Einmal Gründer, wieder Gründer

Veröffentlichung: 18.08.2017, 07:08 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Lang arbeiten, keine Freizeit, das Buhlen um Finanzierungsrunden und nicht zuletzt die Ungewissheit, ob sich die eigene Idee am Markt durchsetzen wird oder möglicherweise ein Scheitern vorprogrammiert ist? Die Gründung eines Start-ups ist harte Arbeit – der Erfolg erst mal ungewiss. Dennoch würden deutsche Gründer den Schritt jederzeit wieder gehen.

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95 Prozent sagen, sie würden mit ihren aktuellen Erfahrungen erneut ein Start-up gründen, belegt ein Umfrage-Ergebnis des Digitalverbandes Bitkom unter mehr als 250 Start-up-Gründern in Deutschland.

8 von 10 Gründern (79 Prozent) würden auch anderen jungen Menschen empfehlen, ein eigenes Start-up zu gründen. Wobei 31 Prozent der Gründer angeben, dass bei der Gründung die Angst vor einem Scheitern und somit als Versager zu gelten, groß war.

Bitkom-Präsident Achim Berg bezieht dazu Stellung:

„Wer nicht zum Ziel kommt, der verdient Respekt für den Mut, etwas gewagt zu haben und sollte sich nicht Sorgen machen müssen, gesellschaftlich stigmatisiert zu werden. Wir brauchen eine Kultur der zweiten und dritten Chance, wenn wir es ernst meinen mit der Start-up-Nation Deutschland.“

Weitere Fakten der Start-up-Befragung

Zwei Drittel der Start-ups (64 Prozent) haben 2016 neue Arbeitsplätze geschaffen:

  • Im laufenden Jahr wollen drei Viertel (77 Prozent) zusätzliche Mitarbeiter einstellen.
  • Im Schnitt beschäftigt jedes Start-up in Deutschland aktuell 18 Mitarbeiter. Vor einem Jahr waren es 15 Mitarbeiter.
  • Über 50 Prozent der Start-ups (53 Prozent) konnten bereits einmal eine Stelle nicht besetzen, weil es an geeigneten Kandidaten fehlte. Vor allem Entwickler werden häufig gesucht.
  • 7 von 10 Start-ups benötigen für die kommenden zwei Jahre frisches Kapital. Im Schnitt werden 2,5 Millionen Euro gebraucht.
  • Eine große Mehrheit (85 Prozent) ist zuversichtlich, das nötige Kapital einsammeln zu können.
  • Nur 14 Prozent der Start-ups halten einen Börsengang in Zukunft für denkbar. 14 weitere Prozent schließen ihn grundsätzlich aus. Für 65 Prozent ist der Gang auf das Parkett aktuell kein Thema.
  • 55 Prozent der Gründer sagen, dass sich die Situation für das eigene Start-up in den vergangenen zwei Jahren verbessert hat. Lediglich 5 Prozent sehen eine Verschlechterung.
  • Rund 9 von 10 Start-ups (88 Prozent) sind mit ihrem Standort zufrieden.
  • Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Gründer würden ihr Start-up wieder in Deutschland gründen. Vor einem Jahr waren es nur 44 Prozent. Gleichzeitig werden nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump die USA für deutsche Gründer weniger attraktiv: Hätten 2016 noch 32 Prozent im Fall einer erneuten Gründung ihr Start-up gerne in den USA gestartet, sind es heute nur noch 15 Prozent.

Bild: © lassedesignen / fotolia.com

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