Weniger Arbeitsunfälle und sinkendes Unfallrisiko

Veröffentlichung: 08.08.2025, 12:08 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) verzeichnet für das Jahr 2024 erneut einen Rückgang des Unfallgeschehens in Deutschland.

(PDF)
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) verzeichnet für das Jahr 2024 erneut einen Rückgang des Unfallgeschehens in Deutschland. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) verzeichnet für das Jahr 2024 erneut einen Rückgang des Unfallgeschehens in Deutschland. DALL-E

Wie aus den aktuellen Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervorgeht, sank das Unfallrisiko je 1.000 Vollzeitäquivalente auf 20,61 Arbeitsunfälle – ein Rückgang um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch in weiteren Bereichen wie Wegeunfällen, Schulunfällen und Berufskrankheiten zeigen sich rückläufige Zahlen.

Insgesamt wurden 712.257 meldepflichtige Arbeitsunfälle (-3,8 %) und 168.648 Wegeunfälle (-6,0 %) registriert. 307 Menschen verloren bei einem Arbeitsunfall ihr Leben, 214 bei einem Wegeunfall. Infolge eines Arbeits- oder Wegeunfalls erhielten 12.821 Versicherte erstmals eine Rente. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei Berufskrankheiten aus: Die Zahl der Verdachtsanzeigen sank um 38 % auf 90.749. 1.888 Versicherte verstarben 2024 an den Folgen einer anerkannten Berufskrankheit, meist durch Asbest.

„Der Rückgang des Unfallrisikos zeigt sich über fast alle Branchen hinweg. Das hohe Niveau von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bleibt damit unverändert“, betont Dr. Edlyn Höller, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der DGUV. Gleichzeitig mahnt sie zur Wachsamkeit: „Sinkende Unfallzahlen fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis des Engagements der Unternehmen und Beschäftigten für sichere und gesunde Arbeitsbedingungen.“ Gerade mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel sei es wichtig, Prävention als Investition zu begreifen, nicht als Belastung.

Auch im Ehrenamt sowie im Bildungsbereich kam es zu weniger Unfällen. Die Schülerunfallversicherung meldet einen Rückgang um 1,4 % auf 1.012.096 Unfälle, die Zahl der Schulwegunfälle sank um über fünf Prozent auf 87.345. 18 Todesfälle wurden in diesem Bereich registriert.

Die Aufwendungen der Unfallversicherungsträger für Leistungen stiegen 2024 insgesamt um 3,3 % auf rund 12,3 Milliarden Euro. Davon entfielen 5,9 Mrd. € auf Heilbehandlungen und Reha, 6,4 Mrd. € auf finanzielle Entschädigungen. 1,5 Mrd. € investierten die Träger in Präventionsmaßnahmen – ein Anstieg um 7,3 %.

Trotz gestiegener Gesamtausgaben sank der durchschnittliche Beitragssatz zur Berufsgenossenschaft leicht auf 1,09 € je 100 € Lohnsumme. Grund dafür ist die gestiegene Lohnsumme auf über 1,3 Billionen Euro. Die Umlagesumme der Berufsgenossenschaften lag bei 14,33 Mrd. €, die der Unfallkassen bei 2,03 Mrd. €.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Tired medical worker after a shift. Burnout at work.Tired medical worker after a shift. Burnout at work.M-Production – stock.adobe.com
Assekuranz

Fast 300.000 Verdachtsanzeigen auf COVID-19 als Berufskrankheit

Während die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr weiter und damit unter das Niveau des Jahres 2019 sank, stiegen hingegen die Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit um 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Mann-Maske-5006605-PB-OrnaWMann-Maske-5006605-PB-OrnaWOrnaW – pixabay.com
Assekuranz

Covid-19 als Berufskrankheit

Infizieren sich Angestellte bei der Arbeit mit Corona, kann dies als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall gelten. Erkrankte haben dann Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung.
Der Winter erhöht das Unfallrisiko auf dem Arbeitsweg. Doch nicht jeder Sturz ist ein Fall für die Berufsgenossenschaft. Was versichert ist – und was nicht.Der Winter erhöht das Unfallrisiko auf dem Arbeitsweg. Doch nicht jeder Sturz ist ein Fall für die Berufsgenossenschaft. Was versichert ist – und was nicht.experten
Gesundheitsvorsorge

Glätte, Dunkelheit, Haftungsfrage – wer haftet bei Arbeitswegen im Winter?

Wer auf dem Weg zur Arbeit stürzt, ist nicht automatisch versichert. Wann die gesetzliche Unfallversicherung greift – und wo sie endet.
Beschäftigte in Verkehrsunternehmen sind überdurchschnittlich häufig Übergriffen durch betriebsfremde Personen ausgesetzt.Beschäftigte in Verkehrsunternehmen sind überdurchschnittlich häufig Übergriffen durch betriebsfremde Personen ausgesetzt.DALL-E
Gesundheitsvorsorge

Gewalt im Job: Beschäftigte im Nahverkehr besonders betroffen

Verbale Angriffe, Drohungen und körperliche Gewalt: Beschäftigte in Verkehrsunternehmen sind überdurchschnittlich häufig Übergriffen durch betriebsfremde Personen ausgesetzt. Laut gesetzlicher Unfallversicherung gehen rund 9,5 Prozent der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Bussen, Bahnen und Taxen auf Gewalt zurück.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht