GKV: Kassen im Test

Die DFSI Deutsches Finanz-Service Institut GmbH hat untersucht, welche gesetzlichen Krankenkassen das beste Preis-Leistungsverhältnis haben. Insgesamt schnitten beim ersten großen DFSI-Preis-Leistungstest im Jahr 2016 die beiden regional aktiven Krankenkassen IKK Brandenburg und Berlin und AOK Plus - die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen und die bundesweit tätige Krankenkasse, die TK - Techniker Krankenkasse am besten ab.

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Derzeit verlangen gesetzlich Krankenkassen mindestens 14,6 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens als Beitrag. Zwar zahlt die Hälfte davon der Arbeitgeber des Versicherten, doch 7,3 Prozent muss das Mitglied aus eigener Tasche zahlen. Hinzu kommt ein Zusatzbeitrag, den die Kassen direkt beim Versicherten erheben dürfen. Dieser schwankt derzeit zwischen null Prozent und 1,7 Prozent. Der vom GKV Schätzerkreis empfohlene durchschnittliche individuelle Zusatzbeitrag liegt für 2016 bei 1,1 Prozent. Das heißt, ein großer Teil des Beitrags in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist fix, doch einen kleinen Teil können die Kassen - je nach Finanzlage - selbst festlegen.

"Und da beginnt es, für die Versicherten interessant zu werden", sagt Thomas Lemke, Geschäftsführer der auf Versicherungs- und Bankvergleiche spezialisierten Deutsche Finanz-Service Institut GmbH. "Der Beitragsanteil, den Arbeitnehmer insgesamt aus eigener Tasche zahlen müssen, variiert zwischen 7,3 Prozent bei der Metzinger BKK und 9,0 Prozent bei der VIACTIV Krankenkasse - ein Unterschied von 23 Prozent." Doch nur auf den Preis zu schauen, wäre zu wenig. Denn auch die Leistungen der gesetzlichen Kassen variieren.

"Zwar schreibt der Gesetzgeber etwas mehr als 90 Prozent der Kassenleistungen verbindlich vor", weiß GKV-Experte Lemke. "Doch bei den restlichen Leistungen können die Kassen entscheiden, ob sie diese anbieten oder nicht."

Daher ist es sinnvoll, den Beitragssatz einer Kasse ins Verhältnis zu den Leistungen zu setzen, die sie ihren Versicherten über die Regelleistungen hinaus anbietet. "Genau das haben wir, bis ins kleinste Detail, beim großen Preis-Leistungstest für 2016 getan", erläutert DFSI-Chef Lemke.

"Zum Stichtag 03.04.2016 haben wir für jeden einzelnen Bereich, in dem Kassen Zusatzleistungen anbieten dürfen, diese Angebote in Relation zum Beitrag gesetzt. Und dann sieht das Ergebnis ganz anders aus", weiß Lemke. Dann landet die VIACTIV bei insgesamt 76 untersuchten Kassen auf Rang 65. Doch auch die günstigste Krankenkasse, die Metzinger BKK kommt im Preis-Leistungsvergleich lediglich auf Platz 67. Die IKK Südwest erreicht trotz eines Beitragssatzes von 15,8 Prozent ein Top Preis-/Leistungsverhältnis, die HKK mit dem geringsten bundesweiten Beitragssatz und guten Leistungen ebenfalls. Denn günstig allein reicht beim DFSI-Preisleistungsvergleich nicht. Um ganz nach vorne zu kommen, muss man möglichst günstig sein und zugleich umfangreiche Zusatzleistungen bieten - das sind dann die Kassen, bei denen die Versicherten das meiste für ihr Geld bekommen. Generell sind die Budgets für Zusatzleistungen zurückgefahren worden. "Das ist aber oft auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen", erläutert Lemke.

"Konnte früher etwa jeder Versicherte frei aus den angebotenen Zusatzleistungen einer Kasse wählen, so gibt es all diese freiwilligen Leistungen heute zwar häufig immer noch. Jedoch hat jedes Kassenmitglied nun ein sogenanntes Gesundheitskonto mit einem jährlichen Guthaben. Und das ist oft schon nach zwei oder drei Zusatzleistungen aufgebraucht."

Die Methodik

Geprüft wurde, welche Zusatzleistungen die einzelnen Kassen in insgesamt neun Teilbereichen bieten. Das geht von Bonus-/Vorteilsprogrammen für die Versicherten, über Angebote zur Gesundheitsförderung, besondere Versorgung bei bestimmten Erkrankungen wie etwa Krebs oder chronischen Schmerzen, Kostenerstattung bei Naturheilverfahren, besonders umfangreiche Serviceangebote, Wahltarife mit Selbstbehalt oder Prämienrückzahlung bei Leistungsfreiheit bis hin zu Mehrleistungen im zahnärztlichen Bereich, besondere Zusatzleistungen etwa für (Reise-) Schutzimpfungen, Seh- und

Hörhilfen, freie Krankenhauswahl und Extra-Leistungen für Schwangere und junge Mütter sowie deren Partner. Zudem wurde ermittelt, ob und - wenn ja - welche Zusatzversicherungen die Kassen ihren Mitgliedern anbieten. Insgesamt flossen je Kasse mehr als 400 Leistungspunkte in die Bewertung ein. Natürlich wurde auch das Thema "Gesundheitskonto" berücksichtigt.

Die in den einzelnen Bereichen erzielten Leistungen wurden in Punkte umgerechnet und dann mit dem Preisleistungsfaktor der jeweiligen Kasse multipliziert. Dieser errechnet sich aus dem jeweiligen Beitragssatz. Lag er bei 15,7 Prozent (14,6 Prozent Grundbeitrag plus empfohlenen durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent), betrug der Faktor 1,0. Jede Beitragsabweichung um 0,1 Prozentpunkte nach oben oder unten erniedrigte oder erhöhte den Faktor um 0,035. Das heißt, für Kassen komplett ohne Zusatzbeitrag lag der Faktor bei 1,385.Für Kassen mit einem Zusatzbeitrag von 1,7 Prozent betrug er dagegen lediglich 0,79.

Für das Gesamtergebnis wurden die neun Teilbereiche entsprechend ihrer Wichtigkeit für die Mehrzahl der Versicherten gewichtet: Das höchste Gewicht erhielten mit 20 Prozent die Zusatzleistungen. Mit jeweils 15 Prozent wurden Bonus-/Vorteilsprogramme und Service gewichtet. Je zehn Prozent des Gesamtergebnisses machten Gesundheitsförderung, Naturheilverfahren, Wahltarife und Zahnheilkunde aus. Mit je fünf Prozent flossen Angebote zur besonderen Versorgung sowie angebotene Zusatzversicherungen ins Endergebnis ein.

Das Ergebnis

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