Die Geschäftszahlen, die Europas größter Versicherer am Freitag vorstellte, entsprachen nicht den Erwartungen. 1,11 Mrd. Euro beträgt der Überschuss noch, das bedeutet einen Einbruch von ca. 46 Prozent. Das Ergebnis des operativen Gewinns ging auf 2,4 Mrd. Euro zurück – ein Minus von ca. 17,2 Prozent. Die Allianz hält aber an der Zielerreichung des prognostizierten Jahresgewinns in Höhe von ca. 10 bis 11 Mrd. Euro fest.
Die deutlichen Verluste des zweiten Quartals waren u.a. mit den sehr hohen Unwetterschäden in Europa in diesem Frühjahr belastet. Besonders die Schäden in Frankreich und Deutschland seien extrem teuer für den Versicherer gewesen. Die Schadenregulierungen durch die Unwetterkatastrophen machen sich bei allen Komposit-Versicherer deutlich bemerkbar. Bei der Allianz sank im zweiten Quartal das operative Ergebnis in der Sparte Schaden-Unfall um 37 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro.
Lebens- und Krankenversicherung
Die Beitragseinnahmen sanken im zweiten Quartal um 2,6 Prozent auf 16,3 (16,7) Milliarden Euro. Dieser Rückgang erfolgte aufgrund niedrigerer Beitragseinnahmen aus traditionellen und fondsgebundenen Verträgen im Einmalprämiengeschäft. Der erhöhte Umsatz von indexgebundenen Rentenprodukten in den Vereinigten Staaten sowie das Wachstum von kapitaleffizienten Produkten im deutschen Geschäft kompensierten diese Entwicklung teilweise. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte sanken die gesamten Beitragseinnahmen um 1,3 Prozent.
Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 18,3 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro. Der Anstieg ist überwiegend auf eine höhere Marge aus Kapitalanlagen, begünstigt durch positive Effekte aus Derivaten auf festverzinsliche Wertpapiere in Deutschland, zurückzuführen. Der Neugeschäftsmarge in Leben/Kranken legt im zweiten Quartal um 62,2 Prozent auf 341 Mio. Euro zu. Bedingt durch die veränderte Produktstrategie verlagerten sich die Prämien hin zu kapitaleffizienten Produkten. Die Neugeschäftsmarge erhöhte sich um 1,0 Prozentpunkt auf 2,6 Prozent.
Asset-Managment
Das operative Quartalsergebnis im Geschäftsbereich Asset Management sank um 1,4 Prozent auf 498 (505) Millionen Euro im zweiten Quartal 2016, stieg jedoch um 8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres. Operative Erträge fielen aufgrund des geringeren durchschnittlichen für Dritte verwalteten Vermögens und der geringeren Marge auf eben dieses.
Das für Dritte verwaltete Vermögen stieg im zweiten Quartal 2016 aufgrund von Markt-, Konsolidierungs- und Fremdwährungseffekten um 65 Milliarden Euro auf 1.307 Milliarden Euro. Diese Entwicklung wurde teilweise durch Nettomittelabflüsse ausgeglichen. Jene betrugen 19 Milliarden Euro, was eine leichte Verbesserung gegenüber 23 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2015 darstellt. Nettomittelabflüsse Dritter betrafen hauptsächlich PIMCO.
Bild: (1) © Eisenhans / fotolia.com (2) © Allianz
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