Fachkräftemangel treibt Ausbildungsvergütungen: Über 1.000 Euro sind in vielen Branchen Standard

Veröffentlichung: 24.06.2025, 14:06 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Tarifliche Ausbildungsvergütungen steigen 2024/25 erneut kräftig. In vielen Branchen sind vierstellige Beträge längst Normalität – mit erheblichen Unterschieden je nach Region und Beruf. Vermittler mit Zielgruppenfokus auf junge Menschen oder Fachkräfteansprache sollten jetzt genau hinschauen.

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Wer Azubis oder Berufseinsteiger berät, sollte die gestiegenen Ausbildungsvergütungen in Finanzplanung, Einkommensschutz oder Berufsunfähigkeit berücksichtigen.Wer Azubis oder Berufseinsteiger berät, sollte die gestiegenen Ausbildungsvergütungen in Finanzplanung, Einkommensschutz oder Berufsunfähigkeit berücksichtigen.DALL-E

Die tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen steigen im Ausbildungsjahr 2024/25 erneut überdurchschnittlich – im Mittel um 6,4 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Analyse des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung. Inzwischen erhalten Auszubildende in der Mehrzahl der untersuchten Branchen über 1.000 Euro monatlich – besonders gut verdienen Auszubildende in Pflegeberufen, im Bankwesen, im Öffentlichen Dienst oder in der Industrie.

Zwei Trends stechen hervor:

  1. Kaum noch unter 1.000 Euro: Nur in drei Branchen – Landwirtschaft, Floristik und Friseurhandwerk – liegen die Einstiegsvergütungen unter der Vierstelligkeit.
  2. Höchste Steigerung im Backhandwerk: Mit +18,6 % reagiert die Branche auf massiven Fachkräftemangel.

Insgesamt reicht die Spanne von 710 Euro (Friseurhandwerk NRW) bis 1.650 Euro (Bauhauptgewerbe, 4. Ausbildungsjahr). Besonders stark gestiegen sind die Vergütungen in klassischen Engpassberufen, also Branchen mit besonders hohem Bedarf an Nachwuchs. Die Auswertung zeigt zudem eine hohe Dynamik: Seit 2020 sind die Ausbildungsvergütungen in vielen Sektoren um über 40 % gestiegen.

Zielgruppenberatung: Beratungsimpuls für Vermittler

Die Zahlen liefern wertvolle Anhaltspunkte für die Zielgruppenansprache junger Erwachsener, die ins Berufsleben starten:

  • Wer Azubis oder Berufseinsteiger berät, sollte die gestiegenen Ausbildungsvergütungen in Finanzplanung, Einkommensschutz oder Berufsunfähigkeit berücksichtigen.
  • Gleichzeitig ergeben sich Chancen für eine frühzeitige Kundenbindung: Viele junge Menschen verfügen heute bereits während der Ausbildung über relevante finanzielle Mittel – und sind empfänglicher für Beratung zu Sparplänen, Vorsorgeprodukten oder Zusatzversicherungen.
  • Die große Spreizung der Vergütungen zeigt zudem: Branchenkenntnis wird zum Wettbewerbsvorteil – besonders bei der Beratung im Bereich Einkommenssicherung, Berufsunfähigkeits- oder bAV-Einstiegslösungen.

Fachkräftemangel verändert nicht nur die Vergütung, sondern auch das Finanzverhalten junger Zielgruppen. Wer ihre Realität versteht, berät erfolgreicher.

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