Überstunden-Spitzenreiter: die Versicherungsbranche

Veröffentlichung: 25.07.2025, 07:07 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

In der Finanz- und Versicherungsbranche ist Mehrarbeit unter Beschäftigten besonders weit verbreitet. Das zeigt die aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamts (Destatis) für das Jahr 2024. Insgesamt 4,4 Millionen Erwerbstätige haben demnach regelmäßig mehr gearbeitet, als in ihren Arbeitsverträgen vorgesehen war. In der Versicherungswirtschaft war der Anteil überdurchschnittlich hoch.

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Anteil der Beschäftigten mit Überstunden in der Versicherungswirtschaft am höchsten.Anteil der Beschäftigten mit Überstunden in der Versicherungswirtschaft am höchsten.DALL-E

Branchenvergleich zeigt deutliche Unterschiede

In der Finanz- und Versicherungsbranche sowie im Bereich Energieversorgung war der Anteil der Mehrheit am höchsten. Rund jeder sechste (17 bzw. 16 Prozent) der Beschäftigten aus diesen Branchen leisteten Mehrarbeit über den vertraglichen Rahmen hinaus. Im Gastgewerbe war der Anteil mit 6 Prozent am niedrigsten.

Anzahl der Überstunden variiert

Die Mehrheit der Beschäftigten mit Mehrarbeit arbeitete nur wenige Stunden zusätzlich: 73 % leisteten weniger als zehn Überstunden pro Woche, 45 % davon sogar unter fünf Stunden. Allerdings gab rund jede bzw. jeder Siebte (15 %) an, wöchentlich mindestens 15 Überstunden zu leisten.

Unbezahlte Überstunden weiterhin verbreitet

Mehrarbeit wurde im Jahr 2024 auf unterschiedliche Weise erfasst und ausgeglichen. Rund 71 % der betroffenen Beschäftigten nutzten ein Arbeitszeitkonto, über das die zusätzlich geleisteten Stunden zu einem späteren Zeitpunkt ausgeglichen werden konnten.

Etwa 19 % der Erwerbstätigen leisteten ihre Überstunden hingegen unbezahlt – ein Anteil, der auf eine weiterhin bestehende Problematik im Umgang mit nicht vergüteter Mehrarbeit hinweist.

Lediglich 16 % der Betroffenen erhielten eine finanzielle Vergütung für ihre zusätzlichen Arbeitsstunden. In vielen Fällen wurden mehrere dieser Formen parallel genutzt, etwa durch eine Kombination aus Zeitkonto und bezahlten oder unbezahlten Überstunden.

Mehrarbeit als Indikator für strukturelle Engpässe

Die Zahlen zeigen, dass Mehrarbeit weiterhin zum Berufsalltag vieler Beschäftigter gehört. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels ist nicht davon auszugehen, dass sich dieser Trend kurzfristig umkehren wird. Der hohe Anteil unbezahlter Überstunden und die ungleiche Verteilung nach Branchen verdeutlichen den Handlungsbedarf bei der fairen und transparenten Gestaltung von Arbeitszeitmodellen.

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