Fondsmanager verurteilt: BGH bestätigt Haftstrafen wegen Cum-Ex-Deals

Veröffentlichung: 01.07.2025, 14:07 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Zwei Londoner Fondsmanager landen wegen Cum-Ex-Geschäften endgültig hinter Gittern – der Bundesgerichtshof hat nun das letzte Wort gesprochen. Doch was genau war ihre Rolle im Steuerkarussell rund um 92 Millionen Euro?

(PDF)
Zwei Londoner Fondsmanager landen wegen Cum-Ex-Geschäften endgültig hinter Gittern (Symbolbild).Zwei Londoner Fondsmanager landen wegen Cum-Ex-Geschäften endgültig hinter Gittern (Symbolbild).DALL-E

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Beschluss vom 27. Mai 2025 (Az. 1 StR 364/24) die Revisionen zweier in London ansässiger Fondsmanager verworfen und damit deren Verurteilung wegen Steuerhinterziehung durch das Landgericht Bonn rechtskräftig gemacht. Im Fokus steht ihre Beteiligung an Cum-Ex-Geschäften rund um einen von der Hamburger Varengold Bank aufgelegten Publikumsfonds.

Die Angeklagten, Partner der Duet-Gruppe, hatten demnach im Jahr 2010 grünes Licht für den Einsatz von außerbörslichen Future-Kontrakten mit einem Leerverkäufer rund um den Dividendenstichtag gegeben. Ziel war es, durch gezielte Transaktionen rund um die Ausschüttung von Dividenden und irreführende Angaben gegenüber der Depotbank Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag vom Finanzamt zu erhalten, obwohl diese nie abgeführt wurden. Der daraus entstandene Steuerschaden belief sich auf rund 92 Millionen Euro.

Beide Fondsmanager wurden bereits am 1. Februar 2024 vom Landgericht Bonn (Az. 29 KLs-214 Js 16/22-1/22) verurteilt: Der Angeklagte G. erhielt eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten, der Angeklagte S. eine von drei Jahren und sechs Monaten. Zudem wurde bei beiden eine Vermögensabschöpfung in Höhe von jeweils rund 1,9 Millionen Euro angeordnet – das entsprach dem Betrag, den sie aus den Geschäften gezogen hatten.

Die Bundesrichter bestätigten nun in letzter Instanz die Feststellungen der Vorinstanz. Damit sind sowohl die Strafhöhe als auch die Einziehung des Taterlöses rechtskräftig. Die Depotbank, die damals die Rückerstattung beantragt hatte, hat laut BGH inzwischen einen Betrag in Höhe des Steuerschadens sichern können.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Sinus_ / pixabay
Recht

Fahndungseintrag im Reisepass: BGH gibt Urlauber Recht

Ein Urlaub nach Neuseeland, eine verweigerte Einreise und ein Reisepass, der trotz Wiederauffindens weiterhin zur Fahndung ausgeschrieben war: Der Bundesgerichtshof hat nun entschieden, dass die zuständige Gemeinde für die Kosten der gescheiterten Reise haften muss.
Haftet die Gemeinde, wenn ein wiedergefundener Reisepass noch immer zur Fahndung ausgeschrieben ist und deshalb eine Fernreise platzt?Haftet die Gemeinde, wenn ein wiedergefundener Reisepass noch immer zur Fahndung ausgeschrieben ist und deshalb eine Fernreise platzt?webandi / pixabay
Recht

Fahndungseintrag im Reisepass: Wer haftet für den geplatzten Urlaub?

Ein verlorener und später wiedergefundener Reisepass, ein Fahndungseintrag im internationalen System – und am Ende eine gescheiterte Traumreise nach Neuseeland. Der Bundesgerichtshof muss nun klären, ob eine Gemeinde für die Folgen haftet. Der Fall zeigt zugleich, welche Risiken selbst nach dem Wiederauffinden eines Passes bestehen können.
Karlsruhe präzisiert die Beweislastumkehr beim Verbrauchsgüterkauf – mit Folgen für Händler, Käufer und Versicherer.Karlsruhe präzisiert die Beweislastumkehr beim Verbrauchsgüterkauf – mit Folgen für Händler, Käufer und Versicherer.BunteAufnahmen / pixabay
Recht

BGH stärkt Verbraucherrechte beim Gebrauchtwagenkauf

Der Bundesgerichtshof präzisiert die Beweislastumkehr beim Verbrauchsgüterkauf – und erleichtert Käufern sowie Versicherern die Durchsetzung von Gewährleistungsansprüchen. Entscheidend ist künftig stärker die „Mangelerscheinung“ und nicht die eindeutige Klärung der Ursache.
Der Bundesgerichtshof verhandelt über die Zulässigkeit jährlicher Entgelte in Riester-Bausparverträgen – mit möglicher Signalwirkung für den gesamten Vorsorgemarkt.Der Bundesgerichtshof verhandelt über die Zulässigkeit jährlicher Entgelte in Riester-Bausparverträgen – mit möglicher Signalwirkung für den gesamten Vorsorgemarkt.Redaktion experten.de / KI-generiert
Recht

BGH verhandelt zu Riester-Bausparverträgen: Streit um jährliche Entgelte

Können Anbieter von Riester-Bausparverträgen laufende Jahresentgelte verlangen? Der Bundesgerichtshof wird im Sommer über eine Grundsatzfrage entscheiden, die weit über den Einzelfall hinausreicht.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht