Cyberversicherung in der Schweiz: Markt wächst kräftig, Schutzlücken bei KMU bleiben
Der Schweizer Markt für Cyberversicherungen verzeichnet weiterhin starkes Wachstum: Das Prämienvolumen stieg 2024 um 22 Prozent auf 172 Millionen Franken. Damit ist die Cyberversicherung laut der aktuellen Erhebung des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) die am dynamischsten wachsende Versicherungssparte im Land. Aktuell verfügen rund 10,8 Prozent der in der Schweiz ansässigen Unternehmen über eine Cyberversicherung.
Besonders stark vertreten ist der Schutz bei international tätigen Großunternehmen, während im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) deutliche Absicherungslücken bestehen bleiben. Obwohl KMU rund 99 Prozent aller Unternehmen in der Schweiz ausmachen, fehlt es vielen an einer entsprechenden Police. Dabei geraten sie zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen. „Wichtig ist es, in solch einem Erpressungsfall sofort die Polizei sowie den jeweiligen Versicherer zu benachrichtigen“, rät Gabor Jaimes, Cyberexperte beim SVV. „Mit professioneller Hilfe lässt sich der Schaden aus solch einem Vorfall oftmals eindämmen und zukünftige Vorfälle dieser Art verhindern.“
Parallel zur steigenden Nachfrage stabilisiert sich auch der Markt: Nach einer Phase deutlicher Prämienanstiege tragen nun ein höheres Risikobewusstsein und umfassendere Sicherheitsstandards dazu bei, dass die Prämien bezahlbar bleiben. Die Schweiz entwickelt sich dadurch zu einem attraktiven Markt für internationale Anbieter. Immer mehr ausländische Versicherer drängen in den Markt, um Cyberprodukte anzubieten. „Der Schweizer Cyberversicherungsmarkt ist zwar klein, aber sehr fortschrittlich“, sagt Jaimes. Die enge Zusammenarbeit von Versicherern, Behörden und weiteren Akteuren trage entscheidend zur landesweiten Cyberresilienz bei.
Cyberversicherungen übernehmen nicht nur Kosten für Systemwiederherstellung und Betriebsunterbrechung, sondern auch Haftpflichtansprüche Dritter sowie Unterstützung bei rechtlichen und kommunikativen Aufgaben. Zudem helfen sie bei der Implementierung von Sicherheitsstandards. Herausforderungen bestehen jedoch weiterhin bei systemischen Risiken, etwa bei Angriffen auf kritische Infrastrukturen wie Strom- oder Telekomnetze. Diese übersteigen nach wie vor die Versicherungskapazitäten des Privatsektors.
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