Riskante Städte

Veröffentlichung: 07.09.2015, 08:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

301 größere Stadte rund um den Globus wurden von LLoyds mit ihren spezifischen Risiken analysiert - menschengemachten und natürlichen. 10 Risiken spielen eine besonders große Rolle.

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4,56 Trillionen US-Dollar - das sind die möglichen Verluste, die Städte weltweit über 10 Jahre hinweg erleiden können, so der Lloyd’s City Risk Index 2015-2025. Erstmalig wurden die wichtigsten Risiken zusammengestellt, die das Bruttoinlandsprodukt der einzelnen Länder um immense Summen beschädigen könnten.

Die Analyse zeigt drei wichtige Trends:

  • Die Schwellenländer werden immer stärker durch finanzielle Verluste aus Risikogeschehen betroffen sein - mehr als 70 Prozent der Weltrisiken liegt auf ihren Schultern. Erdbeben machen zum Beispiel 50 Prozent des Gesamtrisikos für Lima und Teheran aus.
  • Menschengemachte Risiken nehmen zu. Börsenkräche, Cyberattacken, Stromausfälle und Atomunfälle machen ungefähr ein Drittel des Gesamtrisikos weltweit aus. Börsenkräche machen dabei ein Viertel des menschengemachten Gesamtrisikos für das Bruttoinlandsprodukt aus - weltweit!
  • Neue oder erst in Entwicklung befindliche Bedrohungen - Cyber Attacken, Epidemien, Pflanzenschädlinge und Sonnenstürme - machen ebenfalls ein Viertel der Risiken aus.

Bedrohte Volkswirtschaften

Städte mit hohen Werten sind finanzielle am stärksten exponiert. Tokio, Seoul, New York, Hong Kong, Shanghai und London sind dabei besonders gefährdet.

Taipei, Tokio, Istanbul and Osaka sind das beste Beispiel für Städte, die alles kombinieren: großen ökonomischen Wert mit dem Risiko verheerender Naturkatastrophen und menschengemachter Risiken - so zum Beispiel Börsenstürze oder steigende Ölpreise. Dasselbe gilt für Los Angeles und New York, wo auch Cyberattacken eine große Rolle spielen. In Hong Kong und Shanghai kommt noch die Gefahr durch Epidemien dazu.

Was bedeutet das für die Versicherungswirtschaft?

Lloyds fordert aufgrund der Erkenntnisse aus dem Lloyd’s City Risk Index 2015-2025 verbesserte Infrastrukturen und Insitutionen in den einzelnen Städten sowie weltweit einen besseren Zugang zu Versicherungen. Wie schnell sich eine Stadt von einer Katastrophe erholen kann, spielt eine entscheidende Bedeutung für die Höhe eines Schadens. Je schneller die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt, desto geringer die Schadenssumme insgesamt. Nach einer Katastrophe spielen die Auszahlungen der Versicherungen eine große Rolle, da sie die Auswirkungen verringern, finanziell wie zeitlich. Investitionen in Risikomanagement, und eben auch in Versicherungen, könnten die ökonomischen Verluste, egal ob menschengemacht oder natürlich, abmildern.

Im Prinzip könnte die Hälfte der Gesamt-Schadenssumme aufgefangen werden, indem man die Infrastuktur der Städte dauerhaft verbessert und das Risikomanagement, mit Versicherungen als Kernmaßnahme, ausbaut.

Bild: © Bonnybbx / pixabay.com

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