Allianz unter Druck

Veröffentlichung: 09.11.2015, 07:11 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Die Allianz hat Rückgänge zu verzeichnen: Im 3 Quartal verringerte sich das operative Ergebnis um 7,5 Prozent. Sowohl Schaden/Unfall als auch Leben/Kranken hatten Rückgänge zu verzeichnen - besonders deutlich war der Rückgang im Asset Management, zurückzuführen auf die Kapitalabflüsse bei Pimco.

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cms.csnoz.x Dieter Wemmer, Finanzvorstand der Allianz SE

„In einem volatilen Finanzmarktumfeld blieben die Fundamentaldaten für alle Geschäftsbereiche im dritten Quartal auf einem soliden Niveau. Wir erwarten, dass das operative Ergebnis für das Gesamtjahr ansteigen wird und am oberen Ende unseres Zielkorridors von 10,0 bis 10,8 Milliarden Euro liegen wird“, so Dieter Wemmer, Finanzvorstand der Allianz SE.

Schaden- und Unfallversicherung: operatives Ergebnis gesunken

Die Bruttobeitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung stiegen um 2,4 Prozent auf 11,52 (11,25) Milliarden Euro im dritten Quartal an. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte betrug das interne Wachstum 0,4 Prozent. Starkes Prämienwachstum verzeichnete vor allem die Türkei mit 37,6 Prozent internem Wachstum. Bei der globalen Geschäftseinheit Allianz Worldwide Partners war Allianz Global Assistance der Haupttreiber des internen Wachstums von 12,1 Prozent, während in Spanien die Prämieneinnahmen um 7,3 Prozent stiegen. Australien setzte sein starkes Wachstum mit 4,2 Prozent auf interner Basis fort, insbesondere in den Bereichen Kfz- und Sachversicherung.

Das operative Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung sank im dritten Quartal 2015 um 5,0 Prozent auf 1,35 (1,42) Milliarden Euro. Dieser Rückgang entstand größtenteils aufgrund eines niedrigeren Kapitalanlageergebnisses und wurde verstärkt durch ein schwächeres versicherungstechnisches Ergebnis. Der Einfluss von Naturkatastrophen lag um 137 Millionen Euro höher als im vergangenen Jahr und belief sich auf 144 Millionen Euro. Die Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich um 0,6 Prozentpunkte auf 94,1 (93,5) Prozent.

Lebens- und Krankenversicherung: Rückgang der traditionellen Produkte

Insgesamt nahm die Nachfrage nach fondsgebundenen und kapitaleffizienten Produkten weiter zu. Dies ist vor allem in den Kernmärkten sichtbar, darunter Deutschland, Frankreich und Italien. Als Ergebnis dieser gezielten Produktstrategie stieg die Neugeschäftsmarge um 0,3 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent. In der Folge sanken in der Lebens- und Krankenversicherung die Beitragseinnahmen um 9,7 Prozent im Vergleich zu den erhöhten Einnahmen im Vorjahresquartal und beliefen sich auf 14,31 (15,85) Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis ging um 6,6 Prozent auf 738 (790) Millionen Euro zurück, zum Teil beeinträchtigt durch eine Abschreibung von aktivierten Abschlusskosten in Südkorea. Der Neugeschäftswert ging leicht um 1,6 Prozent zurück auf 325 (330) Millionen Euro. Verglichen mit dem zweiten Quartal stieg der Neugeschäftswert um 55 Prozent. Diese Verbesserung ist ein weiteres Resultat der gezielten Produktstrategie weg von kapitalintensiven Produkten.

„Unser Produktmix im Bereich Lebens- und Krankenversicherung bewegt sich weiterhin in die richtige Richtung: weg von traditionellen und hin zu neuen Produkten“, so Dieter Wemmer. „Die gestiegene Neugeschäftsmarge ist ein eindeutiger Beleg, dass sich die Umsetzung unserer Strategie auszahlt.“

Asset Management: Nettomittelabflüsse von Dritten

Im dritten Quartal beliefen sich die operativen Erträge im Asset Management auf 1,64 (1,62) Milliarden Euro, ein Anstieg von 1,1 Prozent. Dieser Anstieg ist vor allem auf ein hohes Niveau an erfolgsabhängigen Provisionen und dem erheblich gestärkten US-Dollar zurückzuführen, was die Auswirkung vom niedrigeren durchschnittlichen verwalteten Vermögen für Dritte mehr als ausglich.

Das operative Ergebnis ging um 13,5 Prozent auf 600 (694) Millionen Euro zurück. Von aktuellen und früheren Nettomittelabflüssen beeinflusst, verschlechterte sich das Aufwand-Ertrag-Verhältnis auf 63,3 (57,1) Prozent, verbesserte sich jedoch im Vergleich zum Vorquartalsniveau von 67,4 Prozent. Das gesamte verwaltete Vermögen belief sich per 30. September 2015 auf 1.746 Milliarden Euro, verglichen mit 1.801 Milliarden Euro Ende 2014. Das verwaltete Vermögen für Dritte ging zurück auf 1.259 Milliarden Euro im Vergleich zu 1.313 Milliarden Euro. Der Rückgang ist neben den Nettomittelabflüssen auf die Volatilität an den Kapitalmärkten zurückzuführen.

Im dritten Quartal gingen die Nettomittelabflüsse Dritter im Asset Management weiter zurück und beliefen sich auf 14,8 Milliarden Euro, im Vergleich zu 47,4 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Nettomittelabflüsse bei PIMCO beliefen sich auf 16,0 Milliarden Euro im dritten Quartal während Allianz Global Investors Nettomittelzuflüsse verzeichnete, die insgesamt bei 1,3 Milliarden Euro lagen.

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