Erstmals mehr Smartphones als Laptops

Veröffentlichung: 24.09.2015, 08:09 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Der Global Mobile Consumer Survey 2015 von Deloitte, für den weltweit 49.500 Konsumenten, darunter alleine 2.000 in Deutschland, befragt wurden, zeigt: Smartphones haben erstmals eine größere Verbreitung als Laptops. Wearables stehen in Deutschland vor dem Durchbruch, das Interesse an smarten Uhren und Fitness-Trackern steigt deutlich.

(PDF)
Smartphonehaufen-52551138-FO-bexxandbrainSmartphonehaufen-52551138-FO-bexxandbrain

LTE hat hingegen schon den Markt erobert, immer mehr Konsumenten nutzen die schnellen Netze. Dennoch bleibt Wi-Fi die am häufigsten verwendete Datenverbindung. Etabliert haben sich Streaming-Angebote auf mobilen Geräten, Apps dagegen werden seltener installiert. Dem Trendthema Internet of Things ist hierzulande eine eher langsame Entwicklung beschieden - insbesondere Datenschutzbedenken sind ein Hindernis.

"Mobilgeräte und Apps gehören zum Alltag. Bei neuen digitalen Trends und Geräten fragen Konsumenten aber verstärkt nach dem gebotenen Mehrwert und der Datensicherheit", erklärt Dr. Andreas Gentner, Partner und TMT EMEA Lead bei Deloitte. "Diese und andere Herausforderungen verzögern den Schritt vom innovativen Nischenprodukt zum Massenphänomen und erfordern neue Strategien auf Anbieterseite."

Smartphones als neue Nummer eins

Erstmals ist das Smartphone die verbreitetste mobile Gerätekategorie in Deutschland und löst den Laptop ab. Drei Viertel der Konsumenten haben Zugriff auf ein smartes Telefon, bei unter 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 90 Prozent. Tablets sind bereits in fast jedem zweiten Haushalt zu finden. Das im letzten Jahr rückläufige Interesse an Wearables, insbesondere an Smart Watches, hat seine Talfahrt beendet - 8 Prozent der Befragten planen eine Anschaffung innerhalb der nächsten zwölf Monate, im Vorjahr waren es noch 3 Prozent.

Ihre mobilen Endgeräte nutzen deutsche Konsumenten meist zum Lesen von Online-News, gefolgt vom Streaming von Short-Form-Videos - diese Streaming-basierten Inhalteangebote haben sich etabliert. Die datenintensiven Dienste werden vorrangig über heimische WiFi-Verbindungen konsumiert. Ein klarer Abwärtstrend zeigt sich bei Apps. Neue Apps werden nur dann installiert, wenn sie einen Mehrwert versprechen. Der Großteil der Konsumenten verzichtet auf Experimente mit neuen Downloads - der Hype ist verflogen.

Hardware-Vertrieb: Service ist Trumpf

In Deutschland kommt es bei mobilen Endgeräten früh zu Replacements, 58 Prozent der genutzten Smartphones sind maximal 18 Monate alt. Online-Shops sind beim Smartphone-Kauf die erste Wahl: 42 Prozent der Mobiltelefone werden im Internet gekauft, rund jedes Dritte im Geschäft. Im Internet müssen sich die Netzbetreiber reinen Online-Händlern geschlagen geben, im stationären Handel den großen Elektronikmärkten. Chancen für Mobilfunkanbieter liegen jedoch in Beratungsqualität und im technischen Support vor Ort.

LTE erfährt Boom

Nach bisher nur mäßigem Erfolg kommt LTE mit neuen Tarifangeboten bei den Konsumenten in Fahrt: 22 Prozent der deutschen Mobilfunkkunden nutzen die Breitbandverbindungen - 14 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Dennoch bleibt WiFi die häufigste Datenverbindung unter Smartphone- und Tablet-Nutzern und baut seinen Vorsprung sogar aus. Dazu tragen datenintensive Audio- und Videostreams erheblich bei. An Multiplay-Diensten zeigen Verbraucher dagegen nur ein begrenztes Interesse.

