchen der deutschen Wirtschaft. Dies sind zentrale Ergebnisse des neuen „Monitoring-Reports Wirtschaft DIGITAL“. In der Studie untersuchen Kantar TNS und das ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie den Digitalisierungsgrad der deutschen Wirtschaft und ihrer Branchen.

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Die Studie misst mit dem Wirtschaftsindex DIGITAL in einer Zahl zwischen 0 und 100, wie weit die Digitalisierung in den deutschen Unternehmen aktuell fortgeschritten ist und wie sie sich in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird.

Finanz- und Versicherungsbranche: Digitalisierungstempo soll gesteigert werden

Vorreiter der Digitalisierung im Branchenvergleich sind erwartungsgemäß Unternehmen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie. Sie erreichen 2018 einen Wirtschaftsindex DIGITAL von 74 Punkten und liegen damit 20 Punkte über dem Durchschnitt aller Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft.

Einen deutlichen Digitalisierungsschub erwarten die Finanz- und Versicherungsunternehmen, die derzeit auf Rang drei des Branchenrankings liegen. Sie rechnen bis 2023 mit einem Plus von acht auf dann 69 Indexpunkte. Damit würde die Finanz- und Versicherungsbranche die wissensintensiven Dienstleister überholen und auf Platz zwei vorrücken.

Tobias Weber, Director bei Kantar TNS, dazu:

„Die Digitalisierung wird die Finanz- und Versicherungsdienstleister in den nächsten Jahren noch stärker herausfordern. Vor allem die Themen Blockchain und Künstliche Intelligenz werden an Relevanz für die Branche noch deutlich zunehmen.“

Handel: Zurückhaltend bei Digitalisierungsvorhaben

Der Digitalisierungsgrad des Handels entspricht mit 54 Punkten aktuell exakt dem Durchschnitt aller Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Die Branche gibt sich zurückhaltend, was weitere Digitalisierungsvorhaben betrifft. Sie erwartet in den nächsten fünf Jahren keine signifikanten Fortschritte.

Maschinenbau: Moderates Digitalisierungstempo

Im selben Zeitraum prognostizieren die Maschinenbauer ein moderates Digitalisierungstempo (plus zwei auf 50 Punkte), womit sie die am stärksten digitalisierte Industriebranche blieben. Im Vergleich dazu hat der Fahrzeugbau mit einem aktuellen Digitalisierungsindex von nur 40 Punkten immer noch deutlichen Nachholbedarf.

Digitale Kommunikation mit Kunden

Mehr als zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland (69 Prozent) sagen, dass sich die Kommunikation mit Kunden durch den Einsatz digitaler Kanäle verbessert habe. Damit ist die Kundenkommunikation der meistgenannte Erfolgsfaktor der Digitalisierung.

Zu ihren Treibern zählen aus Sicht der Unternehmen auch der Aufbau von erfolgsrelevantem Wissen sowie die Verbesserung der Qualität von Produkten oder Angeboten, die jeweils von rund der Hälfte der Firmen als realisierte Digitalisierungserfolge genannt werden.

Breitbandversorgung dringlichste Aufgabe der Politik

Unternehmen nennen eine mangelnde Breitbandversorgung am häufigsten als Digitalisierungshemmnis (43 Prozent). Fast ebenso viele schreckt der Zeitaufwand (40 Prozent). 36 Prozent der Befragten nennen das fehlende Wissen ihrer Mitarbeiter als Hemmnis und 30 Prozent konstatieren einen Mangel an IT-Fachkräften. Bei beiden Themen gilt: Je größer das Unternehmen, desto drängender das Problem.

Bild: © Sashkin / fotolia.com

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