KI als Effizienztreiber: Mittelstand setzt auf digitale Transformation – doch Fachkräftemangel bremst

Veröffentlichung: 03.04.2025, 20:04 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten rückt für den deutschen Mittelstand vor allem eines in den Fokus: Effizienzsteigerung. Laut der aktuellen B2B-Studie „Status quo der Digitalen Transformation & KI im deutschen Mittelstand“, die im Auftrag von Grant Thornton Deutschland durchgeführt wurde, zählt dies für 36 Prozent der befragten Unternehmen zur obersten Priorität. Wachstum durch neue digitale Produkte (24 Prozent) und Kostensenkung (20 Prozent) folgen mit einigem Abstand.

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Die digitale Transformation muss  „Chefsache“ sein.Die digitale Transformation muss „Chefsache“ sein.Foto: Grok

Ein zentraler Hebel zur Effizienzsteigerung ist für viele Unternehmen die Künstliche Intelligenz (KI). Bereits 75 Prozent der Mittelständler geben an, dass KI ihre Unternehmensstrategie beeinflusst – mehr als jede zweite Firma plant konkret, in den kommenden drei Jahren mit Hilfe von KI effizienter zu arbeiten. Weitere Digitalisierungsschwerpunkte liegen auf Cybersicherheit (46 Prozent) und Cloud-Transformation (41 Prozent).

Hindernisse: Fachkräftemangel und technologische Komplexität

Die Umsetzung digitaler Strategien bleibt jedoch eine Herausforderung. Besonders der Fachkräftemangel erweist sich als zentrale Hürde: 36 Prozent der Befragten beklagen fehlende IT-Spezialist:innen, insbesondere im Bereich KI. 31 Prozent fehlt es an spezifischem KI-Know-how, während 29 Prozent die technologische Komplexität der Lösungen abschreckt. Trotz dieser Schwierigkeiten sind die finanziellen Voraussetzungen für Digitalisierungsprojekte offenbar gegeben – nur sechs Prozent sehen in der Finanzierung ein Hindernis.

Interessant: Obwohl staatliche Förderprogramme zur Verfügung stehen, nutzt aktuell nur rund ein Drittel (36 Prozent) diese Möglichkeit. 41 Prozent planen dies künftig, doch 22 Prozent wollen dauerhaft darauf verzichten – eine strategische Entscheidung, die angesichts des Investitionsbedarfs durchaus kritisch hinterfragt werden sollte.

Investitionen: Digitalisierung bleibt strategisches Ziel

Die Investitionsbereitschaft zeigt, dass der Mittelstand die digitale Transformation nicht aus den Augen verliert. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Unternehmen investiert über drei Prozent des Jahresumsatzes in IT. Rund ein Fünftel (18,8 Prozent) des IT-Budgets fließt in neue Technologien wie KI, während 17,4 Prozent in digitale Produkte und 16,9 Prozent in Cloud-Technologien investiert werden.

Für Dr. Jan Merzrath, Vorstand bei Grant Thornton Deutschland, ist klar: „Digitale Investitionen sind gerade in diesen auch wirtschaftlich herausfordernden Zeiten unverzichtbar.“ Es gelte, die digitale Transformation zur „Chefsache“ zu machen – nicht zuletzt, um den Anschluss an nationale und internationale Wettbewerber nicht zu verlieren.

Ziel erkannt: Wachstumssicherung durch KI

Die Studie zeigt: Der deutsche Mittelstand hat die Bedeutung von KI und Digitalisierung erkannt, kämpft jedoch mit strukturellen Herausforderungen. Der Ausbau digitaler Kompetenzen, gezielte Investitionen in KI sowie die strategische Nutzung staatlicher Förderprogramme sind zentrale Stellschrauben, um langfristig Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum zu sichern.

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