Frauen wünschen sich bei Geldanlage Beratung
72 Prozent der Frauen zwischen 25 und 55 Jahren haben laut Destatis 2016 ihren überwiegenden Lebensunterhalt aus einer eigenen Erwerbstätigkeit bestritten: Doch das war nicht immer so, denn erst vor rund 60 Jahren hat der Deutsche Bundestag das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts verabschiedet. Und erst seit rund 40 Jahren haben Frauen auch die Hoheit über ihren eigenen Lohn und ihre persönlichen Finanzen.
Die aktuelle Fokusstudie „Anlageverhalten der Deutschen“, die AXA in Zusammenarbeit mit YouGov erstellt hat, zeigt, dass es immer noch Unterschiede beim Anlegerverhalten von Männern und Frauen gibt: Frauen sind weitaus risikobewusster in der Finanzplanung und scheuen daher etwa auch eine Geldanlage an der Börse. Männer hingegen trauen sich zwar mehr theoretische Kenntnisse bei diesen Anlagemöglichkeiten zu, setzen diese Kenntnisse aber nur verhalten in die Tat um.
Börse ist wie Spielcasino
Für 61 Prozent der Frauen erscheint eine Geldanlage in Wertpapiere und Aktien an der Börse mit unkontrollierbaren Risiken verbunden zu sein. Fast jede zweite (49 Prozent) glaubt, dass „Geldanlage an der Börse genauso riskant ist wie ins Spielcasino zu gehen“. Neben Risiken sehen Frauen auch fehlendes eigenes Fachwissen als Hürde.
Der Aussage „Geldanlage in Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden, ist nur etwas für Experten.“ stimmt eine große Mehrheit der Frauen (64 Prozent) zu.
Doch auch das männliche Geschlecht fühlt sich auf dem Gebiet Börse nur geringfügig wissender. Denn mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Männer sind ebenso der Ansicht, Geldanlage an der Börse sei nur etwas für Experten.
Doch trotz des größeren Interesses zeigt sich auch bei ihnen Unsicherheit: 43 Prozent der Männer und 38 Prozent der Frauen geben an, dass sie gerne Geld an der Börse anlegen würden, Ihnen aber das Wissen dazu fehlt.
Für Frauen ist gute Beratung wichtig
Neben fehlendem Fachwissen mangelt es sowohl Frauen als auch Männern laut Fokusbefragung häufig an der entsprechenden Einstellung zur Auswahl der individuell passenden Anlagemöglichkeiten. Nur 19 Prozent der Männer und sogar nur jede zehnte Frau geben an, dass sie sich „wegen der niedrigen Zinsen mehr mit der Geldanlage beschäftigen sollten“.
Bei der Freude am Sparen zeigen sich hingegen wieder große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So suchen doppelt so viele Männer (30 Prozent) wie Frauen (15 Prozent) "gern passende Anlageprodukte für Ersparnisse aus".
Frauen setzen deshalb noch stärker als Männer auf gute Berater, die bei der Auswahl der passenden Finanzprodukte unterstützen. Eine große Mehrheit der Frauen (80 Prozent) und drei Viertel der Männer (70 Prozent) hält diese für „wichtig“ oder „sehr wichtig“.
Jüngere haben Freude am Sparen
Eine unterstützende Beratung zu Börse, Aktien und Fonds wünschen sich speziell auch junge Erwachsene. Knapp die Hälfte (46 Prozent) der 18- bis 24-Jährigen würde dann auch gerne Geld an der Börse anlegen.
Die junge Zielgruppe zeigt eine offene und neugierige Einstellung zur Geldanlage: Mehr als ein Drittel (37 Prozent) gibt an, „am Sparen Freude zu haben“. Aus der Neugierde der jungen Sparer resultiert jedoch keine Aneignung von Finanzwissen. Denn trotz anhaltender Niedrigzinsen hält noch jeder Fünfte der 18- bis 24-Jährigen das Sparbuch für die langfristig beste Möglichkeit zum Vermögensaufbau. Hier besteht also noch viel Aufklärungsbedarf in Sachen Geldanlage.
Bild: © Tierney / fotolia.com
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