PKV: Beitragsanpassungen kaum zu vermeiden
Die privaten Krankenversicherer präsentieren sich weiterhin stabil, so die aktuelle Ausgabe des M&M Ratings. Doch sollten die Leistungsausgaben weiterhin deutlich steigen, wären weitere Beitragsanpassungen kaum zu vermeiden.
MORGEN & MORGEN hat den dritten Jahrgang des 2023 überarbeiteten Ratings KV-Unternehmen veröffentlicht. Im Fokus stehen die Bilanzkennzahlen von 30 privaten Krankenversicherern im Zeitraum 2020 bis 2024. Das Gesamtbild: Sicherheit und Solvabilität bleiben hoch, gleichzeitig belasten gestiegene Leistungsausgaben die Ergebnisse.
Im Gesamtrating erreichen neun Gesellschaften die Bestnote von fünf Sternen (ein Anbieter mehr als im Vorjahr). Zwölf Versicherer wurden mit vier Sternen bewertet, acht erhielten eine durchschnittliche Bewertung. Nur ein Unternehmen wurde schwach eingestuft, ein sehr schwaches Ergebnis gab es erneut nicht.
Das Teilrating Erfolg zeigt eine leicht verbesserte Ertragssituation: Die Nettoverzinsung stieg auf durchschnittlich 2,7 Prozent, die Überzinsquote auf 0,7 Prozent. Positiv: Alle Gesellschaften konnten ihre Rechnungszinsanforderungen aus den Kapitalerträgen decken. Belastend wirkten die stark gestiegenen Leistungsausgaben, die zu einem Rückgang der versicherungsgeschäftlichen Ergebnisquote führten.
Im Teilrating Bestand verzeichneten die Krankenversicherer erstmals seit längerer Zeit wieder ein leicht positives Wachstum in der Vollversicherung. Auch die Zusatzversicherungen legten erneut zu. Zehn Gesellschaften erreichten in diesem Teilrating die Bestnote, drei erhielten vier Sterne, während sieben Anbieter schwach und sechs sehr schwach abschnitten.
Das Teilrating Sicherheit bestätigt die weiterhin hohe Stabilität der Branche. Zwar sind Eigenkapital und Rückstellungen für Beitragsrückerstattung im Schnitt leicht rückläufig, doch die Solvency-II-Bedeckungsquoten liegen mit über 250 Prozent weiterhin deutlich über den gesetzlichen Anforderungen. Mit 16 Fünf-Sterne-Bewertungen bleibt die Sicherheit insgesamt auf sehr hohem Niveau.
Der Kapitalmarkt bleibt herausfordernd, zeigt sich aber stabilisiert – und in Verbindung mit sinkenden Rechnungszinsen sorgt dies für eine solide Ertragslage. Gleichzeitig belasten die stark gestiegenen Leistungsausgaben die Ergebnisquote und die RfB spürbar. „Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wären weitere Beitragsanpassungen in naher Zukunft kaum zu vermeiden“, sagt Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik & Rating bei MORGEN & MORGEN und ergänzt: „hierbei sind sicherlich die gut bewerteten Gesellschaften in einer besseren Ausgangslage“. Dennoch sind Sicherheit und Solvabilität der Branche unverändert sehr gut, der Bestand zeigt Stabilität und sogar Wachstum.
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