Weniger Arbeitsunfälle und sinkendes Unfallrisiko
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) verzeichnet für das Jahr 2024 erneut einen Rückgang des Unfallgeschehens in Deutschland.
Wie aus den aktuellen Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervorgeht, sank das Unfallrisiko je 1.000 Vollzeitäquivalente auf 20,61 Arbeitsunfälle – ein Rückgang um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch in weiteren Bereichen wie Wegeunfällen, Schulunfällen und Berufskrankheiten zeigen sich rückläufige Zahlen.
Insgesamt wurden 712.257 meldepflichtige Arbeitsunfälle (-3,8 %) und 168.648 Wegeunfälle (-6,0 %) registriert. 307 Menschen verloren bei einem Arbeitsunfall ihr Leben, 214 bei einem Wegeunfall. Infolge eines Arbeits- oder Wegeunfalls erhielten 12.821 Versicherte erstmals eine Rente. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei Berufskrankheiten aus: Die Zahl der Verdachtsanzeigen sank um 38 % auf 90.749. 1.888 Versicherte verstarben 2024 an den Folgen einer anerkannten Berufskrankheit, meist durch Asbest.
„Der Rückgang des Unfallrisikos zeigt sich über fast alle Branchen hinweg. Das hohe Niveau von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bleibt damit unverändert“, betont Dr. Edlyn Höller, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der DGUV. Gleichzeitig mahnt sie zur Wachsamkeit: „Sinkende Unfallzahlen fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis des Engagements der Unternehmen und Beschäftigten für sichere und gesunde Arbeitsbedingungen.“ Gerade mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel sei es wichtig, Prävention als Investition zu begreifen, nicht als Belastung.
Auch im Ehrenamt sowie im Bildungsbereich kam es zu weniger Unfällen. Die Schülerunfallversicherung meldet einen Rückgang um 1,4 % auf 1.012.096 Unfälle, die Zahl der Schulwegunfälle sank um über fünf Prozent auf 87.345. 18 Todesfälle wurden in diesem Bereich registriert.
Die Aufwendungen der Unfallversicherungsträger für Leistungen stiegen 2024 insgesamt um 3,3 % auf rund 12,3 Milliarden Euro. Davon entfielen 5,9 Mrd. € auf Heilbehandlungen und Reha, 6,4 Mrd. € auf finanzielle Entschädigungen. 1,5 Mrd. € investierten die Träger in Präventionsmaßnahmen – ein Anstieg um 7,3 %.
Trotz gestiegener Gesamtausgaben sank der durchschnittliche Beitragssatz zur Berufsgenossenschaft leicht auf 1,09 € je 100 € Lohnsumme. Grund dafür ist die gestiegene Lohnsumme auf über 1,3 Billionen Euro. Die Umlagesumme der Berufsgenossenschaften lag bei 14,33 Mrd. €, die der Unfallkassen bei 2,03 Mrd. €.
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