Internet of Things kommt aus der Nische

Das Trendthema Internet of Things ist in der Mehrzahl der deutschen Haushalte bislang nicht angekommen, einzelne Technologien finden dennoch Anklang. Gerade Produktkategorien wie Smart- Home-Geräte oder Connected Cars fristen nach wie vor ein Nischendasein. Die geäußerte Kaufabsicht zeigt jedoch ein steigendes Interesse. Das Hindernis für IoT-Anbieter sind die Datenschutzbedenken der Konsumenten: 42 Prozent der Deutschen lehnen eine Datenweitergabe grundsätzlich ab, 34 Prozent würden sie nur mit bestimmten Anbietern teilen. Transparenz und ein hohes Datenschutzniveau könnten der Schlüssel zum Massenmarkt werden.

"Konsumenten akzeptieren lange nicht mehr alle Angebote bedenkenlos und informieren sich verstärkt über Mehrwerte und Alternativen. Marktteilnehmer müssen die Kundenanforderungen kontinuierlich beobachten und ihr Angebot anpassen. Nur so können sie Konsumentenwünschen nachkommen und neues Interesse an vielversprechenden Trends stimulieren. Ihre Chance liegt in der Vermittlung klarer Mehrwerte für die Konsumenten", kommentiert Dr. Andreas Gentner.

Bild: © bexxandbrain / fotolia.com

(PDF)

LESEN SIE AUCH

woman parking her bicycle on city streetwoman parking her bicycle on city streetSyda Productions – stock.adobe.com
Produkte

IoT-Kooperation: hepster und BikeFinder

Das Versicherungs-Startup hepster geht in Deutschland und Österreich im Juni eine Kooperation mit „BikeFinder“ aus Norwegen ein. Das skandinavische Unternehmen hat sich aus verschiedenen Versicherungsanbietern exklusiv für hepster entschieden und startet so den Markteintritt in beiden Ländern: In Deutschland unter dem Namen FahrradFinden und in Österreich als BikeFinder.M
Work of trucks and the excavator in an open pitWork of trucks and the excavator in an open pitevgenii_v – stock.adobe.com
Finanzen

Krypto-Startup fördert nachhaltigen Rohstoff-Abbau

Kaum ein Experte bestreitet es: ohne den drastischen Ausbau erneuerbarer Energien können wir den Klimawandel nicht in den Griff bekommen. Die Krux: der Fokus hierauf wird die Nachfrage nach Rohstoffen wie Kobalt, Grafit, Lithium und Nickel massiv befeuern – die Weltbank prognostiziert bis zum Jahr 2050 einen Nachfrageanstieg von 500 Prozent. Verantwortungslose Abbaupraktiken im Bergbau stellen jedoch wiederum selbst eine große Umweltbedrohung dar. Ein deutsches Projekt setzt genau hier ...
Laptop-Totenschaedel-245125119-AS-m-mphotoLaptop-Totenschaedel-245125119-AS-m-mphotom.mphoto – stock.adobe.com
Management

Das werden 2022 die gefährlichsten Cyber-Bedrohungen

Sowohl Staaten als auch cyberkriminelle Gruppen werden Betrug, Hijacking und Ransomware zu ihrem Vorteil nutzen: Cyber-Angriffe werden im kommenden Jahr eine besonders große Herausforderung für Sicherheitssysteme darstellen. McAfee Enterprise und FireEye haben die gefährlichsten Cyber-Bedrohungen untersucht, mit denen Unternehmen 2022 konfrontiert werden, und die Ergebnisse in den aktuellen 2022 Threat Predictions zusammengefasst. 2021 war das perfekte Jahr für Cyber-Kriminelle: Sie machten sich ...
Digitalisierung

Chubb: Connect & Protect-Lösung für die Schadenprävention

Chubb hat heute die Installation von Internet of Things (IoT)-Sensoren des Services Connect & Protect der Munich Re in einem von der ECE betriebenen Einkaufszentrum in Deutschland bekannt gegeben.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht