Erst ins Internet, dann in die Praxis

Veröffentlichung: 07.09.2016, 05:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Erst mal bei Dr. Google nachgefragt. Diagnosen aus dem Netz - von „Bester Arzt der Welt“ bis „Vorsicht, Pfuscher“ ist alles dabei: Auf der Suche nach der bestmöglichen medizinischen Versorgung liest fast jeder zweite Internetnutzer (45 Prozent) zumindest hin und wieder Online-Bewertungen zu Ärzten, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Reha-Kliniken oder anderen medizinischen Einrichtungen.

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Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Auf Online-Plattformen wie jameda.de, Docinsider.de oder Topmedic.de teilen Patienten Erfahrungen, die sie mit Ärzten und medizinischen Einrichtungen gemacht haben – teils über ein schlichtes Punktesystem, teils in ausführlichen Berichten. Die Online-Bewertungen sollen andere Patienten bei der Wahl eines passenden Mediziners oder auch einer geeigneten medizinischen Einrichtung unterstützen.

Tatsächlich zeigt die Studie, dass Online-Bewertungen die Arztwahl beeinflussen. Von denjenigen, die Online-Bewertungen lesen, sagt 47 Prozent, dass die Meinung anderer Patienten Einfluss darauf hat, welche Ärzte oder medizinischen Einrichtungen aufgesucht werden. 31 Prozent erklären sogar: Bewertungen zu Ärzten oder medizinischen Einrichtungen im Internet sind für sie genauso wertvoll wie persönliche Empfehlungen von der Familie oder von Freunden.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder, erläutert:

„Online-Bewertungen erhöhen die Transparenz im Gesundheitssystem. Sie können wertvolle Informationen liefern und damit Patienten bei der Wahl eines Arztes oder einer Klinik unterstützen. Dabei gilt: Je zahlreicher die Bewertungen, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Gesamtbild realistisch ausfällt.“

Frauen haben mit 49 Prozent etwas größeres Interesse an Online-Bewertungen zu Ärzten oder medizinischen Einrichtungen als Männer mit 41 Prozent. Kaum Unterschiede gibt es dagegen in den Altersgruppen: Von den 30- bis 49-Jährigen erklären 50 Prozent, hin und wieder Online-Bewertungen zu lesen, bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 49 Prozent, bei den Internetnutzern ab 65 Jahren 48 Prozent. Selbst bei den Internetnutzern im Alter von 14- bis 29 Jahren, die mutmaßlich weniger häufig als Ältere medizinischen Rat benötigen, liest immer noch fast ein Drittel (32 Prozent) Online-Bewertungen.

Zur Methodik

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 783 Internetnutzer gefragt: „Lesen Sie im Internet hin und wieder Bewertungen über Ärzte, Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder andere medizinische Einrichtungen, bevor Sie Ihre jeweilige Wahl treffen?“ und „Welche der folgenden Aussagen zu Online-Bewertungen über Ärzte oder medizinische Einrichtungen treffen auf Sie zu?“

Bild: © lassedesignen / fotolia.com

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