Frachtdiebstahl auf LKW-Parkplätzen: Über zwei Milliarden Euro Schaden pro Jahr
Frachter werden zu Zielscheiben: Der GDV fordert mehr gesicherte Lkw-Parkplätze entlang europäischer Routen. Die Zahl der Diebstähle steigt, und die Schäden summieren sich auf Milliarden.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) macht gemeinsam mit weiteren Verbänden Druck: Angesichts wachsender Frachtdiebstähle entlang europäischer Transportwege fordern die Versicherer deutlich mehr gesicherte Lkw-Parkplätze.
„Fahrer und Ladung brauchen in Ruhepausen Sicherheit. Stattdessen werden Lkw-Parkplätze immer wieder zu Tatorten: Jeder dritte Frachtdiebstahl passiert während des Parkens“, so GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Dabei gehe es nicht nur um materielle Schäden: Die Täter agierten hochprofessionell – und schreckten mitunter auch vor Gewalt gegen Fahrer nicht zurück.
Die von GDV, Bundeskriminalamt und Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen erarbeiteten Sicherheitsanforderungen beinhalten u. a. vollständige Einzäunung, Beleuchtung, Überwachung rund um die Uhr und eine kontrollierte Zufahrt mit Zugangsberechtigung. Laut Asmussen müsse dies vorrangig für besonders diebstahlsgefährdete Waren wie Elektronik, Tabak oder Spielkonsolen gelten.
Der Bedarf ist riesig: Schon 2022 benötigten laut EU-Kommission rund 400.000 Lkw jede Nacht einen Parkplatz – bis 2040 soll der Bedarf auf über 500.000 steigen. Jeder fehlende sichere Stellplatz erhöht das Risiko, denn Frachtdiebstahl ist längst ein lukratives Geschäftsmodell. Allein in Deutschland werden jährlich fast 26.000 Lkw-Ladungen entwendet – rechnerisch alle 20 Minuten. Die dadurch verursachten Schäden summieren sich auf über zwei Milliarden Euro pro Jahr.
Davon entfallen laut GDV rund 1,3 Milliarden Euro auf den Warenwert, weitere 900 Millionen Euro entstehen durch Lieferverzögerungen, Vertragsstrafen und Produktionsausfälle bei den Empfängern.
Zusätzlich zu besseren Parkplätzen fordert der GDV höhere Sicherheitsstandards in der Logistik. Dazu zählen Investitionen in moderne Telematiksysteme, elektronische Türverriegelungen und digitale Routenüberwachung. Außerdem brauche es laut Asmussen eine stärkere Präsenz der Polizei auf Autobahnrastplätzen sowie spezialisierte Einheiten, die Täter grenzüberschreitend verfolgen können. „Der Fahndungsdruck auf international agierende Tätergruppen muss steigen“, so Asmussen.
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