„Wohneigentum bleibt beliebteste Altersvorsorge – aber vielen fehlt das Geld“

Veröffentlichung: 07.02.2025, 11:02 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Für die Mehrheit der Deutschen ist Wohneigentum die beste Altersvorsorge, zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Doch viele Menschen scheitern am Kauf einer Immobilie – vor allem wegen fehlendem Eigenkapital und hohen Finanzierungskosten. IVD-Präsident Dirk Wohltorf fordert deshalb eine konsequente Förderung der Eigentumsbildung.

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IVD-Präsident Dirk Wohltorf (Foto) fordert eine konsequente Förderung der Eigentumsbildung.IVD-Präsident Dirk Wohltorf (Foto) fordert eine konsequente Förderung der Eigentumsbildung.IVD

Wohneigentum bleibt für viele Menschen die bevorzugte Form der Altersvorsorge. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des IVD halten 58 Prozent der Bundesbürger den Immobilienerwerb für die beste Möglichkeit, zusätzlich zur gesetzlichen Rente für das Alter vorzusorgen. Dabei bevorzugen 43 Prozent das selbst genutzte Eigentum, während 15 Prozent Immobilien als Kapitalanlage für die Vermietung sehen.

Der Wunsch nach einer eigenen Immobilie ist besonders bei jungen Menschen ausgeprägt: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen geben 82 Prozent an, dass sie gerne eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus besitzen würden. In der Gruppe der 30- bis 44-Jährigen liegt dieser Wert mit 81 Prozent fast ebenso hoch.

„Wenn eine breite Mehrheit der Deutschen, besonders der jüngeren Generation, ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung als zentralen Teil ihres Lebensplans betrachtet, darf die Politik darüber nicht einfach hinweggehen“, betont IVD-Präsident Dirk Wohltorf.

Finanzielle Hürden verhindern Immobilienkauf

Trotz des großen Wunsches nach Wohneigentum bleibt der Zugang für viele Menschen schwierig. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) gibt an, dass ihnen das notwendige Eigenkapital fehlt, um eine Immobilie zu kaufen. 40 Prozent erklären, dass ihr Einkommen nicht ausreicht, um eine Kreditrate zu stemmen.

Gleichzeitig besteht in allen politischen Wählergruppen eine breite Unterstützung für mehr staatliche Förderung: 65 Prozent der Befragten sprechen sich für stärkere Hilfen beim Immobilienkauf aus. Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze, wie diese Unterstützung aussehen sollte:

  • 69 Prozent der Befürworter wünschen sich steuerliche Vergünstigungen für selbst genutztes Wohneigentum.
  • 59 Prozent plädieren für eine deutliche Senkung der Grunderwerbsteuer.
  • 51 Prozent sprechen sich für die Wiedereinführung der Eigenheimzulage aus.

IVD-Präsident Wohltorf sieht die Politik in der Pflicht, endlich wirksame Maßnahmen zur Eigentumsbildung zu ergreifen: „Die neue Bundesregierung sollte die Legislaturperiode der Eigentumsbildung ausrufen und Wohneigentum deutlich effektiver fördern, als es bisher der Fall war. Schließlich ist das Wohneigentum nicht nur wichtiger Baustein für die persönliche Sicherheit, Unabhängigkeit und Altersvorsorge des Einzelnen, sondern dient auch als Kitt für unsere Gesellschaft.“

Mehr Neubau als Lösung für den Wohnungsmarkt?

Neben der direkten Förderung von Käufern sehen viele Menschen auch im verstärkten Wohnungsbau eine wichtige Maßnahme zur Entspannung des Marktes. 82 Prozent der Befragten sprechen sich für einen Ausbau des Wohnungsangebots aus. 71 Prozent halten zudem eine Aufstockung bestehender Gebäude für sinnvoll.

IVD-Präsident Wohltorf warnt davor, den Zugang zu Wohneigentum weiter zu erschweren: „Deutschland hat im internationalen Vergleich eine der niedrigsten Wohneigentumsquoten. Es muss unser Ziel sein, diese zu erhöhen und damit eine verlässliche Altersvorsorge für breitere Bevölkerungsschichten zu ermöglichen.“

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