ifo Geschäftsklima Januar 2026: Schwacher Jahresauftakt für die deutsche Wirtschaft

Veröffentlichung: 26.01.2026, 19:01 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

87,6 Punkte – keine Bewegung. Der ifo Geschäftsklimaindex verharrt im Januar 2026 auf dem Vormonatsniveau. Die aktuelle Lage wird leicht positiver bewertet, doch die Erwartungen trüben sich weiter ein. Die Zahlen markieren keinen Einbruch, aber auch keinen Aufbruch.

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Branchen im Stillstand, Sektoren in Bewegung

Hinter dem stabilen Gesamtwert steht eine differenzierte Dynamik: Das Verarbeitende Gewerbe legt beim Klimaindex deutlich zu. Die Unternehmen melden eine höhere Zufriedenheit mit der laufenden Geschäftstätigkeit, auch die Erwartungen fallen weniger pessimistisch aus. Gleichwohl sinkt die Kapazitätsauslastung erneut – von 78,1 auf 77,5 Prozent – und bleibt damit spürbar unter dem langfristigen Mittel von 83,2 Prozent.

Im Dienstleistungssektor kehrt sich das Bild um. Dort kühlt sich das Geschäftsklima ab, insbesondere in der Logistik und im Tourismus. Die Unternehmen bewerten sowohl die Lage als auch die Perspektiven negativer. Auch der Handel zeigt zwar eine leichte Erholung – Einzel- wie Großhandel melden eine bessere Geschäftslage –, doch strukturell bleiben beide Bereiche unterhalb ihrer historischen Normen.

Im Bauhauptgewerbe hellt sich das Klima leicht auf. Der Grund liegt in besseren laufenden Geschäften, nicht in einer neuen Erwartungsdynamik. Die Auftragssituation, vor allem im Hochbau, bleibt angespannt.

Unsicherheit als strukturelle Konstante

Während die Indexwerte stagnieren, bleibt die ifo Geschäftsunsicherheit auf hohem Niveau – deutlich über dem Vorkrisenwert. Die Fähigkeit der Unternehmen, ihre eigene Entwicklung einzuschätzen, ist eingeschränkt. Das verweist weniger auf konjunkturelle Schwäche als auf ein anhaltendes Maß an struktureller Volatilität – verursacht durch globale Spannungen, technologische Umbrüche und die Kostenstruktur vieler Branchen.

Die ifo Konjunkturuhr zeigt Deutschland zum Jahresauftakt im Krisen-Quadranten: sowohl Lage als auch Erwartungen liegen unter dem Durchschnitt. Von Erholung, Boom oder auch nur Abkühlung ist keine Rede. Es ist der Quadrant des Ausharrens.

Wirtschaft ohne Richtung

Die Daten verweisen auf eine deutsche Wirtschaft, die sich in einem Übergang ohne Richtung befindet. Kein Sektor übernimmt die Führungsrolle. Die Investitionsbereitschaft bleibt begrenzt, die Unsicherheit hoch, die Erwartungen gedämpft.

Der Januar 2026 markiert keine Krise, aber auch keinen Neustart. Der Konjunktur fehlt der Impulsgeber – sei es außenwirtschaftlich, fiskalisch oder technologisch. Ohne strukturelle Impulse bleibt die Bewegung seitwärts.

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